Aus meiner Sicht
IRIS CAGLIONI
Eigenverantwortung bedeutet: Jeder soll bewusst für das eigene Handeln die Verantwortung tragen und mit den Konsequenzen leben. Eine Fehlinterpretation des Begriffs sehe ich darin: sich bewusst nur um das eigene Gärtlein zu ...
Aus meiner Sicht
IRIS CAGLIONI
Eigenverantwortung bedeutet: Jeder soll bewusst für das eigene Handeln die Verantwortung tragen und mit den Konsequenzen leben. Eine Fehlinterpretation des Begriffs sehe ich darin: sich bewusst nur um das eigene Gärtlein zu kümmern.
Aktuell sollte jeder in Eigenverantwortung seinen persönlichen Wasserverbrauch einschränken. Die Gemeinden empfehlen daher, auf das Rasenund Heckenbewässern und auch auf das Autowaschen zu verzichten.
Die aktuelle Hitzeperiode nagt an allen: den Menschen, den Tieren und der Natur. Dass wir mit dem Wasser haushälterisch umgehen sollten, stellt niemand infrage. In unseren Gemeinden wurden bisher keine Verbote ausgesprochen. Die Behörden haben lediglich darum gebeten, Wasser zu sparen, noch ist das Wasser nicht rationiert.
Im Streifzug mit offenen Augen sehe ich, dass sehr viele Rasenflächen rund um Liegenschaften mittlerweile mit braunen Stellen durchzogen sind. Gut denke ich, die Ratschläge der Behörden werden gehört.
Und dann fallen eben auch die anderen auf, die sattgrünen, getrimmten und noch saftigen Rasenflächen. Da frage ich mich: Warum? Warum gibt es solche krassen Unterschiede? Es muss daran liegen, dass bei den einen Liegenschaftsbesitzern der Rasen dieselbe Wichtigkeit hat wie der Nutzgarten mit Gemüse darin oder wie das Tränken von Tieren.
Mir ist bewusst, dass vieles im Auge des Betrachters liegt. Natürlich ist es für die Rasenbesitzer ärgerlich, wenn dieser neuangelegte, einem «Golf Green» gleichende Rasen dahinsiecht und immer trockener wird. Doch bestätigt die Erfahrung, dass sich Rasen verhältnismässig schnell erholt. Eine versiegte Quelle jedoch nicht.
Wir leben in einer extrem egoistischen Blase. Dieses Streben nach dem eigenen Vorteil – hier mit dem schönen saftigen Rasen vor der Haustür – ist ein Phänomen, das auf unseren Wohlstand zurückzuführen ist. Wo führt das noch hin? Der Gedanke: «Es sind ja nur ein paar Quadratmeter!» kann ich nicht gelten lassen.
Verglichen mit anderen Ländern geht es uns noch gut. Doch wie lange noch? Wir sollten lernen, haushälterisch mit unserem Wasser umzugehen-
- Jeder von uns kann hier mithelfen und etwas bewirken.
Bei mir daheim kümmert sich unser Hauswart um den Rasen, und er verzichtet wie empfohlen auf das Wässern. Dafür danke ich ihm. Mein persönlicher Vorteil der Dürre ist, dass auch das Unkraut zwischen den Verbundsteinen nicht mehr wächst.