Der Schulrat des Bezirks Muri lud am Mittwoch, 14. Oktober die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der 19 Gemeinden im Bezirk sowie die dazugehörenden Schulleiterinnen und Schulleiter zu einer Weiterbildungsveranstaltung nach Sins ein. Im Saal des Kunsthauses Küngsmatt durfte ...
Der Schulrat des Bezirks Muri lud am Mittwoch, 14. Oktober die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der 19 Gemeinden im Bezirk sowie die dazugehörenden Schulleiterinnen und Schulleiter zu einer Weiterbildungsveranstaltung nach Sins ein. Im Saal des Kunsthauses Küngsmatt durfte der Schulrat eine stattliche Anzahl Teilnehmende begrüssen, die am Workshop mit dem Namen «improving togheter» das Fokusthema «Neues Volksschulgesetz», seit August 2026 in Kraft, ausführlich reflektierten und diskutierten.
Die Schule ist die Abbildung der Gesellschaft. Wir leben in einer Zeit, in der die Wertepluralität und Multioptionalität die Gesellschaft prägt. Systeme und Strukturen wirken stabil, können aber plötzlich und ohne Vorwarnung kollabieren. Die ständige Ungewissheit und Informationsflut erzeugen Hilflosigkeit, Sorgen und Ohnmachtsgefühle bei Menschen und Organisationen. Ursache und Wirkung stehen in keinem erkennbaren Verhältnis mehr, kleine Ereignisse können massive, unkalkulierbare Folgen haben.
Diese Einflussfaktoren berücksichtigend, wurde nach den Impulsreferaten vom Gemeindeammann Sins, Jakob Sidler, und dem Leiter Schulsozialarbeit, Frowin Limacher, an Gruppenarbeitsplätzen analysiert und diskutiert. Die heutige Zeit prägt unweigerlich unsere Kinder und ihr Verhalten im Klassenzimmer. Die verantwortliche politische Instanz und das Departement für Bildung, Kultur und Sport haben mit der Anpassung des Volkschulgesetzes sowie mit Reformen wie den neuen Führungsstrukturen oder der Einführung von Frühförderungsmassnahmen und der Förderklassen plus darauf reagiert und damit eine Entlastung der Lehrpersonen versprochen.
Als Erkenntnisse der Kernaussagen, die in Gruppenarbeiten entstanden sind, konnte nach dem intensiven Workshop folgendes Fazit gezogen werden: Mit den Dynamiken unserer Zeit müssen wir lernen umzugehen. Es gilt Unsicherheit auszuhalten, aber auch für Stabilität und Orientierung zu sorgen. Unter Berücksichtigung der integrativen Schule werden in Zukunft unsere Kinder im gleichen Schulhaus, aber nicht in der gleichen Klasse beschult werden. Zuweisungen in Sonderschulen werden in Zukunft vom Kanton durchgeführt, dabei wird stark darauf geachtet, dass jedes Kind am richtigen Ort ist. Mittels einer Sprachstrategie, welche durchwegs von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrüsst wurde, soll sichergestellt werden, dass Sprachkompetenzen frühzeitig ermittelt werden. Es geht dabei darum, wie mit nicht-deutschsprachigen Kindern umgegangen wird, aber auch darum, die Deutschkompetenz der deutschsprachigen Kinder mittels Frühförderung zu verbessern. Ab 2027 wird der Kanton die Gemeinden mit einer obligatorischen Sprachstandserhebung verpflichten. Dies wird voraussichtlich auch beeinflussen, wie mit Fremdsprachen umgegangen wird.
Die Workshop-Teilnehmenden erkannten, dass durch das neue Schulgesetz wesentliche Verbesserungen zur Entlastung der Schulen und Lehr - personen angestrebt werden. Die erarbeiteten Vorschläge unterstützen den Schulrat als erste Beschwerdeinstanz dabei, Klagen, Konflikte und Diskrepanzen im Prozess zwischen Schule, Gemeinde und Eltern zu minimieren. Transformationen werden nur erfolgreich umgesetzt, wenn es gelingt, Betroffene zu Beteiligten zu machen.
Nicolas Abbondanza, Präsident Schulrat des Bezirks Muri