Bei der neusten Produktion der Theatergruppe Oberrüti (TGO) heisst es zurücklehnen und geniessen. Die Komödie «Au das no!» von Ronny Sunters kombiniert Slapstick, Komik sozialer Missgeschicke, eine ordentliche Portion Irrsinn und Dialektliteratur in einem. ...
Bei der neusten Produktion der Theatergruppe Oberrüti (TGO) heisst es zurücklehnen und geniessen. Die Komödie «Au das no!» von Ronny Sunters kombiniert Slapstick, Komik sozialer Missgeschicke, eine ordentliche Portion Irrsinn und Dialektliteratur in einem.
mo | Rund 2’000 persönliche Einladungen wurden im Dezember den langjährigen Theaterfreunden verschickt, hinzu kommt die Werbung in den benachbarten Gemeinden. Doch nicht die Werbung alleine sorgte für eine ausverkaufte Premiere. Die Qualität von Theater und Gaumenfreude liess keine Wünsche offen. Für viele Theaterfreunde gehört es zur Tradition, die Aufführungen nach Neujahr in Oberrüti zu besuchen. «Noch nie war eine Premiere so gut besucht», erzählt Walter Baumann, TGO-Medienverantwortlicher.
Zum Stück
Peter Feller (Beat Zimmermann), ehemaliger Werbechef, und seine Frau (Rösli Galliker) haben sich einen alten Traum erfüllt: Sie haben das Hotel du Lac in Aldaco bei Lugano gekauft, um dort ihren Lebensabend im sonnigen Süden zu verbringen. Der Immobilienverkäufer Martin Schock (Daniel Zimmermann) hingegen ist alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse.
Rücksichtslos, egoistisch und stets auf den eigenen Vorteil bedacht, betrügt er nicht nur seine Frau (Marlou Henzen), sondern auch seinen Chef (Roger Müller) – bis dieser ihm schliesslich auf die Schliche kommt. Doch der Betrug lässt sich schwer beweisen. Also beschliesst der Chef, seinem Mitarbeiter eine Falle zu stellen, und schickt ihn inkognito ins «du Lac». Dumm nur, dass das Hotel wegen eines Wasserschadens eher einer Baustelle gleicht. Der überforderte Portier (Giacomo Florida) und die resolute Putzfrau (Evelina Bieri) wissen kaum, wohin mit den Gästen. So kommt es, wie es kommen muss: Zimmer werden doppelt vergeben, und das Chaos nimmt seinen Lauf. Die Situation spitzt sich weiter zu, als Schwester Margrit (Margrith Rüegsegger) vom Kloster Maria Hilf auftaucht. Sie sucht eigentlich einen Zögling (Fabian Hanselmann), trifft aber auf Martin – der wiederum eine ganz andere Dame aus dem Milieu erwartet hat.
Das Highlight folgt am nächsten Morgen: Martins Ehefrau betritt das Hotelzimmer – und findet dort nicht nur ihren Mann, sondern auch eine ihr völlig unbekannte Person vor. Nebenbei brennt Martins Haus ab, Schwarzgeld wechselt die Besitzer, und es stellt sich heraus, dass längst nicht alle Figuren das sind, was sie vorgeben zu sein. Und als wäre das nicht genug, ist die Tochter (Nadine Amhof) des Chefs schwanger – von ihrem Freund, der ins Kloster will. Oder etwa doch von Martin?
«Au das no!» ist eine turbulente Verwechslungskomödie voller Missverständnisse, Überraschungen und schräger Begegnungen – aber auch mit einer kleinen Botschaft: «Im Leben gehts eben nicht immer nur auf der Überholspur.» In weiteren Rollen sind Pascal Stehli und Chantal Flühler zu sehen.
Alle geben ihr Bestes für einen unbekümmerten Abend
Zusammen mit dem Spielerteam kann die Regisseurin auf eine intensive Zeit zurückblicken. Während vieler Stunden nahmen die Rollen immer mehr an Form und Eigenheiten an. Die Eigenarten der jeweiligen Charaktere wurden verinnerlicht. Die Zuschauer leiden mit dem überforderten Portier, amüsieren sich über den gummigen Gang der Putzfrau. Freuen sich, wenn Schock verlegen nach Ausreden sucht und sich das Liebespaar doch noch findet. Dabei löste eine komische Situation die nächste ab – beste Unterhaltung auf sehr hohem Spielniveau.
Während man auf der Bühne neue Gesichter sieht, sind ehemalige Spieler neben der Bühne im Einsatz. So wagte Beat Zimmermann als Bühnenbauer den Schritt auf die Bühne und hat sichtlich Spass daran. Auch die Neulinge der TGO, Nadine Amhof und Chantal Flühler, haben sich bestens auf der Bühne eingelebt. Ehrenpräsident Jürg Guhl serviert Nachtessen und Rolf Mösch ist für die Ausgabe der Tombolapreise verantwortlich.
Die Theatergruppe Oberrüti beweist einmal mehr, dass sie ein eingespieltes Team ist. Während sich die Zuschauer fragen, wie viele Katastrophen im Stück noch für Lacher verantwortlich sein werden, sind die zahlreichen Helfer hinter und neben der Bühne im Einsatz und sorgen einmal mehr für einen unvergesslichen Abend.
Weitere Aufführungen
Freitag, 16. Januar, 20.08 Uhr, Samstag, 17. Januar, 20.08 Uhr, und Sonntag, 18. Januar, 17.08 Uhr. – Mittwoch, 21. Januar, 20.08 Uhr. – Freitag, 23. Januar, 20.08 Uhr und Dernière am Samstag, 24. Januar, 20.08 Uhr.