Die Abteilungen erstrahlen freundlich und frisch
20.06.2025 InformationenDie Verantwortlichen des Pflegeheims Zentrum Aettenbühl liessen die drei Wohnetagen von Grund auf renovieren. Das Grossprojekt ist nun abgeschlossen. Entstanden ist eine Wohnund Arbeitsumgebung in frischer Atmosphäre.
IRIS CAGLIONI
Moderner, heller und ...
Die Verantwortlichen des Pflegeheims Zentrum Aettenbühl liessen die drei Wohnetagen von Grund auf renovieren. Das Grossprojekt ist nun abgeschlossen. Entstanden ist eine Wohnund Arbeitsumgebung in frischer Atmosphäre.
IRIS CAGLIONI
Moderner, heller und frischer sind die drei Abteilungen, welche nun fertig renoviert sind. Die Abteilungen wurden komplett saniert. Die 63 Einzelzimmer und das eine Doppelzimmer der Bewohnenden wurden den Ansprüchen an Hygiene und Funktionalität gerecht und wohnlich gestaltet. Es wurden die Böden, Türen und Fenster, die Schränke und die Badezimmer sowie die Sonnenstoren erneuert. Bei einigen Zimmern mussten die eingebauten Trennwände erneuert werden. Die Abteilungen wurden in jeder Hinsicht behindertengerecht gestaltet. Ergonomische und sicherheitsrelevante Anforderungen kamen zum Tragen. Die Zentrumsleitung freut sich, dass die letzte umgebaute Abteilung voraussichtlich ab dem 21. Juli bezugsbereit ist.
Den Bewohnenden gefällt’s
Der Tenor ist bei den Befragten positiv. Sechs Bewohnende, mit und ohne Angehörige, gaben Auskünfte zur Lärmbelastung, zur neuen Wohnqualität und zum Befinden nach dem Umbau: «Ich habe mich schnell an den Lärm gewöhnt. Die meiste Zeit verbrachte ich in der Cafeteria, da war es am wenigsten lärmig.» – «Es war sehr laut, darum haben wir Pamire gekauft. Das hat geholfen.» – «Jetzt, in den umgebauten Etagen, ist die Stimmung richtig gut.» – «Meine Mutter weiss jetzt wieder, wo ihr Zimmer ist, jetzt ist sie wieder ruhig. Eine Zeit lang war sie gestresst.» – «Dass ich jetzt praktisch schwellenlos auf den Balkon komme mit dem Rollstuhl, gefällt mir sehr.» – «Die Zimmer sind wunderschön, hier kann meine Mutter sicherlich lange Zeit selbständig laufen. Alles ohne Schwellen und Stolperfallen, das ist perfekt.» – «Es fühlt sich an wie zu Hause, und es riecht alles so neu. Ich bin wunschlos glücklich.»
Wünsche wären noch vorhanden
Den einen oder anderen Wunsch gibt es aber immer noch. So meinte einer der befragten Herren, dass er sein Fenster nicht mehr richtig öffnen könne. «Aus Sicherheitsgründen, sagen mir die Leute! Ich brauche aber frische Luft im Zimmer, insbesondere nachts. Das Fenster kippen reicht mir nicht. Da bin ich noch am Abklären mit der Heimleitung.» Eine Bewohnerin im Rollstuhl freut sich über den etwas breiteren Zugang zum Bad. Doch: «Hätte ich einen Wunsch frei, wünschte ich, es wäre noch grösser. Aber jetzt ist es schon deutlich besser als vor der Sanierung.»
Farben und Licht
Jedes Stockwerk hat seine eigene Farbenkombination. Das von einem Spezialisten erarbeitete Farbkonzept dient den Bewohnenden und deren Besuchenden gleichermassen zur Orientierung. Ausserdem bringen die Farben Leichtigkeit, Lebendigkeit und Abwechslung in den Alltag aller Personen, die sich in den Räumen bewegen. Dazu bieten die dimmbaren Beleuchtungen in den Etagenkorridoren, in den Aufenthaltsbereichen und auch in den Stationszimmern die nötige Atmosphäre. So können die Mitarbeitenden des Spät- und Nachtdienstes die Helligkeit der Lampen individuell einstellen. Nachts ist die Deckenbeleuchtung in den Korridoren ausgeschaltet, und nur das sanftere Licht an den Wänden brennt. Dies ist mittels Zeitschaltuhr geregelt. Die Stationszimmer auf allen Etagen wurden vergrössert, es wurden separate Räume für grosszügige Medikamentenschränke geschaffen. Auch hier wird das dimmbare Licht sehr gerne gesehen.
