Ein Lebkuchen-, Zuckerguss- und Schoggitag
22.11.2024 MühlauDer Lebkuchen gehört in die Vorweihnachtszeit wie der Samichlaus und das Kerzenziehen. Die Klausgesellschaft Mühlau lebt diese Traditionen. Am Samstag fand ein gemütlicher Familientag mit Lebkuchenverzieren statt.
IRIS CAGLIIONI
Im grossen Saal, ...
Der Lebkuchen gehört in die Vorweihnachtszeit wie der Samichlaus und das Kerzenziehen. Die Klausgesellschaft Mühlau lebt diese Traditionen. Am Samstag fand ein gemütlicher Familientag mit Lebkuchenverzieren statt.
IRIS CAGLIIONI
Im grossen Saal, zuoberst im Gemeindehaus, wurde zwischen 10 und 16 Uhr emsig gearbeitet. Kleine und grosse Hände waren darum bemüht, etwas Schönes zu gestalten oder dabei zu helfen. Die Klausgesellschaft Mühlau lud zum traditionellen Lebkuchenverzieren ein.
Schon früh am Morgen waren die fleissigen Mitglieder des Vereins vor Ort, stellten auf, was nötig war: die Arbeitstische, wo später die Kinder und ihre Begleitpersonen kreativ wirken durften, Tische für die Utensilien wie Zuckerwerk und Resteverarbeitung, ein grosser Tisch für das gemeinsame Zusammensitzen, Essen und Plaudern.
Luftig und aromatisch
Wer glaubte, dass hier die pickelharten Lebkuchen dekoriert werden, der lag total falsch.
Die Vereinsmitglieder lieferten insgesamt 14 Backbleche voller selbstgebackener luftiger Lebkuchen. Alle benutzten dafür dasselbe Rezept. Aus diesen Blechlebkuchen wurde das gewünschte Sujet mit den vorhandenen Ausstechern ausgestochen. Es gab grössere und kleinere Formen wie Herzen oder Sterne, den Nikolaus oder einen Engel. Auch ein Stiefel oder ein Tannenbaum waren dabei. In Spritzen abgefüllt war ein Zuckerglasurleim, der dafür sorgte, dass die Smarties, Mini-Marshmallows oder die bunten Zuckerstreusel auf der Lebkuchenoberfläche auch klebenblieben.
Ein Erlebnis für Kinder
Selina kam mit ihrem Grossmami. Sie weiss, dass sie bereits vor einigen Jahren hier war, kann sich aber nicht mehr genau erinnern. «Ich dekoriere einen Engel. Und wenn ich dann zu Hause bin, zeige ich ihn meinem Mami, Papi und Grosspapi.» Wann genau sie den Lebkuchen essen will, kann sie noch nicht sagen. Aber sie will ihn mit allen teilen.
Der neunjährige Lenny ist das erste Mal hier und hat einen kunterbunten Lebkuchentannenbaum geschmückt. Der siebenjährige Levin wirbelt durch den grossen Saal. Seine Eltern sind Vereinsmitglieder, und er ist der jüngste aller Helfer. «Ich habe alles selbst gemacht», verkündet er stolz und zeigt seinen Engel. Sein Mami lobt ihn: «Er hat sogar zu Hause geholfen, den Lebkuchen zu backen.»
«Wer häd de Läbchueche stibizt?»
So hiess die spannende Geschichte, welche die Märli-Fee am Vormittag und am Nachmittag den Kindern erzählte. Melanie Erb ist Mutter einer vierjährigen Tochter, gelernte Kleinkindbetreuerin und liebt es, Kindern Geschichten zu erzählen. So ergab es sich, dass sie für die Klausgesellschaft als Märli-Fee auftrat. In ihrem rotweissen langen Gewand mit den goldenen Bordüren sass sie auf dem edlen Stuhl und fesselte die Kinder mit ihrer einnehmenden Art.
Die Organisatoren sind zufrieden
«Wir können auf einen wunderbaren Tag zurückblicken», meinte Sandra Hadorn, die seit zwei Jahren diesen Event organisiert. Seit mindestens zwölf Jahren organisiert die Klausgesellschaft solche Familiennachmittage. Ein Jahr werden, wie heuer, Lebkuchen dekoriert, ein Jahr ziehen sie Kerzen. «Das machen wir alternierend, damit immer Abwechslung herrscht. Nebst dem kreativen Teil gibt es jeweils für die Besucher eine Bratwust vom Grill und warme und kalte Getränke für wenig Geld zu kaufen. Der Unkostenbeitrag für die Produkte, also Lebkuchen oder Kerze, ist ebenfalls moderat. «Es soll kostendeckend sein», so Hadorn.
Und was passiert mit den vielen Resten?
Ein Teil der Lebkuchenreste wird tagsüber schnabuliert – denn zum Kaffee und so zwischendurch ist das einfach lecker. Ein weiterer Teil wird in Cake-Pops verwandelt, sie produzieren mindestens 80 Stück. Das geht wie folgt: Die Reste werden gemahlen, mit Honigwasser befeuchtet, zu Kugeln geformt, aufgespiesst und mit flüssiger Schokolade überzogen. Danach werden sie liebevoll mit Zuckerkonfetti und Goldstaub dekoriert, eingepackt, und jeder Lebkuchendekorateur darf eines mitnehmen. Die Übrigen verkaufen sie für einen Franken am Abend des Klauseinzugs.