Am Montag fand der Spatenstich für den Ausbau der ARA Reuss-Schachen statt. Die Gemeinden Aristau, Merenschwand, Beinwil und Obfelden haben sich zusammengeschlossen. Das Grossprojekt wird rund 31 Millionen Franken kosten.
IRIS CAGLIONI
Am 4. Mai um 13.27 Uhr ...
Am Montag fand der Spatenstich für den Ausbau der ARA Reuss-Schachen statt. Die Gemeinden Aristau, Merenschwand, Beinwil und Obfelden haben sich zusammengeschlossen. Das Grossprojekt wird rund 31 Millionen Franken kosten.
IRIS CAGLIONI
Am 4. Mai um 13.27 Uhr erhielt ARA-Präsident Albert Betschart die E-Mail mit der definitiven Baubewilligung für das millionenschwere Projekt. Nur wenige Minuten, bevor der Spatenstich erfolgte. «Es ist schön, dass Sie an einem Montagnachmittag die Zeit fanden, zu uns zu kommen», bedankte sich Betschart bei den Anwesenden.
Die Ausgangslage
Nachdem 2019 das Megaprojekt der Gemeinden Affoltern am Albis, Hedingen, Zwillikon, Obfelden, Aeugst, Maschwanden, Aristau, Merenschwand und Beinwil geplatzt war, musste ein neuer Lösungsansatz erarbeitet werden. Betschart erläuterte: «Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Reuss-Schachen in Merenschwand, die das Abwasser der Verbandsgemeinden Merenschwand, Aristau und Beinwil reinigt, wurde im Jahr 2005 zuletzt komplett saniert und erneuert. In den kommenden Jahren wird ein Grossteil der Ausrüstung und Anlagetechnik die Lebenserwartung erreicht haben.» Etwas prekärer ist die Situation bei der ARA Obfelden. Die Anlage wurde 1955 in Betrieb genommen und 1996 das letzte Mal erweitert. Mehrere Anlageteile haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.
Die ARA Obfelden reinigt das Abwasser der Gemeinden Obfelden und Maschwanden sowie des Weilers Dachlissen (Mettmenstetten). Sie wird betrieben und unterhalten von der Gemeinde Obfelden.
Zusammenschluss ist sinnvoll
«Wir haben in Obfelden angefragt, ob sie bereit wären, an einem grösseren Projekt mitzuwirken», informierte Betschart weiter. Denn beide ARA müssen aufgrund ihres Alters grundlegend saniert werden. Der Zeitpunkt ist daher ideal, um Synergien zu nutzen und eine gemeinsame Lösung zu realisieren. Im Zuge einer Machbarkeitsstudie hat, sich ausserdem gezeigt, dass aus wirtschaftlicher und gewässerökologischer Sicht ein Zusammenschluss der beiden ARA sinnvoll ist. Standort der gemeinsamen Anlage ist jener der heutigen ARA Reuss-Schachen, der saniert und ausgebaut wird. Mit dem Ausbau wird eine moderne und betriebsfreundliche Anlage geschaffen, welche auch den zukünftigen Anforderungen an den Gewässerschutz gerecht wird.
Kostenverteilung
Der Kostenvoranschlag für den ARA-Ausbau beläuft sich auf 26,85 Millionen Franken. Der Kostenvoranschlag für den Umbau in Obfelden sowie die Erstellung der Verbindungsleitung und den Einkauf in den Abwasserverband beläuft sich auf 4,4 Millionen Franken. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 31,25 Millionen Franken.
Für Obfelden und die beiden Anschlussgemeinden sind rund 17,07 Millionen Franken veranschlagt. Dieser Betrag umfasst die Beteiligung am Projekt in Merenschwand, die geplante Verbindungsleitung sowie den Rückbau der bisherigen Anlagen in Obfelden. Für Merenschwand, Aristau und Beinwil fallen anteilsmässig die restlichen 14,1 Millionen Franken für den ARA-Ausbau an.
Die Kosten werden in allen Gemeinden über die regulären Abwassergebühren gedeckt. Die Obfelder Stimmbevölkerung hat dem Vorhaben im September 2022 an der Urne zugestimmt. Auch die Bevölkerung der Aargauer Gemeinden Aristau, Beinwil und Merenschwand haben im November 2022 an ihren Gemeindeversammlungen dem Projekt zugestimmt.
Der Natur wird Sorge getragen
Zusammengefasst wird die ARA in Merenschwand umfassend ausgebaut und modernisiert. In Obfelden wird der bestehende Bau umgebaut in ein Regenbecken und ein Abwasserpumpwerk. Zwischen Obfelden und Merenschwand wird eine Transportleitung erstellt, die mittels Spülbohrung unter der Reuss verlegt wird. Die einzelnen Bauetappen sind so koordiniert, dass die Verbindungsleitung parallel zur dritten und letzten Etappe in Reuss-Schachen fertiggestellt werden kann. Sobald das Abwasser direkt nach Merenschwand fliessen kann, werden die nicht umgenutzten, verbleibenden Anlageteile in Obfelden rückgebaut.
Dem Zeitplan ist zu entnehmen, dass dieses Projekt im Dezember 2030 seinen Abschluss finden wird.