Ein Garten mit vielen kleinen Apéroplätzchen
17.07.2026 DietwilDer rund 250 Quadratmeter grosse Garten von Ursi und Toni Steiner ist für die ganze Familie Rückzugsort, Kreativwerkstatt und Treffpunkt zugleich. Besonders die sechs Grosskinder profitieren von der grünen Oase, in der fast das ganze Jahr über etwas geerntet, entdeckt ...
Der rund 250 Quadratmeter grosse Garten von Ursi und Toni Steiner ist für die ganze Familie Rückzugsort, Kreativwerkstatt und Treffpunkt zugleich. Besonders die sechs Grosskinder profitieren von der grünen Oase, in der fast das ganze Jahr über etwas geerntet, entdeckt oder genascht werden kann.
RAHEL HEGGLIN
Viele der angebauten Gemüse- und Obstsorten orientieren sich an den Vorlieben der Enkelkinder. Himbeeren, Brombeeren, Gurken, Rüebli und Cherrytomaten gehören zu den Favoriten. «Wenn die Grosskinder kommen, gehen sie zuerst durch den Garten und schauen, wo es etwas zum Naschen gibt», erzählt die 64-Jährige und fügt eine lustige Geschichte an: «Als die Grosskinder wieder einmal ihre Pflanzwünsche anbringen durften, wünschte sich ein Enkel einen Fleischkäse-Baum mit Grosspapis Fleischkäse.» Diesen gibt es in Steiners Garten zwar nicht, dafür ergänzen Salate, Sellerie, Fenchel, Randen und zahlreiche weitere Gemüsesorten das Gartenangebot. Während der Sommermonate müssen die Steiners kaum Gemüse einkaufen. Nur vereinzelt landen Produkte wie Peperoni im Einkaufskorb, weil diese im eigenen Garten weniger gut gedeihen.
Naturnah statt exotisch
Nebst dem grossen Gemüsegarten sind immer wieder Ecken mit Blumen, Pflanzen und Sitzgelegenheiten angelegt. Besonders wichtig ist den Besitzern, dass die Pflanzen einheimisch sind. «Exotische Gewächse kommen bei uns nicht infrage. Wir möchten hier Arten, die zur Region passen und einen Beitrag zur Biodiversität leisten», erklären die beiden. Auch bei der Gestaltung achten sie auf Regionalität. So stammen die Steine für die Sitzplätze und Wege aus der näheren Umgebung und wurden in einer Kiesgrube beschafft.
Der Garten ist ein laufendes Projekt
Der Garten ist über viele Jahre hinweg gewachsen und verändert worden. Zwar wurde bei der Erstellung des Hauses in den 90er Jahren ein Gartenbauer beigezogen, doch seither haben die Steiners Wege, Sitzplätze und zahlreiche gestalterische Elemente selbst angelegt. Inspirationen findet sie auf Wanderungen oder bei Reisen. Dabei genügt oft ein interessantes Detail in einem fremden Garten, um zu Hause ein neues Projekt anzustossen. So entstand etwa eine Sichtschutzwand aus Holz nach einer Reise in die Westschweiz. «Für uns ist der Garten ein fortlaufender Prozess, der sich ständig weiterentwickelt. Der Garten ist nie fertig», sagt Ursi.
Um die Kräuter, das Gemüse, die Blumen und Pflanzen schonend zu halten, setzen die beiden beim Pflanzenschutz weitgehend auf natürliche Methoden. «Brennesslegülle» dient als Dünger, während Knoblauchwasser Läuse und Eierschalen Schnecken fernhalten sollen.
Erholung statt Arbeit
Während andere Menschen Gartenarbeiten als anstrengende Pflicht betrachten, empfindet Ursi sie als Erholung. Stundenlang kann sie zwischen Beeten und Blumen verbringen, ohne die Zeit wahrzunehmen. «Wenn ich den ganzen Tag gearbeitet habe, ist der Garten für mich eine Belohnung», erklärt sie. Oft stellt sie ihren Kaffee kurz ab, beginnt mit einer kleinen Tätigkeit und merkt erst eine Stunde später, dass das Getränk längst kalt geworden ist.
Arbeit gibt auch die Bewässerung an heissen Sommertagen. Besonders Temperaturen über 30 Grad bereiten Sorgen. Dann wird sorgfältig von Hand gegossen, damit das Wasser direkt zu den Wurzeln gelangt und die Blätter geschont werden.
Viele Plätze für jede Jahreszeit
Im gesamten Garten finden sich fünf liebevoll gestaltete Apéroplätzchen. «Jedes bevorzugen wir zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten», erklären die beiden und ergänzen: «Unter der Pergola ist es vor allem im Sommer angenehm kühl, das nordöstlichste hat dafür im Herbst immer noch schön Sonne und dasjenige mit dem Bänkli nutzen vor allem unsere Enkel.» Entstanden sind die Sitzgelegenheiten, wie auch der gesamte Garten, nicht nach einem festen Plan, sondern Schritt für Schritt über die Jahre hinweg.





