Das Stimmvolk kann zwischen drei Kandidaten wählen
13.02.2026 BeinwilNach den ausserordentlichen Rücktritten der beiden Gemeinderäte Guido Wigger und Jürg Barmettler braucht das Gremium zwei neue Personen. Zur Wahl am 8. März stellen sich drei Kandidaten.
RAHEL HEGGLIN
Es ist nicht immer einfach, Kandidaten ...
Nach den ausserordentlichen Rücktritten der beiden Gemeinderäte Guido Wigger und Jürg Barmettler braucht das Gremium zwei neue Personen. Zur Wahl am 8. März stellen sich drei Kandidaten.
RAHEL HEGGLIN
Es ist nicht immer einfach, Kandidaten für freiwerdende Plätze im Gemeinderat zu finden. In Beinwil meint es das Schicksal gut, sodass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zwischen drei Personen wählen können. Wer sie sind und wie sie sich als zukünftige Gemeinderäte einbringen wollen, haben sie im Interview erklärt.
Bitte stellen Sie sich vor
Lucas Beck
Ich bin 52 Jahre alt, verheiratet und lebe seit 2019 in Wiggwil. Beruflich arbeite ich als selbständiger Umweltingenieur im In- und Ausland an Fragen rund ums Wasser. Zusätzlich engagiere ich mich im Schweizerischen Katastrophenhilfekorps und bin im Expertenpool des Bundes für Wasser.
Mir ist wichtig, dass Wasser nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist: Es geht um Versorgungssicherheit, Verantwortung und faire Entscheide, bei denen unterschiedliche Interessen sorgfältig abgewogen werden müssen. Diese Verbindung aus technischem Verständnis, Einsatzbereitschaft und Blick für das Gemeinwohl möchte ich auch in die Gemeindepolitik einbringen.
In meiner Freizeit bin ich gerne draussen unterwegs – in den Bergen, auf Skitouren oder beim Wandern. Ich bin Jäger und steige aktuell ins Imkern ein.
Eric Erni
Ich wurde 1963 geboren, bin verheiratet, dipl. Wirtschaftsinformatiker und parteilos.
In meiner Freizeit interessiere ich mich schon seit vielen Jahren für geopolitische Ereignisse, Zusammenhänge und Entwicklungen. Auch halte ich mich gern mit sportlichen Aktivitäten fit. Zudem halten uns unsere Stubentiger (wir sind Maine-Coons-Fans) täglich auf Trab.
Josef Villiger
Geboren 1963, Geschäftsführer, verheiratet und Vater von drei erwachsenen Töchtern, Hobbys sind Musik, Natur und Gesang.
Was zeichnet für Sie Beinwil aus?
Lucas Beck
Beinwil verbindet für mich das Beste aus zwei Welten: ländliche Ruhe und Natur direkt vor der Haustüre – und gleichzeitig eine sehr gute regionale Einbindung und Vernetzung. Ich schätze die freundliche, offene Art der Menschen, die verschiedenen Dorfteile mit ihrem eigenen Charakter und die hohe Lebensqualität.
Eric Erni
Beuel ist in erster Linie unser Zuhause. Ein Ort, an dem wir uns sehr wohl fühlen. Es soll ein Ort sein, der all seine positiven Eigenschaften behält und sich dennoch verantwortungsvoll für die Ansprüche zukünftiger Generationen rüstet.
Josef Villiger
Ich bin in Beinwil aufgewachsen und nach zwölf Jahren, in denen ich ausserhalb des Freiamts gewohnt habe, wieder zurückgekehrt. Hier ist meine Heimat.
Was hat Sie dazu bewogen, sich als Gemeinderatskandidat zu melden?
Lucas Beck
Ich wurde im Dezember darauf angesprochen, ob das Gemeinderatsamt etwas für mich wäre. Zuerst war das nicht geplant, aber nach Gesprächen mit Nachbarn und Bekannten habe ich gemerkt: Ich möchte mich dort engagieren und Verantwortung übernehmen, wo ich lebe. Beinwil ist mir ans Herz gewachsen – und ich will mithelfen, dass sich die Gemeinde gut weiterentwickelt.
Eric Erni Es waren die beiden Rücktritte im Gemeinderat, die mich letztlich zur Kandidatur bewogen haben. Damit einhergehend die Hoffnung, dass wieder etwas mehr Ruhe und Gelassenheit im Dorf einkehren kann.
Josef Villiger
Ich möchte die Gemeinde bei ihrem Wirken unterstützen und meine berufliche Erfahrung in das Gremium einbringen.
Sie haben sich aufgrund des Rücktritts von Guido Wigger und Jürg Barmettler als Kandidat gemeldet. Waren Sie für oder gegen die Windräder?
Lucas Beck
Erneuerbare Energien sind mir wichtig – neben Photovoltaik und Biogas gehört für mich auch die Windkraft dazu. Gleichzeitig sind Natur, Landschaft und das ländliche Flair das grösste Kapital von Beinwil. In der konkret geplanten Dimension wären die Windräder aus meiner Sicht ein zu starker Eingriff in unsere Gegend gewesen; deshalb stand ich dem Projekt kritisch gegenüber.
