Eine Zeitreise auf musikalische Art
14.11.2025 OberrütiDrei Mal füllten die Brass-Band-Begeisterten die Turnhalle. Die Jahreskonzertreihe war eng verbunden mit dem Dorf und seinen Geschichten.
IRIS CAGLIONI
Genussvolle Abende versprach die Einladung zu einem der Jahreskonzerte: Nebst ausgezeichnetem Essen und ...
Drei Mal füllten die Brass-Band-Begeisterten die Turnhalle. Die Jahreskonzertreihe war eng verbunden mit dem Dorf und seinen Geschichten.
IRIS CAGLIONI
Genussvolle Abende versprach die Einladung zu einem der Jahreskonzerte: Nebst ausgezeichnetem Essen und geselliger Atmosphäre wurde den Gästen ein klangvolles Konzert mit visuellen Show-Einlagen präsentiert. Ihre Jahreskonzerte haben immer einen Titel. Dieses Jahr war er postalisch verknüpft mit Oberrüti.
Mit «5647 Was war? Was wird?» präsentierten die Musiker unter der Leitung von Jonas Danuser die Geschichte des Dorfes mit genial unterhaltender Brass-Band-Musik und vielen Momenten zum Geniessen und auch Lachen.
Durch den Abend führte Erwin Stehli, der witzig und inspirierend die Geschichten erzählte, von der Zugehörigkeit der Region während Napoleons Zeiten, der Nachbarschaftsliebe mit Dietwil und vielen witzige Geschichten. Auf der Leinwand waren diese Geschichten zeichnerisch aufbereitet.
Aufgabenstück für den Wettbewerb im KKL
«Lucerne Dances», komponiert von Philip Sparke, ist ein neu komponiertes Stück, welches die MGO seit August dieses Jahres einübt. Es wurde vom Schweizer Brass-Band-Verband für den schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb in Auftrag gegeben. Die Oberrüter Musiker werden Ende November in der zweiten Stärkeklasse an diesem Wettbewerb teilnehmen. Dieses Jahr findet er noch im KKL in Luzern statt, ab kommendem Jahr dann wieder wie gewohnt in Montreux.
Das rund zwölf Minuten lange Aufgabenstück an jedem Konzertabend aufzuführen, war für die Brass Band wie drei Publikumsproben. «Man ist etwas nervös mit Zuhörern, der Puls geht schneller. Diese drei Auftritte haben uns gut getan», teilte Lukas Isler, Präsident der MGO, mit.
Konzertprogramm des Abends
Jedes vorgetragene Stück wurde durch Stehlis Präsentation irgendwie mit Oberrüti verknüpft. Den Anfang machte «Pastime With Good Company» – ein englischer Folksong aus dem frühen 16. Jahrhundert, der symbolisch die Ursprünge des Freiamts darstellte. Darauf folgte «Lucerne Dances».
Dann kam Stehli wieder auf die Bühne und fragte: «Wie kam Oberrüti zu seinem Bahnhof?» Diese spannende Geschichte wurde von ihm herrlich erzählt und mit dem Stück «Take The A Train» abgerundet, einem Big-Band-Klassiker aus der Feder von Duke Ellington. Nach «Grant Us Peace» folgte ein fruchtiges Stück – «Ananas aus Caracas» – welches ursprünglich vom Schlagersänger Vico Torriani gesungen wurde. Hier war der Bezug zu Oberrüti eher düster, denn Torriani lebte einen Teil seiner Kindheit als Verdingbub in Oberrüti.
Zweite Konzerthälfte
Mit «Horizons» des britischen Komponisten Paul Lovatt-Cooper startete der zweite Konzertteil fulminant, und «Groove Machine» mit seinen wiederholenden Rhythmusfiguren sorgte für den im Titel beschriebenen mittreissenden Rhythmus. Nach «A Sky Full Of Stars» stellten sich plötzlich vier Mexikaner auf die Bühne. Nein, es waren Toni Weingartner mit dem Cornet, Markus Nietlispach mit dem Es-Horn, Devin Niederberger mit dem Flügelhorn und Curdin Casanova mit der Posaune. Verkleidet mit farbenprächtigen Umhängen und Sombreros spielten sie die solistischen Parts von «Salsa Tres’Prado».
Mit dem Elton-John-Hit «I’m Still Standing» beendete die Musikgesellschaft ihr Jahreskonzert, bevor sie die vorbereitete grandiose Zugabe spielte: «100 T!» Dieser Marsch wurde zum Hundert-Jahr-Jubiläum der Brass Band l’Avenier de Chamoson komponiert und war der difinitive Schlusspunkt des Abends.
Abschied von Jonas Danuser
Präsident Lukas Isler informierte über das Angebot, welches der aktuelle Dirigent bekommen hat: «Er wird noch an den Wettbewerb in Luzern mitkommen, danach verlässt er uns. Jonas Danuser ist ein junger, ambitionierter Dirigent, der einen super Job macht. Während zweier Jahre durften wir unter seiner Leitung spielen. Er übernimmt die Regional Brass Band Bern. Für ihn als Berner ist es eine berufliche Chance. Wir wünschen ihm viel Glück!»



