Der gemischte Chor Vocal Friends begeistert die Zuhörer
08.05.2026 SinsAm letzten Samstag und Sonntag luden die Sängerinnen und Sänger des Chors «Vocal Friends» aus Sins zum jährlichen Konzert ein. Ganz unter dem Motto: «Musig us de Schwiiz».
KATHRIN BURRI
Am Samstagabend eröffnete der Chor ...
Am letzten Samstag und Sonntag luden die Sängerinnen und Sänger des Chors «Vocal Friends» aus Sins zum jährlichen Konzert ein. Ganz unter dem Motto: «Musig us de Schwiiz».
KATHRIN BURRI
Am Samstagabend eröffnete der Chor den ersten von zwei Konzertabenden mit dem spritzig frischen Lied «Schweizer Samba». Die Frauen und Männer mit ihren strahlenden Gesichtern begaben sich zum Samba-Rhythmus tanzend auf ihre Standplätze auf der grossen Bühne. Das einheitliche Tenue der Gruppe: Bluejeans, weisses Oberteil und Schuhe, gespickt mit einem roten Accessoire. Thomas Rusch führte gekonnt durch das Programm und bezeichnete das Lied. «Louenensee» von Span mit einem Augenzwinkern als heimliche Schweizer Nationalhymne. Gesungen wurden Lieder von Interpreten wie Peter, Sue & Marc; Gotthard, Pegasus und Bligg und in den vier Landessprachen.
Ein spürbares Miteinander
Die vier Register Sopran, Alt, Tenor und Bass agierten wunderbar im Einklang miteinander, dirigiert von Renato Belleri und begleitet durch den Pianisten Simon Andres. Zwei Stücke wurden a capella vorgetragen, also ohne instrumentale Begleitung. Der 20-jährige Robin Rusch hat als Solist das Lied «W. Nuss vo Bümpliz» von Patent Ochsner zum Besten gegeben. Den Blick ins Publikum gerichtet, begeisterte er die Zuhörer. Vor leiter Begeisterung erhob sich das Publikum am Ende zu stehendem Applaus; der Chor bedankte sich mit drei Zugaben.
Viel Augenkontakt dank auswendig Singen
Mal gefühlvoll und bedacht, mal fröhlich und kraftvoll, aber immer im Kontakt mit dem Publikum. Die Singenden wurden als begeisterte und fröhliche Gruppe wahrgenommen. Man spürte die gemeinsame Freude an der Musik. «Wir singen alle Lieder auswendig, und darauf sind wir stolz», sagte Nadja Rusch, Präsidentin des Vereins. Der Kontakt zu den Zuhörenden sei so viel eher möglich. Und genau das spürte man an diesen beiden Abenden.
Die Chorfamilie, mehr als nur Singende
Der Laienchor zählt rund 50 Mitglieder und ist vom Alter her sehr durchmischt. Ein paar Mitglieder sind bereits seit über 20 Jahren, jemand sogar gegen 25 Jahre mit von der Partie, wie Rusch erzählte. Es sei gar nicht nötig, dass jemand eine musikalische Ausbildung mitbringe. Die Freude am Singen und gemeinsamen Erleben von Musik stehe im Vordergrund. Rusch betonte die Philosophie des Chores: «Wir sind eine Chorfamilie, woraus auch tolle Freundschaften entstehen.» Einmal im Jahr finde ein Vereinsausflug statt, welcher im Turnus jeweils ein Register organisiere. Das Probeweekend, welches jeweils zeitnah vor dem nächsten Konzert durchgeführt werde, sei sehr wichtig. Die Lieder würden da nochmals intensiv geübt, so Rusch. Die musikalische Ausrichtung des Chors beinhaltet neben Pop, Rock und Folk auch Gospel, Musicals und weitere Stilrichtungen.
Geprobt wird wöchentlich, jeweils während anderthalb Stunden am Dienstagabend im Küngsmattsaal. Die Register Sopran und Alt sind gut bestückt mit Mitgliedern. Jedoch wäre es schön, wenn es noch mehr Männerstimmen im Chor geben würde. Interessierte dürften sich gerne bei der Präsidentin Rusch melden.
Die Auswahl der Lieder für ein Konzert werde jeweils von der Musikkommission, bestehend aus dem Dirigenten Belleri und Vertretern der vier Register bestimmt. Beim Start der Proben auf ein Konzert starte man mit ein paar wenigen Liedern, welche nach und nach ergänzt würden, erklärt Rusch.
Die Präsidentin verriet, dass das rätoromanische Lied «La sera sper il lag» nicht nur ihr besonders gut gefalle, sondern auch das Herzenslied des Bündner Dirigenten Belleri sei. «Chante en mon coeur» und das melancholische «Guet Nacht, Elisabeth», welches die Geschichte eines Abschieds beschreibt, berühre sie immer wieder.
Es gab keinen Eintrittspreis
Der Chor verzichtete auf einen fixen Eintrittspreis und freute sich über einen freiwilligen Beitrag des Publikums. Damit würden die Kosten für Licht & Technik, das Honorar des Pianisten, Werbe- und Druckosten sowie Nutzungsgebühren für die Lieder gedeckt. Vielleicht sei in Zukunft auch mal ein Chorweekend ausserhalb von Sins möglich, so Rusch. Und ein Teil fliesse ins Konzert vom nächsten Jahr. Der Chor feiert dann sein 40-Jahr-Jubiläum.
Die zweite Vorstellung am Sonntag zog wiederum ein grosses Publikum in den Saal. Es mussten sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden. «Die beiden Konzerte waren ein voller Erfolg» wie Rusch freudig mitteilte.


