Der Abschied vom Skilift Horben ist fix
30.01.2026 BeinwilNachdem im vergangenen Jahr der Betrieb des Skilifts Horben eingestellt wurde, flammte noch Hoffnung auf. Private Investoren wollten den Skilift retten und boten Hand. Jedoch waren diese Hilfeleistungen nicht das, was sich der Eigentümer wünschte.
RAHEL ...
Nachdem im vergangenen Jahr der Betrieb des Skilifts Horben eingestellt wurde, flammte noch Hoffnung auf. Private Investoren wollten den Skilift retten und boten Hand. Jedoch waren diese Hilfeleistungen nicht das, was sich der Eigentümer wünschte.
RAHEL HEGGLIN
Deshalb ist es nun definitiv: Der Skilift Horben ist Geschichte. «Ich habe bereits das ganze Material zurückgebaut und verkauft», erklärt der ehemalige Besitzer Alois Waser. Das Pistenfahrzeug, ein eher älteres Modell, fand einen neuen Besitzer im Berner Oberland. Technische Komponenten wie die Steuerung, Masten und Bügel konnte er dem Hersteller zurückverkaufen. «Diesem bietet das Material mögliche Ersatzteile für andere Skilifte», so Waser. Besonders bitter ist, dass er und seine Frau Margot vor rund fünf Jahren noch in eine neue Steuerung investiert hatten. So viel Geld hat der Verkauf bei Weitem nicht eingebracht. «Es ist ein ganz tiefer, vierstelliger Betrag. Aber ich habe mir gesagt, besser dieses Geld als gar nichts.»
Geld allein reicht nicht
Dabei wäre das Finanzielle für den Weiterbestand des Skilifts nicht mal das Problem gewesen. Mehrere Sponsoren und Einzelpersonen haben sich Ende 2024 für das Weiterbestehen des Skilifts eingesetzt. Sie boten an, Defizite für mehrere Jahre zu übernehmen oder fixe Jahresbeiträge zu garantieren. Auch die Gemeinde zeigte damals Interesse, das kleine Juwel am Horben beizubehalten. Aber finanzielle Hilfe allein reichte nicht aus. «Ein Skilift braucht mehr als Geld. Es braucht vor allem verlässliches Personal für die Pistenpräparation, den Liftbetrieb, den Imbiss, die Sicherheit und die Organisation», erklärt Waser. Er hätte sich gewünscht, dass sich ein Verein gründen lässt, der den Betrieb garantiert hätte. Denn er und seine Frau sind im Pensionsalter und möchten sich nicht mehr allein um den ganzen Betrieb kümmern.
Unmögliche Beteiligung am Parkdienst
Ein zusätzliches Problem bildete die Verkehrssituation am Horben. An Spitzentagen waren umfangreiche Parkdienste notwendig, um die Besuchenden zu lenken. Einige wollten spazieren, andere auf der Langlaufloipe ihre Runden drehen und wiederum andere Ski fahren. «Die Idee kam auf, dass die drei Betreiber – also diejenigen der Loipe, des Restaurants und wir vom Skilift – die Personalkosten für die Parkdienste gemeinsam tragen», erklärt Waser und rechnet vor, dass dies für ihn ein Minusgeschäft dargestellt hätte. «Pro Tag wären acht Personen à ungefähr sechs Stunden im Einsatz gewesen. Rechnet man diese Kosten durch drei, hätten wir rund 500 Franken pro Tag nur für den Verkehrsdienst bezahlt. Das wäre bei Weitem nicht aufgegangen.» Für die Wasers war es wichtig, dass der Skilift günstig war und somit Familien auch mit kleinerem Budget einen erschwinglichen Skitag ermöglichte.
Eine gute Zeit geht zu Ende
Wehmütig über das definitive Aus ist Waser nicht. Für ihn stimmt es so, und er blickt zufrieden auf die 54 Jahre zurück, die sein Skilift in Betrieb und ein fester Bestandteil des regionalen Wintersports war. Denn klar ist auch, dass der zunehmende Schneemangel auf rund 880 Meter über Meer einen regelmässigen Betrieb immer schwieriger gemacht hätte. In der Saison 2024/ 2025 war der Lift nur gerade mal an zwei Tagen in Betrieb. Gleichzeitig stiegen auch die Fixkosten stetig. «Ausgaben für Bewilligungen, Versicherungen, technische Kontrollen und den Unterhalt konnten wir mit so wenigen Tagen nicht mehr decken. Selbst dann nicht, wenn der Lift sehr gut besucht war», so Waser.
Damit reiht sich der Skilift Horben in das Schicksal zahlreicher tiefliegender Skilifte ein. Viele kämpfen mit dem Schneemangel, und somit ums Überleben. Auch für den Gemeinderat war vor diesem Hintergrund klar, dass seine Möglichkeiten begrenzt sind und er keine tragende Rolle bei der Rettung übernehmen kann. Entsprechend kam es nur zu wenigen Gesprächen zwischen der Gemeinde und dem Betreiber, wie es auf Anfrage heisst.



