Morgens trafen wir uns früh in Sins am Bahnhof, wo unsere Reise nach Bern startete.
Am 21. Mai machten wir mit der Klasse einen Ausflug nach Bern ins Bundeshaus. Wir waren nicht nur aus Spass dort, sondern hatten Pläne. Jetzt nun erstmal ganz von Anfang an.
Morgens trafen wir uns früh in Sins am Bahnhof, wo unsere Reise nach Bern startete.
Wie am Flughafen
Beim Bundeshaus angekommen, mussten wir durch eine Sicherheitskontrolle, wo ID und Rucksack kontrolliert wurden. Man fühlte sich wie am Flughafen. Anschliessend gab es eine Führung durch das Bundeshaus, welche eine nette Dame mit uns gemacht hat. Dabei ging es unter anderem in den Nationalratssaal, wo wir ein kleines Geheimnis entdeckten. Der Westschweizer Maler des riesigen Gemäldes, Charles Giron, hatte sich für den 1. April (Eröffnungsdatum) einen Scherz ausgedacht: Im Französischen heisst der Aprilscherz «le poisson d’avril» was übersetzt «der Aprilfisch» heisst. Mit diesem Witz im Kopf malte der Maler einen Fisch ins Gemälde, und zwar nicht dort, wo Fische normalerweise hingehören...
Politik hautnah erleben
Das Highlight war die Teilnahme am Spiel «Mein Standpunkt». In der Schule haben wir uns als Klasse in drei Kommissionen aufgeteilt. Dann wurde fleissig ein Lösungsvorschlag erarbeitet. Nun durften wir nach langer Vorbereitungszeit endlich der Klasse unseren Lösungsvorschlag präsentieren.
Drei Kommissionen, drei Ideen
Das Ziel war, dass der Vorschlag angenommen wird. Wir hatten je eine Kommission zu den Themen Spielsucht, Tierschutz und Privatsphäre an Schulen. Die Themen durften wir selbst wählen.
Die Kommission «Spielsucht» wollte einführen, dass man in Casinos nur noch einen gewissen Teil an Geld ausgeben darf und dass man nur mit einem freigegebenen Konto spielen darf, um zu verhindern, dass Spielsüchtige ihr ganzes Vermögen verlieren.
Die Kommission «Tierschutz» wollte genauere Gesetze für die Haltung von Hunden und Katzen machen. Ausserdem hatte sie die Idee, Fachpersonen spontan in den Haushalten vorbeizuschicken, um dort die Haltungsbedingungen zu kontrollieren.
Die Kommission «Privatsphäre an Schulen» wollte getrennte Duschen an Schulen einführen, so dass sich mehr Schülerinnen und Schüler wieder wohl fühlen, um duschen zu gehen. Dieser Lösungsvorschlag war der einzige, welcher angenommen wurde an diesem Tag.
Unvergessliches Erlebnis
Alle Kommissionen haben mit voller Überzeugung ihre Lösungsvorschläge präsentiert. Dieser Tag wird unserer Klasse noch lange in Erinnerung bleiben. Die Chance, am Rednerpult zu stehen, wird man nicht so schnell wieder haben. Nur 25 Klassen haben pro Jahr die Möglichkeit dazu bekommen. Wir finden, das macht dieses Erlebnis noch spezieller. Vielleicht sieht man in ein paar Jahren jemanden der Klasse S3c im Nationalrat am Mitdiskutieren. Einige hätten bestimmt das Zeug dazu.
Leider war dies das Ende von unserem Aufenthalt im Bundeshaus. Da wir noch Geld in unserer Klassenkasse hatten, konnten wir danach entspannt Pizza essen gehen. Während des Essens sind weiterhin hitzige Debatten entstanden. Unser Zeitplan erlaubte uns anschliessend noch etwas Freizeit in der Stadt Bern. Als unsere Klasse wie besprochen am Bahnhof wartete, hat sich herausgestellt, dass unsere Lehrpersonen noch ganz entspannt in der Altstadt verweilten. Nichtsdestotrotz waren wir alle pünktlich beim Zug und konnten mit voller Freude nach Hause fahren.
Dieser Zeitungsbericht wurde in der Klasse S3c gemeinsam erarbeitet.