Berufswahlpodium an der Oberstufe Sins
30.10.2026 Sins, Jugend/AusbildungAm vergangenen Donnerstag fand in Sins das Podium zur Berufswahl statt. Es war ein spannendes Gespräch zwischen dem Rektor der Berufsschule Lenzburg, Ausbildungsverantwortlichen, Lehrlingen und der Moderatorin Claudia Breitschmid.
MANUELA ROTH
Die ...
Am vergangenen Donnerstag fand in Sins das Podium zur Berufswahl statt. Es war ein spannendes Gespräch zwischen dem Rektor der Berufsschule Lenzburg, Ausbildungsverantwortlichen, Lehrlingen und der Moderatorin Claudia Breitschmid.
MANUELA ROTH
Die Schüler der zweiten Oberstufe und deren Eltern konnten sich am Podium ein Bild machen, wie die Berufswahl mit Schnuppern, Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgespräch und dem Start einer Lehre abläuft. Die anwesenden Fachleute gaben motiviert und redegewandt Auskunft.
Will ich drinnen oder draussen arbeiten? Grob- oder feinmotorisch? Mit Leuten oder lieber allein? Bei den einen Schülern braucht es mehrere Schnupperlehren, andere können sich schnell entscheiden. Schnupperlehren dauern meist zwei bis fünf Tage. Auch Schnupperlehren, die zur Erkenntnis führen, dass der Beruf nicht passt, helfen weiter auf dem Weg zum Traumjob.
Viele Schnupperlehrlinge sind unsicher, wenn sie das erste Mal in einem Betrieb sind. Es ist für die Jugendlichen ein grosser Schritt. Wichtig beim Schnuppern ist gemäss den Empfehlungen der Fachleute, dass das Handy weggelegt wird, man pünktlich erscheint und sich wirklich für den Beruf interessiert.
Wie sucht man eine Lehrstelle?
Für manche Schnupperlehren muss man bereits eine Bewerbung schreiben, bei anderen reicht ein Telefon. Geht es dann um die Bewerbung, so braucht es ein Motivationsschreiben. Für dieses empfehlen die Fachleute, dass man sich mit der Firma und dem Beruf auseinandersetzt und schreibt, wieso einem gerade dieser Beruf und Betrieb interessiert. Auf die Rechtschreibung sollte sorgfältig geachtet werden. Weiter gehören die Zeugnisse und Checks (als Beilagen) in eine Bewerbung sowie allfällige Schnupperberichte. Auf die Frage, ob das Zeugnis denn so wichtig sei, war die Antwort der anwesenden Fachleute, dass vor allem der Mensch im Vordergrund steht und der Bewertung der Selbst- und Sozialkompetenzen mehr Gewicht gegeben werde. Gemäss Michelle Villiger, Verwaltungsrätin der Villiger Entsorgungssysteme AG, sind gerade diese für die Teamarbeit sehr wichtig. Ebenso werden Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit hoch bewertet.
Neu werden die Absenzen der Schüler im Zeugnis der Oberstufe erfasst. Hat ein Schüler sehr viele Absenzen, würde das bei einem Vorstellungsgespräch angesprochen werden.
Ist eine Bewerbung versendet worden, folgt hoffentlich ein Vorstellungsgespräch. Auf dieses sollten sich die Schüler gut vorbereiten. Fragen wie die nach Stärken und Schwächen gehörten zum Standard. Auch die Website des Betriebes sollte man bereits kennen. Hört man nach dem Senden einer Bewerbung lange nichts, darf man gerne nachfragen. Dies wird geschätzt und kann auch telefonisch gemacht werden. Wann die Lehrstellen vergeben werden, ist sehr unterschiedlich. Bei einigen Betrieben werden bereits ein Jahr vor Beginn der Lehre die Zusagen erteilt, bei anderen erst im Winter vor dem Lehrstart.
Motiviert drauflos
Starten die Schüler dann in die Lehre, sagt Tobias Widmer, Rektor der Berufsschule Lenzburg, dass vier Dinge sehr wichtig sind: Interesse zeigen, neugierig sein/viele Fragen stellen, Anstand wahren und die Regeln der Berufsschule einhalten. Wird dies nicht befolgt, folgt eine Information an den Lehrbetrieb, auch für zu spätes Erscheinen. Sollten die Schüler Schwierigkeiten beim Lernen haben, gibt es vor Ort ein Lernstudio. Auch die Lehrgeschäfte sind bereit zu helfen, wenn es in der Berufsschule irgendwo klemmt. Sehr wichtig ist aber auch das Engagement der Eltern!
Die beiden Lernenden berichten, dass der Start in die Ausbildung eine grosse Umgewöhnung war. Sie kamen müde, aber zufrieden nach Hause. Der Wechsel zwischen Berufsschule und Lehrbetrieb macht die Woche spannend, aber auch anstrengend. Freude haben sie aber daran, dass sie nur noch Fächer haben, die zum Beruf gehören und sie auch interessieren.
Jason Schneider, 1. Lehrjahr Detailhandel EBA, gab den Oberstufenschülern noch Folgendes mit auf den Weg: «Passt auf in der Schule und geniesst die Zeit hier noch.»
Die Schlussfrage der engagierten Podiumsmoderatorin Claudia Breitschmid lautete: «Wie sieht der ideale Lehrling aus?» Sie sollen interessiert und neugierig sein, etwas lernen wollen und sich selbst treu bleiben, antworteten die Fachpersonen.


