Bienen und ihr Produkt
08.08.2025 SinsDie rund 100 Bienenvölker von Urs Sennrich sammeln unermüdlich das kostbare goldfarbene Naturprodukt. Die klimatischen Bedingungen in diesem Jahr waren bisher hervorragend. Sennrichs Produktionsstätte ist auch ein Schulungslokal.
IRIS CAGLIONI
Es ...
Die rund 100 Bienenvölker von Urs Sennrich sammeln unermüdlich das kostbare goldfarbene Naturprodukt. Die klimatischen Bedingungen in diesem Jahr waren bisher hervorragend. Sennrichs Produktionsstätte ist auch ein Schulungslokal.
IRIS CAGLIONI
Es riecht bestechend! Sennrich öffnet die Türe zu seinem Produktionsreich, und der unverkennbare Duft nach Honig und nach Bienenwachs liegt dezent in der Luft. Im vorderen Teil hat er einen Schulungsraum eingerichtet, hinten liegt sein Labor mit den Geräten, die er benötigt, um den Honig zu gewinnen. Aktuell ist er damit beschäftigt zu schleudern. Dafür bringt er die Kisten, in denen sich die Waben befinden, in seinen Produktionsbetrieb. «Erst muss ich vorsichtig das Wachs, mit dem die Bienen die Waben versiegeln, entfernen.» Sennrich sammelt dieses Wachs, auch für die Mittelwand seiner neuen Zargen. So hat er einen geschlossenen Kreislauf mit seinem eigenen Produkt.
Imker mit grosser Passion
«Imker sein bedeutet für mich, verantwortungsvoll mit den Bienenvölkern umzugehen.» Während er das Wachs entfernt, erklärt er seine Arbeitsschritte: «Den Honig ernte ich immer am frühen Morgen, dann ist der Honig noch trocken.» Sennrich hat seine Technik, wie er die Bienen aus den Waben bringt, damit er diese in sein Auto laden kann. Pro Kiste sind es elf mit Honig gefüllte Zargen. «Das Gewicht einer vollen Wabe ist ungefähr zwei Kilogramm.» Ist das Wachs entfernt, stellt er die Zargen in die Honigschleuder. Der gewonnene Honig läuft durch ein erstes Sieb in einen grossen Eimer. Damit auch wirklich nur Honig im Glas landet, wird er nochmals durch ein Tuch gesiebt, bevor er abgefüllt wird. «Je nachdem welche Blumen blühen, hat mein Honig einen anderen Geschmack und auch eine andere Farbe.»
Bienen und ihre Aufgaben
Die Drohnen sind dazu da, Königinnen zu begatten. Die Königinnen ihrerseits legen die befruchteten Eier. Nur aus befruchteten Eiern schlüpfen weiblichen Bienen, die Arbeiterinnen. «Jede Biene macht ihren Job vom ersten Lebenstag an.» Sie putzen die eigene Zelle, gehören eine Zeit lang zum Bautrupp, und ab dem 20. Lebenstag fliegen sie aus, um Honig zu sammeln.
Alles ist klar definiert. Je nach Alter sind die Aufgaben zugeteilt. Eine der letzten Aufgaben einer Honigbiene ist das Sammeln von Wasser. Im Sommer lebt eine Biene rund 40 Tage, im Winter kann sie bis zu sechs Monate leben, denn sie muss nicht so viel arbeiten. «Das hat etwas mit den Flugstunden zu tun.»
Überwintern mit Zuckerwasser
Nach der Blütentracht bringt Sennrich seine Bienenvölker in den Wald, wo sie Waldhonig sammeln. «Waldhonig eignet sich nicht als Nahrung der Bienen über die Winterzeit. Ich schöpfe Ende Saison allen Honig ab, gebe den Bienen neue Zargen in die Beuten, so heissen die Behausungen der Honigbienen, und füttere sie über den Winter mit Zuckerwasser. Sie erstellen neue Waben, die Königin kann dann ihre Eier legen, und das Volk ist für den kommenden Frühling gesichert.
Kurse für das Erlernen des Imkerns
Seit einigen Jahren unterrichtet Sennrich für den Bienenzüchterverein Oberfreiamt. Die Bienenschule ist gedacht für angehende Imker, denn: «Natürlich kann jeder Bienen halten, der das will, doch ist es nicht mehr ganz so einfach wie früher.» Das Imkern ist heute komplexer, denn die Krankheiten müssen erkannt werden. Er empfiehlt jedem, eine Bienenschule zu machen. «Wer Bienen züchtet, nimmt auch Geld in die Hand, da ist das Wissen um Krankheiten und Schädlingen empfehlenswert. Ziel ist es ja auch, dass die Völker den Winter überstehen.»
Schulklassen, die etwas über die Bienen erfahren wollen, sind ihm willkommen. Da zeigt er gerne seinen Betrieb und offeriert den Kindern ein Znüni mit Honigbroten.
Asiatische Hornisse ist ein grosses Problem
Und dieses Problem betrifft nicht nur die Imker, sondern auch die Bauern. Denn wenn die Bienen wegen dieser eingeschleppten Art zugrunde gehen, wird auch nicht mehr bestäubt. «Ein Hornissenvolk frisst kiloweise Biomasse. Sie gehen an Obstbäume und Reben. In Frankreich verzichten die Winzer auf die Spätlese wegen der Unmengen von Asiatischen Hornissen.»
Sennrich warnt davor, Hornissennester in Eigenregie zu entfernen. Er empfiehlt eindringlich, auf jeden Fall den Experten zu kontaktieren.
Eine Hornissenkönigin legt im Spätsommer Eier für die Königinnenproduktion. «Das können bis zu 300 Stück sein. Und jede, die überlebt, bildet ein Volk. Das ist erschreckend. Dieses Insekt schadet allen. Die hocken sich auf die Einflugschneise der Bienenkästen. Die Bienen erstarren vor Angst und fliegen nicht mehr aus – verhungern faktisch in ihren eigenen Nestern.» Er appelliert an die Leserschaft: «Bitte seien Sie aufmerksam und melden Sie solche Nester. Das sind keine netten Insekten, die wir zum Überleben brauchen – ganz im Gegenteil.»
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Kennen Sie die Antwort? Schreiben Sie uns die Lösung bis Montag, 11. August auf info@anzeigeroberfreiamt. Viel Glück!