Ein straffes Arbeitsprogramm für die Repla
27.03.2026 RegionNeue Vorstandsmitglieder und grosse Pläne prägten die Abgeordnetenversammlung Repla Oberes Freiamt.
ake | Das Bild einer mächtigen Eiche. Vizepräsidentin Marlis Villiger ist nicht die einzige, die es mit Pius Wiss in Verbindung bringt. Als ...
Neue Vorstandsmitglieder und grosse Pläne prägten die Abgeordnetenversammlung Repla Oberes Freiamt.
ake | Das Bild einer mächtigen Eiche. Vizepräsidentin Marlis Villiger ist nicht die einzige, die es mit Pius Wiss in Verbindung bringt. Als Präsident war Wiss der ruhige Pol im Vorstand der Repla Oberes Freiamt. In seine Fussstapfen tritt nun Rainer Heggli, Gemeindeammann von Merenschwand.
Geerdet und stark. Sie trotzt Wind und Wetter, steht aufrecht da. In ihrer Nähe fühlt man sich wohl und sicher. Der Vergleich von Pius Wiss mit einer mächtigen Eiche passt. Marlis Villiger, Vizepräsidentin der Repla Oberes Freiamt, bezeichnet Pius Wiss als vorbildlichen Präsidenten mit optimistischer Einstellung, dossiersicher, souverän und mit gefestigten Zielen.
Räber kündigt Abschied an
Weil Jürg Barmettler nach seinem Rücktritt als Gemeinderat in Beinwil auch als Vorstandsmitglied aufhört, wurde nicht nur ein neuer Präsident gewählt, sondern auch ein neues Vorstandsmitglied. Dieses heisst Stefan Hafen und ist Gemeinderat in Bünzen. Neu als Präsident amten wird Rainer Heggli, Gemeindeammann in Merenschwand. Neue Namen tauchen auch in der Kontrollstelle auf, nachdem alle drei Bisherigen in ihren Gemeinden aus der Finanzkommission demissionierten. Neu übernehmen diese Aufgabe Reto Brun, Merenschwand, Simone Di Sanzo, Muri und Ken Isenegger, Sins. Und weitere personelle Veränderungen stehen an. Daniel Räber kündigte an, im ersten Quartal des kommenden Jahres seine Tätigkeit als Leiter der Geschäftsstelle abzulegen.
Repla investiert in Wirtschaftsund Standortförderung
Neu ist das Thema nicht. Nun kommt es aber mit dem sechsfachen Ja an der Abgeordnetenversammlung so richtig aus den Startlöchern. Schon im Regionalen Raumkonzept 2040, das 2018 verabschiedet wurde, ist die Wirtschafts- und Standortförderung ein Thema. «Es fehlten schlicht die Ressourcen, um das anzugehen.» Im letzten Jahr entstand nun das Konzept, per 1. Januar 2027 sollen Einführung und Betrieb starten. Das Ziel dabei ist klar: eine professionelle, mit ausreichend personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattete Stelle, die sich der Umsetzung von Massnahmen für die Wirtschafts- und Standortförderung widmet. Regionale Identität fördern, den Zusammenhalt stärken, die Nachhaltigkeit als Leitmotiv sehen – so umschreibt es Repla-Geschäftsstellenleiter Daniel Räber. Positive Auswirkungen ahnt er verschiedene: «Eine geförderte Standortattraktivität und Wirtschaftskraft, eine sichtbarere Ausbildungs- und Arbeitsregion.» Räber ist überzeugt, dass davon auch die Gemeinden profitieren, gerade im Bereich der Koordination. Und die Unternehmen, die auf bessere Rahmenbedingungen hoffen dürfen. Und die Arbeitnehmern, die von einem attraktiven Arbeitsmarkt vor Ort profitieren. Handlungsziele sind ebenfalls definiert: Das Selbstbewusstsein als Region stärken. «Wir dürfen weiss Gott stolz auf unser Oberes Freiamt sein», ist Räber überzeugt. Auch die Förderung eines sanften Tourismus ist eines der Ziele. «Miteinander wird es möglich», ist Räber überzeugt.
