Mit grossem Bedauern musste im April diesen Jahres die mächtige Linde nahe der Kirche und dem Gemeindehaus gefällt werden. Am letzten Mittwoch, genau 23 Wochen später, pflanzte die Gerec - tigkeit Sins eine neue Linde am selben Ort.
IRIS CAGLIONI
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Mit grossem Bedauern musste im April diesen Jahres die mächtige Linde nahe der Kirche und dem Gemeindehaus gefällt werden. Am letzten Mittwoch, genau 23 Wochen später, pflanzte die Gerec - tigkeit Sins eine neue Linde am selben Ort.
IRIS CAGLIONI
Vor über 30 Jahren wurde die grossmächtige Linde nahe der Kirche durch einen Sturm mit Blitzeinschlag beschädigt. «Da mussten wir ihr die Krone kappen. Von diesem Sturmschaden hat sich der Baum nie erholt», teilte Jakob Sidler, Gemeindeammann mit.
Alexander Eigensatz, Präsident der Gerechtigkeit Sins, informierte weiter, dass die alte Linde regelmässig vom Förster angeschaut wurde. «Wir wussten, der Baum ist krank, und mit dem Baumdoktor konnten wir sie noch etwas länger am Leben erhalten. Wir wollten vermeiden, dass der Baum eines Tages auf die Strasse kracht, darum wurde er jedes Jahr auf seine Stabilität geprüft. Bei der Kontrolle in diesem Frühling war die Stabilität nicht mehr ausreichend. Darum wurde der Baum am Mittwoch, 15. April gefällt.»
Traditionen beibehalten
Die Mitglieder der Gerechtigkeit Sins gehen davon aus, dass die alte Linde an die 120 Jahre alt war. «Womöglich war sie auch nicht der erste Baum auf diesem Grundstück», meinte Eigensatz in seiner Ansprache. Dies war auch der Grund, warum die Gerechtigkeit auf ihrem 152 Quadratmeter grossen Grundstück wieder einen Baum pflanzen wollte. Nach intensiven Diskussionen und dem Rat des Betriebsleiters von Wald kommunal+, Alain Döbeli, kamen zwei Baumarten infrage: Eiche oder Linde. «Die Wahl fiel auf eine grossblättrige Sommerlinde ‹Tilia platyphyllos›, auch wenn sie mehr Laub produziert.»
Tatkräftiges Miteinander
Die Pflanzung der neuen jungen Linde wurde im Beisein von geladenen Gästen zelebriert. Alle Mitglieder des Gemeinderats und der Kirchenpfle e sowie beinahe alle Mitglieder der Gerechtigkeit Sins waren bei der Pfla - zung anwesend. Das Pflanzlo h war bereits ausgehoben, drei Pfähle für den Schutz des Stammes eingeschlagen. Die junge Linde wog mit dem Wurzelballen zirka 100 Kilogramm. In einem gemeinsamen Kraftakt durch die Vorsitzenden der Kirchenpfle e, der Gerechtigkeit Sins und der Gemeinde Sins war innerhalb kürzester Zeit die neue Linde an ihrem Platz.
«Wir bedanken uns herzlich bei der Familie Sachs, die für uns zum jungen Baum schauen wird», verkündete Eigensatz.
Nach dem ersten Wässern des Baums und dem Anbringen des Schutzzauns waren alle geladenen Pflanzzeu en zu einem Apéro riche eingeladen.
Die spirituelle Bedeutung der Linde
Die Linde, oder auch Baum des Herzens genannt, steht für Gemeinschaft und Schutz, Sanftheit und Trost. Die herzförmigen Blätter verliehen der Linde seit jeher die Symbolik der Liebe, des Mitgefühls und der Verbundenheit. In der germanischen Mythologie ist sie der Göttin Freya, Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, geweiht. Im christlichen Glauben wurde sie oft mit der Jungfrau Maria verbunden, da ihre schützende Krone Geborgenheit ausstrahlt.
Der spirituelle Standort in Sins
Der Pflanzplatz ist auf einem Grundstück zwischen dem Gemeindehaus und der katholischen Kirche Mariä Geburt. Verbindet man die Punkte auf der Karte miteinander, also Kirche, Gemeindehaus und Baum, ergibt sich ein Dreieck.
Für kommende Generationen
Dort, wo Gerechtigkeit, Schutz, Mitgefühl und Verbundenheit zusammen kommen, steht nun wieder ein junger Lindenbaum. Er darf für die kommenden Generationen gedeihen, gross und mächtig werden und vielleicht – so Gemeindeammann Jakob Sidler – wird eines schönen Tages ein Bänklein darunter stehen.