Ein Sonntag mit Wetterglück und Chilbi-Fieber
23.10.2026 DietwilDer Chilbi-Sonntag war ein gelungener Tag voller guter Stimmung, Spiel, Spannung, Musik und Gemeinschaft. Die Organisatoren gehen von rund 400 Besuchern aus.
IRIS CAGLIONI
Die Prognosen waren schlecht, doch jemand hatte wohl einen guten Draht zu Petrus und die ...
Der Chilbi-Sonntag war ein gelungener Tag voller guter Stimmung, Spiel, Spannung, Musik und Gemeinschaft. Die Organisatoren gehen von rund 400 Besuchern aus.
IRIS CAGLIONI
Die Prognosen waren schlecht, doch jemand hatte wohl einen guten Draht zu Petrus und die Organisatoren konnten ein zusätzliches Festzelt aufbauen. «Das Wetter ist gut, wäre keine Biese, dann hätten wir einen perfekten Herbsttag», meinte Jean-Pierre Blesi, der so wie viele Dietwiler bereits vor Chilbi-Beginn auf dem Schulhausareal anzutreffen war. Organisiert wurde der Tag vom Verein «Ziischtigsclub», und das bereits zum 40. Mal.
Christlicher Start in den Sonntag
Mit einem Gottesdienst im Festzelt, zelebriert von Pastoralraumleiter Johannes Frank, startete der traditionelle Chilbi-Sonntag. «Eines unserer Mitglieder, René Stadelmann, offerierte den Apéro» informierte Urs Koch, Präsident des Vereins.
In der Zwischenzeit war die Küchencrew fleissig an den Vorbereitungen des Mittagessens. Neben dem grossen Festzelt, welches am Schulhausunterstand angebracht war, wurde Spiessbraten am laufenden Band produziert.
Schon vor 12 Uhr konnten die Chilbi-Besucher das legendäre Mittagessen, Spiessbraten und Risotto, geniessen. «Es schmeckt supergut, der Braten, das Risotto – so wie immer», lobten die Gäste. In einem weiteren Zelt brutzelten auf dem Grill Bratwürste, und in der Fritteuse wurden Pommes knusprig. Fleissige Helfer weibelten mit Servicetabletts, voll beladen mit Getränken, umher.
Chilbi-Start ab 13 Uhr
Die typischen Budenstände einer Chilbi waren ab 13 Uhr offen. Auf dem unteren Teil des Pausenplatzes hatten der FC, die Schule und die Jubla ihre Spiele nicht nur für die Treffsicheren aufgebaut, sondern auch für diejenigen, die es einfach einmal ausprobieren wollten. Bei den Samaritern konnte man mit Pfeilen auf Ballone schiessen, bei den Hasenwürgern mit dem Hammer Nüsse knacken. Was zählte, war Mitmachen. Und das mit dem kleinstmöglichen Einsatz. Die Gewinne, auch wenn sie noch so klein waren, liessen die Augen strahlen und motivierten für weitere Spiele.
Im Festzelt wurde die Gemeinde mit Musik von vier verschiedenen Formationen unterhalten. Die Musikgesellschaft Dietwil umrahmte den Gottesdienst, beim Mittagessen spielte das Örgeli-Trio Birrer-Portmann, am Nachmittag zeigten die Rüter Dorfspatzen und die Brass-Kleinformation R7 ihr Können.
Ein Stand für süsse Träume
Chilbi-Süssigkeiten und Kuchen für jeden Geschmack wurden von den Frauen des Frauenturnens verkauft. Da hatte wohl so mancher Kunde die Qual der Wahl – oder musste vielleicht zwei Mal den Stand besuchen. Es gab zig Sorten, vom Apfelstrudel bis zur Schwarzwäldertorte.
Für die Daheimgebliebenen als Mitbringsel oder zum eigenen Glück konnten «Genuss-Säckli», gefüllt mit Magenbrot oder Schenkeli, gekauft werden. Es war beinahe unmöglich, an diesem süssen Stand einfach vorbeizugehen.
Die witzige Schätzfrage
Wie viele Millimeter Unterschied hat der Bauchumfang des wohlhabendsten und des sportlichsten Ziischtigsclub-Mitglieds? Das war die unmögliche und witzige Schätzfrage des Tages. Gewinn war wie immer die Hälfte des gesamten Tipp-Einsatzes, dieses Jahr waren das 475 Franken. Die Spielregeln waren unverändert: 1 Tipp, 1 Franken. Das Los wurde um 17 Uhr gezogen. Zu acht waren die Gewinner. Sie alle hatten exakt getippt, nämlich 557 Millimeter. Jeder konnte 60 Franken in die Tasche stecken oder vielleicht bis in die Nacht hinein verzechen.
Fazit der Organisatoren
Urs Koch und seine aktiven Helfer bauten am Montag die Zelte wieder ab. «Wir hatten einen super Tag. Das Wetter war genau richtig – richtiges Chilbi-Wetter. Aber die Festbänke waren bis 22 Uhr immer sehr gut besetzt. Danach waren es nur noch wenige, die zäh bis um Mitternacht sitzen blieben.»
Zudem meinte Koch: «Das Brauchtum soll erhalten bleiben. Wir organisieren dieses Fest für die Kinder und die Familien. Es ist jedes Mal schön, so viele positive Rückmeldungen zu erhalten.»




