Dunkle Wolken über dem Schrebergarten
22.11.2024 AuwAlle Jahre wieder – dieses Jahr sogar bereits zum 73. Mal – startet die Theatergruppe Auw am vergangenen Samstag in ihre Theatersaison. Eine Traditionsveranstaltung, die jeden November aufs Neue grossen Anklang findet, nicht nur im Dorf und den umliegenden ...
Alle Jahre wieder – dieses Jahr sogar bereits zum 73. Mal – startet die Theatergruppe Auw am vergangenen Samstag in ihre Theatersaison. Eine Traditionsveranstaltung, die jeden November aufs Neue grossen Anklang findet, nicht nur im Dorf und den umliegenden Gemeinden.
DEBORAH VILLIGER
Seit bald einem dreiviertel Jahrhundert stellt die Theatergruppe Auw jährlich ein neues, abwechslungsreiches Programm auf die Beine. «Zoff im Paradies» lautet der Titel der Komödie, welche die fünf Schauspielerinnen und sechs Schauspieler in den vergangenen Wochen während rund 40 Proben einstudiert haben. Neben den teilweise langjährigen Mitgliedern durfte sich das Publikum zudem über zwei neue Gesichter auf der Bühne freuen. Mit Melanie Zürcher und Vanessa Condor, welche vor knapp 30 respektive 20 Jahren das letzte Mal auf der Auwer Theaterbühne auftraten, kehrten zwei Ehemalige an ihre alte Wirkungsstätte zurück.
Wenn der «Gartensegen» schief hängt
Für die 240 Besucherinnen und Besucher gab es am Premieren-Abend neben dem Begrüssungs-Apéro auch ein abwechslungsreiches 3-Gänge-Menü. Die weisse Randensuppe sowie das Stroganoff-Geschnetzelte mit Gemüsereis kamen bei den Gästen sehr gut an. Gut gestärkt wartete das Publikum in der Mehrzweckhalle Auw dann gespannt auf den Beginn der Aufführung. Der sich öffnende Vorhang gab den Blick frei auf die detailliert gestaltete Kulisse einer Kleingartensiedlung Namens Paradies. Ein kleines, idyllisches Flecklein Erde, ein Ort für Gärtnerliebhaber und Ruhesuchende – ein richtiges Paradies eben. Doch der Schein trügt, denn paradiesisch ist in diesem Schrebergarten kaum noch etwas. Denn schnell stellt sich heraus, dass die Parzellenbesitzer mit so einigen Problemen zu kämpfen haben. Der strenge Aktuar und Vize-Präsident der Kleingartenvereinigung, Hugo Peterlie, macht seinen Mitgärtnerinnen und Mitgärtnern mit Regeln und Statuten das Leben schwer. Doch nicht nur das. Seit kurzer Zeit treiben auch Jugendliche aus dem nahe gelegenen Industriegebiet ihr Unwesen im «Paradies». Mit ihren nächtlichen Partys und anschliessenden Vandale-Akten sorgen sie für grossen Unmut unter den Parzellen-Besitzern. Manch ein langjähriger Schrebergärtner hat seinen Pachtvertrag sogar bereits deswegen gekündigt.
Eine bunte Mischung
Auch innerhalb des «Paradies» treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander, was immer wieder für Lacher sorgt. Neben Vize-Präsident Peterlie mit seinen Statuten sorgt der Sicherheitsdienst Sidi mit seinem imaginären Vierbeiner Hasso für Ordnung in den Parzellen – wenn auch mehr schlecht als recht. Den Aufwand einer Verstossmeldung scheuend, drückt er für Fredy Klee daher beide Augen zu, als dieser entgegen der Kleingartenregelungen wiederholt in seiner Laube übernachtet. Zu ihm gesellt sich das Ehepaar Blumer, bestehend aus dem Hippie Jo, der für den Hanfanbau in seinem Blumenbeet aus dem Vereinsvorstand geworfen wurde, und seiner Frau Sofie, einer ehemaligen weltbekannten Schauspielerin, wie sie sich gerne selber bezeichnet. Bemitleidenswert ist der arme Willi Bohnenblust, der mächtig unter der Fuchtel seiner Frau Rosa steht. Und dann ist da auch noch Alexandra Sommer, die neue im Bunde der Kleingärtner, die sich auffallend interessiert für die Geschehnisse rund ums «Paradies» informiert.
Gelungene Premiere
Trotz des Ärgers über die chaotischen und lauten Nachbarn aus dem Industriegebiet entscheidet sich der Laubenbesitzer Fredy Klee dennoch, den faulen, aber liebenswürdigen Vagabund Philipp bei sich in der Laube übernachten zu lassen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten gewinnt der junge Freigeist schnell die Sympathie der übrigen Gärtner, und auch seine Freundin Sändy, die ihm kurze Zeit später in die Anlage folgt, tut es ihm gleich. Als dem Scherbergarten bald darauf das endgültige Aus droht, schliessen sich die einst verhassten Parteien zusammen, um die Kleingartenvereinigung zu retten. Ob es ihnen schlussendlich gelingt, das Schlimmste abzuwenden und dem Ursprung der Vorkommnisse auf den Grund zu gehen?
Unter frenetischem Applaus verabschiedeten sich die elf Darsteller um kurz nach 23 Uhr von der Bühne. Der Auftakt für die Theateraufführung 2024 ist den Schauspielenden auf jeden Fall hervorragend gelungen.
Weitere Darbietungen:
Samstag, 23. November, 20 Uhr
Sonntag, 24. November, 14 Uhr
Donnerstag, 28. November, 20 Uhr
Samstag, 30. November, 20 Uhr (Dernière)


