Ein Strassenprojekt für knapp zwei Millionen Franken
30.10.2026 MühlauDie Reussstrasse soll umfassend saniert werden. Gleichzeitig sind Massnahmen zum Schutz des Grundwassers vorgesehen. Die Bauarbeiten werden frühestens 2029 beginnen und möglichst mit dem Ersatz der Reussbrücke koordiniert.
RAHEL HEGGLIN
Rund 20 ...
Die Reussstrasse soll umfassend saniert werden. Gleichzeitig sind Massnahmen zum Schutz des Grundwassers vorgesehen. Die Bauarbeiten werden frühestens 2029 beginnen und möglichst mit dem Ersatz der Reussbrücke koordiniert.
RAHEL HEGGLIN
Rund 20 Interessierte fanden sich am Montagabend zur Informationsveranstaltung ein. Patrick Hochstrasser, Kreisingenieur und Projektleiter beim Kanton Aargau, sowie Stefan Marxer vom Ingenieurbüro Gerber + Partner AG stellten das Bauvorhaben vor.
Sanierung weitgehend im Bestand
Die Kantonsstrasse K349 verbindet Mühlau mit dem Zuger Ortsteil Bützen/Wannhäusern in Hünenberg. Der rund 380 Meter lange Sanierungsabschnitt beginnt beim Anschluss an die Luzernerstrasse und reicht bis zur Reussbrücke. Davon liegen 240 Meter innerorts und 140 Meter ausserorts. Diese Unterscheidung ist insbesondere für die Finanzierung relevant. Saniert werden muss der Abschnitt, weil sich die Strasse in einem schlechten Zustand befindet und die bestehenden Grundwasserschutzmassnahmen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Wie Projektleiter Hochstrasser erläuterte, soll die Strasse grundsätzlich in ihrer heutigen Linienführung erhalten bleiben. «Vorgesehen sind ein vollständiger Ersatz des Strassenbelags und der Randabschlüsse sowie stellenweise eine Erneuerung des Unterbaus», erklärte er. Die Fahrbahn wird künftig 5,50 Meter breit sein, der Gehweg auf der nördlichen Strassenseite zwischen 1,80 und 2 Metern. Gegenüber der Fahrbahn wird er weiterhin durch ein erhöhtes Trottoir abgegrenzt.
Grundwasser besser schützen
Eine besondere Herausforderung stellt der Sembach dar, der entlang der Strasse verläuft. Dort sind teilweise Risse und Verschiebungen im Bereich des Gehwegs und der Böschung festzustellen. «Um die Strasse langfristig zu sichern, wird auf einem Teilabschnitt eine neue Stützmauer errichtet», so Hochstrasser. Bestehende Stützkonstruktionen werden soweit möglich erhalten und bei Bedarf instand gestellt. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts betrifft den Grundwasserschutz. Im östlichen Abschnitt, wo die Strasse durch die Schutzzonen führt, sind spezielle Randabschlüsse und eine angepasste Strassenentwässerung vorgesehen. Damit soll verhindert werden, dass verschmutztes Strassenwasser unkontrolliert in den Boden gelangt. «Damit die Massnahmen mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft vereinbar sind, sind Randabschlüsse vorgesehen, die trotz ihrer Schutzfunktion mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen überfahren werden können», informierte Marxer vom Ingenieurbüro.
Die Strassensanierung wird mit verschiedenen Werkleitungsprojekten verbunden. Die Gemeinde plant unter anderem Anpassungen an der Kanalisation und den Pumpenleitungen. Zudem wird die Strassenbeleuchtung vollständig auf LED umgestellt.
Zusammenhang mit der neuen Reussbrücke
Eng verbunden ist die Sanierung mit dem geplanten Ersatz der Reussbrücke. Das Brückenprojekt ist zwar ein eigenständiges Vorhaben, soll jedoch nach Möglichkeit zeitgleich mit den Arbeiten an der Reussstrasse umgesetzt werden. Mit dem Neubau der Brücke will man auch die Gewichtsbeschränkung der Fahrzeuge von heute 8 auf neu 18 Tonnen erhöhen. An der Informationsveranstaltung wurde deshalb auch die Frage gestellt, ob die neue Brücke zusätzlichen Verkehr durch Mühlau bringen könnte. «Da die Brücke nur eine Breite von 5 Metern aufweist und die Strasse auf der Zuger Seite eine Gemeindestrasse ist, rechnen wir nicht mit einer wesentlichen Verkehrszunahme», erklärte Hochstrasser. Während der Bauphase wird die Brücke für den Verkehr gesperrt. Für Fussgänger und Velofahrende soll es ein Provisorium geben. Wo genau dieses die Reuss quert, ist noch nicht definiert.
Kreditbeschluss an der Gemeindeversammlung
Da die Brücke in der Verantwortung des Kantons liegt, muss sich Mühlau nicht an den Sanierungskosten beteiligen. Gleiches gilt beim Strassenprojekt für den Ausserortsabschnitt. Nur für die Sanierung des Innerortsabschnitts kommen Kosten auf die Gemeinde zu. Diese belaufen sich auf rund 403’000 Franken. Das Gesamtprojekt kostet 1’936’000 Franken. Die Beteiligung der Gemeinde beträgt seit 2022 35 Prozent. Davor waren es 41 Prozent. Über den Kredit wird der Souverän an der Gemeindeversammlung vom 10. November befinden. Wird er genehmigt, wird das Projekt im Frühling 2027 öffentlich aufgelegt. Erst nach Abschluss des Einwendungsverfahrens folgt das Landerwerbsverfahren. Gerechnet wird dafür im Jahr 2028. Läuft alles nach Plan, kann mit der Sanierung 2029/2030 begonnen werden.
Kurze Diskussionsrunde
In der anschliessenden Diskussionsrunde zeigte sich, dass das Projekt auf keinen grossen Widerstand stösst. Wichtig ist den Anwohnenden allerdings, dass die Zufahrten zu ihren Liegenschaften gewährleistet sind und die Sperrung der Brücke nicht allzu lange dauert. Dazu informierten die Verantwortlichen, dass sie mit rund anderthalb Jahren Bauzeit rechnen. Auch die möglichst rasche Anpassung der Grundwasserschutzzone an die heutigen Anforderungen wurde ausdrücklich gefordert.



