Eine kleine Chilbi wird zum Familienfest
25.10.2024 Region, DietwilFenkrieden Das milde Wetter lockte am Sonntag viele Besuchende an das Patrozinium des Hl. Wendelin und die anschliessende Chilbi. Im Festzelt sorge das Duo Rostfrei für freudige Unterhaltung.
rah/ci | Wer am Sonntag in den kleinen Weiler Fenkrieden ...
Fenkrieden Das milde Wetter lockte am Sonntag viele Besuchende an das Patrozinium des Hl. Wendelin und die anschliessende Chilbi. Im Festzelt sorge das Duo Rostfrei für freudige Unterhaltung.
rah/ci | Wer am Sonntag in den kleinen Weiler Fenkrieden abbog, merkte schnell, dass hier etwas los war. Viele Autos parkierten in den offenen Lücken am Bord der Strasse entlang. Wer weiter fuhr, stand plötzlich vor einem Warndreieck. Hier war also der Festbetrieb.
Attraktionen
Das Dreieck diente zur Verlangsamung des Verkehrs. Denn die Chilbi war verteilt auf beide Strassenseiten. Auf der einen Seite lockte das Angebot für die Kinder. Das Highlight war die Hüpfburg. Aber auch der lustige Kirschsteinspielplatz in einem Schiffscontainer brachte Spass und Verweilung für die Kleinsten. Es gab darin sogar ein kleines Klettergerüst mit abschliessender Rutschbahn.
Festbetrieb
Auf der anderen Strassenseite war das Festzelt. Feine Köstlichkeiten wie Risotto, Raclette, Würste oder Lebkuchen warteten auf die hungrigen Gäste. Im Festzelt wurde bei einem Kafi-Schnaps gerne auch dem Duo Rostfrei zugehört.
Dahinter gab es weitere kleinere Attraktionen für die Kinder. Unter anderem das lustige Gummistiefelschiessen oder das Nussknacken.
Richtiges Familienfest
Der 20. Oktober ist der Tag des Hl. Wendelin, und so gingen viele Fenkrieder am Vormittag erst in den Gottesdienst. Die Worte des Pfarrers und die musikalische Umrahmung durch das Rüsstal Jodelchörli stimmten die Kirchgänger für einen Festtag ein. «Früher feierten wir immer am 20. Oktober, egal welcher Wochentag es war. Da hatten wir unseren eigenen Feiertag zu Ehren unseres Kirchenpatrons. Heute geht das nicht mehr. Dieses Jahr fiel der Fenkrieder Feiertag auf einen Sonntag, und wir nutzten die Gelegenheit, um ein Dorf- und Familienfest zu feiern», informierte Erwin Rogenmoser, Organisator der Chilbi.
Rundweg ein Erfolg
Rogenmoser ist dankbar für den wunderbaren Tag. «Das gute Wetter spielte uns in die Hände.» Er geht von rund 200 Besuchern aus. «Am Vormittag und über den Mittag waren viele Kirchgänger an der Chilbi und nutzten die Gelegenheit zum Verweilen, Plaudern und Essen in der Festwirtschaft. Am Nachmittag waren viele Familien hier.» Abends zirka um 20 Uhr schlossen sie die Aussenwirtschaft und verlagerten das Feiern ins Restaurant, wo die letzten bis um 23 Uhr sitzen blieben. «Der ganze Tag war ein Erfolg. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung waren nur positiv.
Was uns besonders freute, war der Lösliverkauf. Innerhalb einer Stunde waren alle 500 Lösli verkauft, und der Frischkäse, der vor Ort vom Urner Älpler hergestellt wurde, war sehr begehrt bei den Gewinnern.»
Ein geschätztes Stück Dorftradition
Am vergangenen Sonntag lockte die traditionelle Chilbi des Ziischtigs-Club viele Besuchende aufs Schulareal. Bei einladendem Herbstwetter amüsierten sich Gross und Klein gleichermassen und zelebrierten ihre Dorfgemeinschaft.
