Freitagabendwanderung der Naturfreunde Oberfreiamt auf dem Skulpturenweg in Dietwil.
Kurz vor der Naturfreunde-Wanderung «Skulpturenweg» meldete die Presse schweizweit über ein ausgebüxtes Känguru in Dietwil. Der witzige ...
Freitagabendwanderung der Naturfreunde Oberfreiamt auf dem Skulpturenweg in Dietwil.
Kurz vor der Naturfreunde-Wanderung «Skulpturenweg» meldete die Presse schweizweit über ein ausgebüxtes Känguru in Dietwil. Der witzige Düeteler-Gemeindeschreiber kreierte kurzerhand ein neues Gemeindewappen mit dem Beuteltier, anstelle des Kreuzes mit hufeisenartigen Verzierungen.
Der Naturfreunde-Wanderleiter begrüsste an diesem heissen Sommertag seine Gruppe mit dem Hinweis, nicht nur nach Holzskulpturen am Wegesrand Ausschau zu halten, sondern auch nach dem hüpfenden Australier.
Der Abend zählte mit seinen 28 Grad noch zu den angenehmeren, waren doch die vorangehenden Abende bis zu zehn Grad wärmer. Auch von den gefürchteten Mücken war keine einzige auszumachen, also war es eine gemächliche, angenehme Wanderung.
Die tolle Aussicht über das Zugerland bis hin zum Albis und den angrenzenden Voralpen war ein Genuss.
Aber eigentlich standen die vielen Figuren im Fokus, insgesamt 48 an der Zahl. Sämtliche Kunstwerke hat Bruno Rölli mit einer Motorsäge gefertigt. Der Weg wurde 2005 eröffnet. In den zwanzig Jahren aber sind die Werke gealtert, wie auch ihr Schöpfer, weshalb die Gemeinde eine Nachfolge-Regelung sucht, was nicht einfach werden dürfte. In der Wandergruppe war eine solche Person auf alle Fälle nicht auszumachen.
Und zum Handwerk: Man überlege sich mal, wie eine Holzkette mit mehreren Gliedstücken aus einem Stück Holz herausgesägt werden kann! Unerklärlich, aber offenbar machbar.
Herzzerreissend
Der Zahn der Zeit hat an den Skulpturen genagt. So ist bei einer Skulptur ein Riss mitten durch ein Herz entstanden, eben «herzzerreissend». Andere Werke sind überwachsen und lassen nur noch knapp erahnen, was sich darunter wohl versteckt.
Schliesslich besuchte die Wanderschar die einzige noch erhaltene Dorfwirtschaft, die «Traube». Als Dietwil nur halb so viele Einwohner hatte, waren es mit dem «Ochsen» und dem «Dietwilerhof» noch deren drei.
Ja, und da bleibt doch die Frage nach dem ausgebüxten Känguru. Nix gesehen! Die Erklärung dafür gab eine aktuelle Nachricht auf dem Handy: Das Tier konnte im Laufe des Tages eingefangen werden, wobei «eingefangen» nicht der richtige Ausdruck ist. Das wendige Tier konnte nur mit dem Betäubungsgewehr eines Schützen wehrlos gemacht und wohl behalten dem Besitzer übergeben werden. Ende gut – alles gut! Also kann der Gemeindeschreiber das Kreuz wieder ins Gemeindewappen einfügen. Bis zum nächsten ausgebüxten Tier, hoffentlich nie ein Löwe!
Für die Naturfreunde Oberfreiamt: Hans Kaufmann