Seit Langem sind die bestehenden Kirchenpflegemitglieder auf der Suche nach Mitstreitern. Mittlerweile hat das ganze Gremium den Rücktritt auf Ende Jahr gegeben. Trotz vieler Gespräche findet sich niemand. Bleibt als Ausweg nur die sehr kostspielige Zwangsverwaltung? ...
Seit Langem sind die bestehenden Kirchenpflegemitglieder auf der Suche nach Mitstreitern. Mittlerweile hat das ganze Gremium den Rücktritt auf Ende Jahr gegeben. Trotz vieler Gespräche findet sich niemand. Bleibt als Ausweg nur die sehr kostspielige Zwangsverwaltung?
IRIS CAGLIONI
Die aktuelle Kirchenpflege besteht aus der Präsidentin ad interim Silvia Leuthard, dem Vizepräsidenten Manfred Müller und der Aktuarin Susanne Wiederkehr. Sie haben sämtliche Aufgaben untereinander aufgeteilt, die grössten Brocken fielen aber auf die Interimspräsidentin, weil sie nicht mehr arbeitstätig und rundum bekannt ist. «Die Kirchenpflege besteht normalerweise aus fünf Personen. Wir konnten jedoch niemanden dazu bringen, uns bei dieser Arbeit zu unterstützen. Ich habe schon länger meinen Rücktritt auf Ende Jahr erklärt. Ebenso wollen Müller und Wiederkehr ihre Ämter niederlegen. Wenn wir niemanden finden, der diese Arbeiten übernimmt, wird es zu einer Zwangsverwaltung durch die Aargauische Landeskirche kommen. Das ist eine Notlösung, die ganz schnell sehr teuer wird», informierte Leuthard.
Darum wird Nein gesagt
Leuthard kann nicht mehr nachvollziehen, wie viele Personen sie bereits angefragt hat. Zur Antwort bekam sie: «Ui nein Kirche, sicher nicht» oder «Würdest du für einen Sportverein fragen, da wäre ich dabei, aber nicht für die Kirche.» Diese ablehnende Haltung tut ihr weh. Sie ist enttäuscht. «Wir sind nicht schuld daran, dass die Kirche in einem schiefen Licht dasteht. Was wir hier tun: regionale Werte und Traditionen in unserer Gemeinde aufrecht erhalten. Wir machen das für unsere Gemeinschaft.»
Dafür sind sie zuständig
Die Kirchenpfleger verwalten die Güter der Kirche. «Das ist in Beinwil nicht wirklich viel. Wir sind keine superreiche Kirchgemeinde, doch das, was wir haben, muss gehegt und gepflegt werden.» Sie sind zusammen mit der Kirchengutsverwalterin, welche die Buchhaltung macht, verantwortlich für die Güter, Liegenschaften und kirchlichen Anlässe – letzteres betrifft den nicht-sakralen Teil wie der Brunch am Palmsonntag, die Festivitäten rund um das Burkards-Wochenende, um nur zwei Beispiele zu nennen. «Insgesamt treffen wir uns an zehn Sitzungen im Jahr. Jeder hat in seinem Ressort die Eigenverantwortung und doch den Rückhalt des Gremiums. Sollten wir neue Kirchenpfleger finden, werden wir diese natürlich in die Arbeiten einführen», informiert Leuthard.
Diese Option fällt weg
Auch alternative Lösungen wurden geprüft. Eine davon wäre ein Zusammenschluss der Kirchgemeinden im Pastoralraum. Doch leider konnte kein Konsens mit den anderen Kirchgemeinden gefunden werden. «Die Kirchgemeinden im Pastoralraum haben nicht alle die gleichen Nöte wie wir, und vor allem nicht die gleichen finanziellen Grundvoraussetzungen. Darum fällt die Möglichkeit eines Zusammenschlusses, und damit eine optimale Lösung für uns weg.»
Wer sich angesprochen fühlt, sollte sich melden
Die zwei Grundvoraussetzungen, um in der Kirchenpflege mitzuwirken, sind: Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche sein und in Beinwil wohnen. «Das grenzt die Auswahl der möglichen Personen stark ein», meint Leuthard. Sie hofft jedoch sehr, dass dieser Aufruf doch noch die eine oder andere Person dazu ermutigt, sich bei ihr zu melden. «Es wäre wirklich schade, wenn unsere Gemeinde dieses Gremium, und damit viele liebgewonnenen Werte verliert.»