Eric Erni
Auf erneuerbare Energien zu setzen, ist zweifelsfrei richtig und die zukunftsweisende Strategie. Allerdings erachte ich den Lindenberg kaum als geeigneten Standort, um effizient und nachhaltig von der Windkraft profitieren zu können. Ich hätte die Steuergelder liebend gern zur Subvention von Photovoltaikanlagen verwendet.
Josef Villiger
Keine Angaben.
Welches sind Ihrer Meinung nach die grössten Baustellen, die nun in Beinwil angegangen werden müssen?
Lucas Beck
Die grössten Themen sehe ich bei Wachstum und Entwicklung: Beinwil soll behutsam wachsen, den Dorfcharakter und die Natur erhalten und gleichzeitig die Integration von Neuzuzügern gut gestalten. Zudem sehe ich Potenzial beim öffentlichen Verkehr, damit die Mobilität nachhaltiger wird, ohne dass automatisch mehr Verkehr entsteht.
Eric Erni
Aktuell stehen zwei grössere Projekte (Sanierung der Ortsdurchfahrt K350 und Ersatzneubau Einfachturnhalle) an, die die Finanzen der Gemeinde zukünftig nachhaltig belasten werden. Ein umsichtiges Handeln ist hier sicherlich gefragt.
Josef Villiger
Keine Angaben.
Beinwil ist wie jede andere Gemeinde in den vergangenen Jahren gewachsen. Wie stehen Sie zu dieser Entwicklung?
Lucas Beck Wachstum ist grundsätzlich eine Chance, wenn man es gut steuert. Mir ist wichtig, dass Beinwil dabei sein Profil bewahrt: ländlich, naturnah, mit lebendigen Dorfteilen. Integration gelingt aus meiner Sicht am besten, wenn Neuzuzüger willkommen sind und gleichzeitig bereit sind, sich auf das bestehende Dorfleben einzulassen.
Eric Erni
Unter dem Strich sehe ich diese Entwicklung positiv, solange der Charakter unseres schönen Dorfs bewahrt bleibt und das Wachstum in angemessenen, verdaubaren Schritten erfolgen kann.
Josef Villiger
Keine Angaben.
Aktuell besteht der fünfköpfige Gemeinderat aus zwei erfahrenen Gemeinderatspersonen. Ist dies ein Vor- oder ein Nachteil für den Gesamtgemeinderat?
Lucas Beck Das ist eher ein Vorteil. Erfahrung sorgt für Kontinuität, Wissen über Abläufe und ein gutes Gespür dafür, was in der Gemeinde realistisch umsetzbar ist. Gleichzeitig ist es wichtig, dass neue Kräfte frische Perspektiven einbringen – ideal ist eine gute Mischung.
Eric Erni
Weder noch. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass das Gremium sich gut und als Team versteht, jeder sich vollumfänglich einbringt und mithilft, die anstehenden Projekte und Anliegen vorwärts zu bringen. Zudem haben wir in Beuel sicherlich auch das Glück, auf einen kompetenten Ammann zählen zu dürfen.
Josef Villiger
Keine Angaben.
In welchen Bereichen sehen Sie Ihre Stärken?
Lucas Beck Ich arbeite analytisch und pragmatisch und bin es gewohnt, komplexe Themen verständlich zu machen. Gleichzeitig bin ich verbindend unterwegs: Ich höre zu, nehme unterschiedliche Sichtweisen ernst und suche Lösungen, die für die Gemeinde als Ganzes funktionieren. Dazu kommt meine Motivation, mich langfristig und zuverlässig einzubringen.
Eric Erni
Als Folge der beiden Rücktritte sind nun zwei Ressorts frei geworden. Ich bin zuversichtlich, mich in beiden Ressorts bestens einbringen zu können.
Josef Villiger
Ich bringe einen ausgewogenen Erfahrungsschatz aus jahrzehntelanger Führungsarbeit und meiner Tätigkeit als Geschäftsführer einer Institution bis zum 28. Februar 2026 mit.
Wieso sollen die Beinwilerinnen/ Beinwiler Ihren Namen auf den Wahlzettel schreiben?
Lucas Beck
Weil ich Verantwortung übernehmen will und Beinwil mit Augenmass mitgestalten möchte. Ich stehe für Dialog, Bodenhaftung und pragmatische Lösungen – damit Beinwil lebenswert bleibt und sich trotzdem gut weiterentwickeln kann.
Eric Erni
Ich bin der Ansicht, dass ich einerseits ein wertvolles Bindeglied zwischen den Bewohnern der Gemeinde und der Behörde sein kann und ich mich andererseits nahtlos in das Team des Gemeinderats einbringen kann.
Josef Villiger
Als offene Persönlichkeit bin ich für die Anliegen der Bevölkerung da und versuche, diese mit dem Umfeld in Einklang zu bringen. Ich werde die Interessen im Gremium vertreten.



