Chor und Theaterleute mit Top-Leistungen
17.01.2025 SinsDer Männerchor Sins hatte die Ehre, das erste Konzert im Küngsmattsaal aufzuführen. «Das war ein gewaltiger Unterschied zu früher», meinte Rolf Leu zum Thema Akustik. Chor und Theaterleute überzeugten die Besucher.
IRIS CAGLIONI
...Der Männerchor Sins hatte die Ehre, das erste Konzert im Küngsmattsaal aufzuführen. «Das war ein gewaltiger Unterschied zu früher», meinte Rolf Leu zum Thema Akustik. Chor und Theaterleute überzeugten die Besucher.
IRIS CAGLIONI
Am Freitagabend empfing der Männerchor Sins die Besucher zum ersten Mal im neuen Küngsmattsaal. Bereits kurz nach 19 Uhr waren viele Plätze besetzt, und die Besucher liessen sich kulinarisch verwöhnen. Man durfte auf den Konzertteil gespannt sein und sich auf ein lustiges Theater freuen.
Mit witzigen und passenden Sprüchen zu den Liedern führte Othmar Betschart durch den Konzertteil. Er durfte auf so manche Premiere hinweisen.
Unter der Leitung des vor Freude strahlenden Dirigenten Steve Wächter gaben die Männerchörler ihr Bestes. Die ersten drei Stücken trugen sie a cappella vor: Das «Bierlied» zur Einstimmung in die Gemütlichkeit des Abends, gefolgt von «Ein lustiges Leben» und «An der Bar». Dann, mit dem Stück «Endlos sind jene Meere», gab sich der Männerchor eine der erwähnten Premieren. Der Meienberger Edi Fuchs gesellte sich zu den Sängern und begleitete diese mit seine Handorgel. Stimmig trug er zum Seemannslied eine Mütze. Zum zweite Seemannslied, «Der Wellermann», kam eine rhythmische Begleitung dazu. Chorsänger Colin Mwangi betrat als Captain Jack Sparrow die Bühne mit einem Cajon, begleitete ebenfalls den Chor und lieferte auch noch etwas Theatralik ab. Insgesamt ernteten die Sänger so viel Applaus, dass sie eine Zugabe vortrugen. Im Anschluss an das Konzert wurde der Dirigent verdankt. Präsident Rolf Leu war zufrieden mit der Leistung des Chors: «Unser Dirigent hat auch sehr intensiv mit uns geübt. Die Stücke auswendig zu singen, gehörte auch zu seinen Vorgaben.» Wächter selbst meinte: «Ich bin wirklich zufrieden mit den Leistungen der Männer.»
Vorhang auf für die Theatergruppe
Unter der Regie von Edith Suter zeigten die acht Theaterspieler einen lustigen Schwank. Der Dreiakter aus der Feder von Heidi Hillreiner, «Die Zuckerpuppe», brachte das Publikum vom Start weg zum Lachen. In der Hauptrolle spielte Rolf Leu den starrsinni - gen Konditor Gusti, der nicht auf den Gesellen Toni (gespielt von Stephan Brauchli) und schon gar nicht auf seinen Sohn Andi hören wollte. Monika Villiger spielte Gustis Frau Helen. Sie sorgte mit ihren Turnübungen für viel Lachen im Publikum. Gioya Kofler und Liam O’Brien waren des Konditors Kinder Karin und Andi. Die beiden spielten nun in der zweiten Saison mit. O’Brien fühlte sich sichtlich wohl in seiner Rolle als vorlauter Lehrling. Seine Rolle zeigte die ungeschliffene Art der Jugend, die von den Eltern nicht ernst genommen wird und sich auch vor der Polizei nicht fürchtet.
Kofler hingegen verkörperte die liebe brave Tochter, doch auch sie hatte es faustdick hinter den Ohren. Und zwischendurch durfte sie etwas aufmüpfig sein.
Die liebe Familie wurde mit Tante Cilly komplettiert, die in ihrer spontanen, unüberlegten Art die Polizei ins Haus holte. Marie Theresia Erni spielte hervorragend die zutiefst erschrockene Frau, die am ganzen Körper zitterte. In weiteren Rollen waren Marlen Bösch als resolute Kommissarin, die im Berufsleben mit der Frauenquote zu kämpfen hatte, und Paul Meier alias Max, der sich erst als Schnüffler gab, bevor er als Grossbäckerei-Besitzer und Vater des Gesellen auftrat.
Darum ging es
Die ganze Familie, ausser Tante Cilly, arbeitete in der Konditorei, die nicht mehr so viele Kunden zählte, wie es früher mal war. Schuld daran waren, laut des vorlauten und wortgewandten Sohnes Andi, einzig und allein des Vaters veraltete und überzuckerte Rezepte. Niemand wollte so recht daran glauben, dass der Gusti mit seiner Torte am Tortenwettbewerb überzeugen konnte. Doch Gusti ging mit der Erwartungshaltung für den ersten Platz an den Wettbewerb und kam mit dem Trostpreis – einer Schaufensterpuppe – beschämt zurück. Dann begann das Chaos mit Versteckspielen, Sturheit, Missverständnissen und verzwickten Verwechslungen, mit Streitereien und Zerwürfnissen ganz nach dem Geschmack des Publikums, denn das Lachen war anhaltend und ansteckend. Nach und nach jedoch wurden die Verstrickungen entwirrt, Zugeständnisse gemacht, Beziehungen gekittet und alle Probleme gelöst. Selbst die Konditorei erfuhr einen grandiosen Aufschwung.
Zufriedene Organisatoren
Die organisierenden Männerchor-Mitglieder hatten alle Hände voll zu tun. Die Szenarien hinter der Bühne, die Verpflegung und die Bühnentechnik waren anders zu handhaben als in den letzten 12 Jahren in der Ammannsmatthalle. Das bedurfte einer gewissen Flexibilität, und so war es nicht verwunderlich, dass Leu noch vor dem Theaterteil darauf hinwies und um Verständnis bat.
Die Akustik im Saal war hervorragend, sei es beim Konzert wie beim Theater.
Präsident Leu ist sehr zufrieden mit den Aufführungen: «Es hat alles wunderbar geklappt. Das Kochen brauchte zwar mehr Aufwand, aber unsere Frauen haben das mit Bravour gelöst. Bei diesem Kulturhaus haben die Gemeinde und die Kirchgemeinde etwas Perfektes für die kulturellen Vereine hingestellt.»



