Das grosse Jubiläum der neuen Präsidentin
21.11.2025 Beinwil, Musik/KulturVor ausverkauften Rängen präsentierte die Musikgesellschaft am letzten Freitag und Samstag ihr Jahreskonzert in der Turnhalle. Unter dem Arbeitstitel «Musikwelle 5637» hatte die Musikkommission ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zusammengestellt. ...
Vor ausverkauften Rängen präsentierte die Musikgesellschaft am letzten Freitag und Samstag ihr Jahreskonzert in der Turnhalle. Unter dem Arbeitstitel «Musikwelle 5637» hatte die Musikkommission ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zusammengestellt.
EDI WIDMER
«Im Vorfeld des Konzerts war ich etwas nervöser als sonst, aber es lief alles super», freute sich Claudia Rosenberg. Für sie war es das erste Jahreskonzert in neuer Funktion. Sie amtet seit diesem Jahr als Präsidentin der Musikgesellschaft. Nach 35 Jahren Vereinstreue übernahm sie jetzt zum ersten Mal die Führung. «Mir war es wichtig, dass wir das haben, denn ich habe das Gefühl, dass sonst die Musik wie auseinanderfällt. Es braucht Leute, die das zusammenhalten», glaubt Rosenberg.
Nebst der neuen Leitung gab es in der Halle auch eine neue Bestuhlung und eine mobile Bühne. Deshalb hatte es mehr Platz für das Publikum und mit 192 Zuschauerinnen und Zuschauern war bereits die Vorführung vom Freitag restlos ausverkauft. Die Anwesenden erwartete ein bunt gemischtes Programm.
Moderiert wurde der Abend von Josi Villiger, der aus seinem improvisierten Radiostudio auf dem Sender «Musikwelle 5637» sendete. Schwerpunkt des Musikprogramms bildeten Stücke aus den 70er und 80erJahren. Dazu gesellten sich auch Klassiker und eine Polka.
Ein Stück des schottischen Komponisten Alan Fernie sorgte für den Auftakt. In der Folge tauchten die Musikanten in die 70er Jahre ein, mit dem Werk «Country Roads» von John Denver. Der Song wurde 2014 zur offiziellen Staatshymne von West Virginia ernannt. Seit 1972 wird das Stück bei den Heimspielen des Footballteams der West Virginia University gespielt. Und jetzt also auch in der Turnhalle in Beinwil.
Der grosse Auftritt der Kleinen
Aus der nächsten Dekade präsentierte die Musikgesellschaft «Greatest Hits» mit sechs verschiedenen Kompositionen aus den 80er Jahren. Ein Stück von Nena mit 99 Luftballons hatte es dem Moderator besonders angetan. Gespielt wurden aber andere. Kylie Minogue, Whitney Houston und den letzten Tanz aus Dirty Dancing konnte man beispielsweise aus dem Medley heraushören.
Aus derselben Epoche stammte auch das nächste Stück: «Don’t Stop Believin’» von der US-amerikanischen Rockband Journey, arrangiert von Mike Kilmartin. Gefolgt von einem neueren Werk «Can’t Hold us.» Mit dem Marsch «Mars de Medici» von Johan Wichers und der Empfehlung des Moderators: «Kauft Lose, es gibt tolle Preise», ging es in die Pause.
Nach dem Pausentee kam der grosse Auftritt der Kleinen. Die Musikschüler von Michael Rösch und Tom Känzig zeigten ihr Können. Zuerst alleine und dann zusammen mit der Musikgesellschaft. Sie spielten das Schweizer Stück «Charlotta» von Hecht, welches von Jan Müller arrangiert worden war.
Das grosse Jubiläum
Zu Ehren der neuen Präsidentin Claudia Rosenberg und zur Feier ihrer 35-jährigen Treue hatten die Vereinskollegen ein spezielles Stück einstudiert. Dabei handelte es sich um den Ohrwurm der Nilsen Brothers: «Aber dich gibt’s nur einmal für mich.» Zuvor forderte der Moderator die Geehrte zum Interview, wo sie aus ihrer Zeit beim Herzensverein berichtete. Mit 16 Jahren begann sie ihre Laufbahn bei der Musikgesellschaft Beinwil. Seither gilt für sie: «Ich geniesse jeden Moment mit meiner Musikfamilie», so Rosenberg.
Nach der Hommage an die Präsidentin ging das Konzert in die Schlussphase. Beim Stück «Schwingerlüüt im Schwizerland» durfte man auch mitsingen und beim Song «I Will Follow Him» aus dem Film «Sister Act» gab es ein schönes Posaunensolo von Thomas Villiger, Philipp und Kurt Küng zu hören. Und zum Schluss kam die obligate Polka. «Eine Polka muss in Beuel immer kommen», fand auch der Moderator. Nach dem offiziellen Abschluss durften auch die Zugaben nicht fehlen. Es hätten auch noch mehr sein dürfen, wenn es nach dem Publikum gegangen wäre.
Ging es aber nicht, deshalb musste man sich mit der Bar zufriedengeben. Zufrieden war auch der Dirigent Silvan Zemp. «Es ging sehr gut, wir konnten das abrufen, was wir geübt hatten», freute sich der musikalische Leiter. Nach gut zwölf intensiven Proben waren die Musiker reif für die Bühne. Vor allem das grosse 80er Medley war aufwändiger in der Vorbereitung als erwartet. Sehr gut klappte das Zusammenspiel mit den Musikschülern, «obwohl wir nur zwei Proben mit ihnen gehabt haben», bilanzierte Zemp.
Die kleine Überraschung
Das Konzert bildet immer den Abschluss des Vereinsjahres. In diesem Jahr unternahm die Musikgesellschaft eine Reise von St. Gallen über Urnäsch nach Appenzell, mit dem Höhepunkt auf dem Säntis. Musikalisch stach in diesem Jahr der Musiktag im Fricktal hervor. Dort wurde Rosenberg offiziell für ihr 35-jähriges Jubiläum geehrt.
Im nächsten Vereinsjahr geht es weiter mit dem Frühlingskonzert und dem Quartierständli bei der Garage Suter Sepp. Nebst der Musik gibt es im Januar immer ein Ski-Weekend für die knapp 20 Mitglieder. Für das Jahreskonzert wurden sie mit Aushilfen verstärkt, damit sie alle 27 Positionen besetzen konnten. Deshalb sind sie auch immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern.
Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung für den Dirigenten. Silvan Zemp feierte am Freitag seinen Geburtstag. Weil er das nicht an die grosse Glocke hängen wollte, wurde sein Ehrentag abseits der grossen Bühne zelebriert.