Fünf statt bisher drei Franken
Dass das nicht mit dem bisherigen Beitrag von drei Franken pro Einwohner geht, dürfte auf der Hand liegen. Auch wenn die Zentrumsgemeinden Muri 30’000 Franken und Sins 15’000 Franken zusätzlich zahlen. «Alles, was in diesem Bereich bisher läuft, geht über mein Pensum heraus», betont Räber. Er weiss aber auch, dass die drei Franken pro Einwohner im Vergleich zu ähnlichen Organisationen in anderen Regionen wenig sind. «Im Knonaueramt zahlen die Gemeinden pro Einwohner fünf Franken für die Repla und fünf Franken für die Wirtschaftsförderung.» So stark ist der Anstieg nicht geplant. Räber spricht von dosiertem Wachstum auf fünf Franken pro Person. Zur Finanzierung tragen auch jährliche Fördergeldbeiträge in der Höhe von 30’000 Franken bei.
Mit Geld allein ist es aber nicht getan. Es braucht Pensen, personelle Ressourcen, um das Projekt anzugehen. Schon per 1. April kommen 25 Prozent dazu – das wurde via Budget genehmigt. Und per 1. Januar 2027 haben die Abgeordneten total 125 Stellenprozente genehmigt. Konkret betroffen ist dabei nicht nur die Geschäftsstellenleitung, sondern auch Experten, die auf Mandatsbasis hinzugezogen werden.
Bis es dann 2027 losgehen kann, gilt es aber noch, einige Pendenzen abzuarbeiten. «Etwa die Namensgebung.» Repla Oberes Freiamt? Oder doch Freiamt.Mittendrin? «Da müssen wir aufräumen.» Zudem gilt es, Pflichtenhefte auszuarbeiten, einen Förderverein zu schaffen. Mit dem Ja zu den sechs Anträgen rund um Wirtschafts- und Standortförderung ist dafür der wichtigste Schritt getan.
Betriebe ausserhalb der Bauzone
Gewerbliche Betriebe ausserhalb des Baugebiets, das gibt es auch im Freiamt – und das nicht selten. «Regionale Arbeitszone» heisst darum ein Projekt, dass den Regionalplanungsverband intensiv beschäftigt. Vizepräsidentin Marlis Villiger erzählte, dass man sich mittlerweile einen Überblick verschafft habe. Nun sei man intensiv daran, die Zukunftsabsichten der betroffenen Betriebe zu eruieren. «Damit im Replagebiet zonengerechte Alternativen gesucht werden können», erklärte Villiger. Unterstützt wird die Repla dabei von Claudia Heger. Auf Mandatsbasis nimmt sie sich dieses Themas an, damit es als Bestandteil des nachhaltigen Areal- und Flächenmanagements vorwärts gebracht werden kann. Heger ist dabei die zentrale Anlaufstelle, für betroffene Betriebe, für Gemeinden. Und sie ist daran, mit vielen Gemeinden Kontakt aufzunehmen, um über Potenzial und Möglichkeiten zu sprechen.
Vorgelagerte Wohnformen werden zum Thema
Das Arbeitsprogramm des Vorstandes zeigt viele weitere Themen: Durchführung Spurphase Mobilitätsstrategie 2050 und regionale Stellungnahmen zu Nutzungsplanungen sind nur zwei Beispiele dafür. Langweilig wird es auch in den Kommissionen nicht. Die Wirtschaftskommission will beispielsweise den Brand «Freiamt.Mittendrin» festigen, die Vernetzung vorantreiben. Bei der Landschaftskommission steht die Überarbeitung des Landschaftsentwicklungsprogramms an. Die Fachgruppe «Alter und Gesundheit» befasst sich mit der integrierten Versorgung und legt einen Schwerpunkt auf vorgelagerte Wohnformen. Denn in den kommenden Jahren werden die Pflegeplätze immer knapper. Ebenfalls soll eine Spurgruppe zur Erarbeitung konkreter Vorschläge in den Bereichen «Gesundheitsprävention» und «Selbstverantwortung» eingesetzt werden. Die ÖV-Kommission Freiamt befasst sich mit den Entwicklungen beim Bus- und Schienenverkehr.
Deponien beschäftigen in Dietwil, Boswil und Kallern
Präsident Pius Wiss informierte zudem über laufende Projekte. So findet diesen Frühling ein regionaler Workshop zum Velonetz statt. Zusammen mit der IG Seetal soll auf dem Lindenberg ein Mountainbike-Projekt realisiert werden. «Legale Kurse, statt bisher viele illegale Trails», sagt Wiss dazu. Zudem läuft das Projekt «Hochwasserschutz Reuss» weiter. Und die Aushubdeponien im Freiamt beschäftigen. Bei jener in Dietwil läuft die Nutzungsplanung für die Erweiterung und bei der neu geplanten Deponie «Höll» auf dem Gemeindegebiet von Boswil und Kallern läuft das Gestaltungsverfahren.