Elektronik – unsichtbare und sichtbare Neuerungen
Zusätzlich wurde ein neues ICT-System implementiert und das veraltete Bewohnerrufsystem durch eine neues ersetzt. Die Schliessanlage ist auch neu und elektronisch. Bis auf wenige Türen sind im ganzen Haus die Schlösser ausgetauscht worden. Sonja Hostettler, Bereichsleiterin Hauswirtschaft, war und ist die Ansprechperson dafür. «Insgesamt haben wir 282 Schlösser ausgetauscht und programmiert. Mit der neuen Anlage können wir individuell Zutritte gewähren je nach Bedarf und Kompetenz der Mitarbeitenden», informierte Hostettler. «Die Bewohnenden haben sich schnell an die Badges gewöhnt», meinte die Zentrumsleiterin Beatrice Emmenegger.
Die Umbauzeit war auch für die Mitarbeiter zeitweise stressig, vor allem wegen der Lärmbelastung. «Die einen Bewohnenden verstanden alles recht gut. Doch die mit Demenz erkrankten Personen verlangten während dieser Zeit deutlich mehr Präsenz und Erklärungen durch uns», informierte Nina Betschart, Ausbildungsverantwortliche. «Auch wenn die Ruhezeiten eingehalten wurden, war es für alle, Personal und Bewohner, zeitweise sehr belastend», weiss auch Emmenegger.
Bahira Becic, Bereichsleiterin Reinigung, freut sich sehr über die neuen Oberflächen und Böden. «Die Reinigung läuft jetzt viel einfacher. Heute kann ich ein Bett problemlos schieben. Vorher hatten wir teilweise Dellen in den Böden, die ein Schieben der Betten erschwerten.»
Wellness auch im Pflegeheim
Eine richtig edle Badewanne mit Blick nach Draussen findet sich in der neuen Wellness-Oase im 2. Stock. «Dieses Angebot wird rege genutzt. Nicht alle unsere Bewohnenden sind es gewohnt, zu baden. Den einen gefällt es sehr, andere möchten das lieber nicht», informiert Lena Kramis, Bereichsleiterin Pflege und Betreuung. Weiter meinte Kramis: «Die Sanierung gab uns auch die Chance auszumisten, alle Einrichtungsgegenstände zu überdenken und Veraltetes zu ersetzen.» Dies wird insbesondere in der Wohnecke im Aufenthaltsbereich sichtbar. Die zusammengewürfelten Sofas und Sessel wichen einheitlichem und dezentem Mobiliar, auf allen Etagen ähnlich gehalten.
Eine grosse Erfahrung für alle Beteiligten
Die Sanierung erfolgte bei Vollbetrieb, was eine sehr gut durchdachte Planung erforderte, viel Verständnis bedurfte und wichtige Erkenntnisse lieferte. Optimal war das bereitgestellte Musterzimmer. Es wurde besichtigt und konnte ausprobiert werden, was auf sehr gute Resonanz stiess. Die Bewohner hatten so eine Vorstellung des Neuen und die Mitarbeitenden konnten wertvolle Informationen beisteuern wie zum Beispiel das Thema «Fussboden» in den Badezimmern: «Der Fussboden war schwarz angedacht. Wir wissen, dass speziell an Demenz erkrankte Personen bei schwarzen Böden glauben, sie fallen in ein Loch. Darum sind die Badezimmerböden jetzt heller. So konnten wir unser Wissen zum Wohl der Bewohnenden weitergeben», erzählte die Pflegefachfrau Nina Betschart.
Als sehr wertvolle Erkenntnis meinte Beatrice Emmenegger: «Ich habe erkannt, dass Sanierungs- und Bauprojekte ein gewisses Mass an Toleranz erfordern, insbesondere dann, wenn Dinge nicht genau wie geplant umgesetzt wurden. Dann heisst es einfach: Tief durchatmen.»







