Der Verein Maria Bernarda lud am 23. Oktober erneut zu einem interessanten Vortrag ein. Über 60 Gäste durfte der Verein in der Cafeteria des Maria-Bernarda-Heims in Auw begrüssen.
Authentischer und bereichernder Vortrag
Edith Sidler-Betschart ...
Der Verein Maria Bernarda lud am 23. Oktober erneut zu einem interessanten Vortrag ein. Über 60 Gäste durfte der Verein in der Cafeteria des Maria-Bernarda-Heims in Auw begrüssen.
Authentischer und bereichernder Vortrag
Edith Sidler-Betschart erzählte offen aus ihrem Leben als erblindete Familienfrau. Auf natürliche und eindrückliche Weise schilderte sie ihren Alltag: den Umgang mit ihren Kindern, das Kochen, ihre Vereinstätigkeit und die täglichen Herausforderungen, denen sie sich stellen muss.
Gottvertrauen ist wichtig
In ihren Ausführungen nahm sie vorweg Bezug auf die heilige Maria Bernarda. Wie diese mutige Frau vertraut auch Edith Sidler-Betschart auf Gott und schöpft daraus Kraft, um ihr Leben zu meistern. Dabei sei es wichtig, persönliche Kraftquellen zu nutzen. Für sie sind dies insbesondere die Musik und der Jodelclub.
Sie verschwieg auch nicht, dass sie mit ihrem Schicksal auch schon gehadert und Krisen durchlebt habe. Dank ihres Gottvertrauens sowie der Unterstützung ihrer Familie und ihrer Freunde habe sie jedoch immer wieder einen Weg aus schwierigen Situationen gefunden. Man soll darauf vertrauen, dass es gut kommt, und man dürfe nicht zulassen, dass das Gefühl aufkommt, etwas nicht schaffen zu können. Besonders betonte sie, wie wichtig es sei, den ersten Schritt zu wagen, auch wenn man den ganzen Weg noch nicht kenne.
Blinde stehen vor vielen Herausforderungen
Die heutige, stark von Bildern geprägte Welt stellt blinde Menschen vor besondere Herausforderungen. Schwierig sei für sie, dass sie kein Bild mehr von sich selbst habe. Dafür könne sie vieles umso intensiver wahrnehmen. Die Lichter in der Weihnachtszeit vermisse sie zwar, dafür nehme sie Schwingungen bewusster wahr.
Blinde Menschen benötigen für viele alltägliche Aufgaben mehr Energie und müssen deshalb gut mit ihren Kräften haushalten. Edith Sidler-Betschart sensibilisierte die Anwesenden für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen und plädierte für einen offenen und unbefangenen Umgang mit ihnen. Oft begegne die Gesellschaft Menschen mit Behinderungen mit Unsicherheit oder Angst. Umso wichtiger sei es, aufeinander zuzugehen und sich auf Augenhöhe zu begegnen.
Anhand eines einfachen Beispiels zeigte sie, wie konkrete Hilfe aussehen kann: Wenn eine blinde Person Hilfe annimmt, sollte man sie am Oberarm führen und nicht einfach auf etwas hinweisen, das nur Sehende erkennen können. Zusätzliche und praktische Einblicke brachten auch die Antworten auf die vielen Fragen aus dem Publikum. Angesteckt von Edith Sidlers Lebensfreude verliessen die Gäste den Abend um viele Impulse reicher.
Karitativer Kuchenverkauf
Die letzte Veranstaltung des Vereins Maria Bernarda in diesem Jahr ist der karitative Kuchenverkauf zugunsten eines Projektes der Franziskaner Missionsschwestern. Der Erlös kommt einem Mahlzeiten- und Gesundheitsprojekt in Ocaña/Kolumbien zugute. Der Kuchenverkauf findet am Sonntag, 6. Dezember anlässlich des Weihnachtsbaumverkaufs beim Auwer Forsthaus statt.
Für den Verein: Gerhard Imbach