EVELYNE HEEB
«Mami, chan ich no e Batze ha?» Die sechsjährige Livia tänzelte ungeduldig von einem Bein aufs andere und schielte in Richtung Schokokuss-Schleuder. Da hatte ihre Freundin eben erst getroffen und verdrückte genüsslich ihren süssen Gewinn. Nebenan strahlte Mael mit einem riesigen Teddybären in den Armen mit der Herbstsonne um die Wette. «Den habe ich beim Zielwerfen gewonnen», erzählte er stolz und huschte davon in Richtung Hüpfburg. Amelia beobachtete das muntere Treiben und stellte sich zum vierten Mal in die Schlange fürs Glücksrad-Drehen. «Das ist cool. Einmal drehen kostet einen Franken und man darf sich ein Geschenk aus einer Box aussuchen.» Die Szenerie erinnerte an ein Bild aus einem Wimmelbuch, auf dem es laufend Neues zu entdecken gibt. Eine Momentaufnahme eines bunten Chilbi-Tages, wie er seit 38 Jahren den Dietwiler Veranstaltungskalender bereichert.
Verschiedene Aktivitäten
Die Festivitäten begannen vormittags um 10 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst im Zelt, auf den Apéro und Mittagessen folgten. «Spiessbraten mit Risotto – das kommt seit Jahren gut an», sagte Urs Koch, Chilbi-Chef und Präsident des Ziischtigs-Club. Dazu gab es Livemusik. Das Trio «Uedliger Buebe» gab sein Repertoire zum Besten.
Am Nachmittag öffneten die Chilbi-Stände. Ortsansässige Vereine sowie eine Schulklasse liessen sich originelle Spielideen einfallen und warteten mit verschiedenen Attraktionen auf. Vom Ponyreiten über Dosenschiessen bis hin zum heissen Draht – daran fanden nicht nur die jüngsten Gäste Gefallen.
Als besonders beliebt entpuppte sich das «Meerschweinchen tippen». In welches Häuschen zieht sich der kleine Nager zurück? Wer richtig lag, machte sich mit einem Plüschtier als Gewinn von dannen.
Zum ersten Mal mit einem Stand an der Chilbi dabei waren die Freunde der Nauenfahrt. Für viele ein unbekannter Verein, obwohl er beinahe sechzig Mitglieder zählt. «Wir sind aus dem Einlegerverein heraus entstanden und ziemlich einfach gestrickt», erklärte ein Vereinsmitglied. «Wir treffen uns lediglich zweimal im Jahr – einmal an der GV und einmal zur Nauenfahrt.» Das über 100-jährige Güterschiff kann für Fahrten auf dem Vierwaldstättersee gemietet werden.
Geschätzter Treffpunkt
Wem der Rummel zu gross wurde, liess sich bei angenehmen Temperaturen auf den Festbänken nieder und genoss das gemütliche Beisammensein. Am Stand des Frauenturnens gab es lecker duftende Süssgebäcke zu kaufen, die vorzüglich zum Chilbi-Kafi passten. Die Dietwilerin Doris Sidler schätzt es sehr, dass die Chilbi alle Jahre wieder auf die Beine gestellt wird. «Hier treffe ich Leute, die ich sonst das ganze Jahr über nicht sehe. Klein, familiär, einfach ein super Anlass.»
Genau diese Rückmeldungen sind es auch, welche den Ziischtigs-Club motivieren, diese Tradition am Leben zu erhalten. «Wir möchten etwas Gutes für die Dorfgemeinschaft tun. Und Geselligkeit passt zu uns», sagte Koch mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Wöchentlich am Dienstagabend treffen sich die 24 Clubmitglieder in ihrem Stammlokal. Eine geschätzte Auszeit vom Alltag. «Unser Verein bezweckt die Pflege der Kameradschaft unter uns männlichen Mitglieder», fassten gewisse Herren lachend zusammen.
Legendäres Jackpot-Tippspiel
Bevor sich gegen Abend die meisten Familien auf den Heimweg machten, stand die mit Spannung erwartete Auflösung des Tippspiels an. In diesem Jahr lautete die Schätzfrage: Auf wie viele Dienstjahre kommen alle aktiven Clubmitglieder zusammen? Den ganzen Tag über konnten die Besuchenden für einen Einsatz von zwei Franken Tipps abgeben. Die Hälfte des eingenommenen Betrags geht jeweils an den Ziischtigs-Club, die andere Hälfte wird als Gewinn ausbezahlt. René Ramsauer lag mit 541 Jahren goldrichtig und erhielt 420 Franken überreicht. «Jetzt wird mit einem Glas Wein gefeiert», kommentierte er seinen Gewinn. Und dies tat er in guter Gesellschaft. Bis kurz vor Mitternacht dauerten die Festivitäten an. Sehr zur Freude der Organisatoren, die sich tags darauf zufrieden zeigten: «Wetter, Stimmung, alles hat gepasst. Ein grosses Dankeschön allen helfenden Vereinen, die uns immer wieder tatkräftig unterstützen.»






