Bezaubernder Abend beim Samichlaus im Wald
29.11.2024 SinsWenn der Samichlaus und Frau Holle zusammenspannen, sind magische Momente garantiert. So auch am vergangenen Samstag, als der bärtige Mann in sein verschneites Häuschen einlud und Gross und Klein in seinen Bann zog.
EVELYNE HEEB
Einmal mehr zauberte die ...
Wenn der Samichlaus und Frau Holle zusammenspannen, sind magische Momente garantiert. So auch am vergangenen Samstag, als der bärtige Mann in sein verschneites Häuschen einlud und Gross und Klein in seinen Bann zog.
EVELYNE HEEB
Einmal mehr zauberte die Klausgesellschaft Sins ein wahres Wunderland in den Wald. Knapp dreissig Helferinnen und Helfer liessen zahlreiche Familien in eine märchenhafte Winterwelt eintauchen. Der Schauplatz, eine Augenweide. Bunte Lichterketten baumelten zwischen den Ästen, Sterne verschiedenster Grössen schmückten Holzbeigen. Lagerfeuer loderten in wunderbarem Kontrast zur glitzernden weissen Pracht, die für ein einzigartiges Ambiente sorgte. «Seit über zwanzig Jahren findet der Anlass bereits statt. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass jemals so viel Schnee lag», sagte Samuel Bühlmann, Präsident der Klausgesellschaft, erfreut.
Magie pur für die ganze Familie
Flackernde Feuertrommeln wiesen am frühen Abend den Weg vom Schulhaus Letten hoch zur Chlaushütte. Bereits um kurz nach vier Uhr folgten die ersten Familien vorfreudig und munter plaudernd den wegweisenden Lichtern. Langjährige Besucherinnen und Besucher wussten: Ganz zu Beginn ist die Chance am grössten, den Samichlaus ausserhalb seines Häuschens zu erspähen. Und sie sollten Recht behalten.
«Da, er chund!» Selina und Nevio entdeckten ihn als erste. Allein und ganz gemächlich schritt der Mann mit dem weissen Bart in der Dämmerung die Waldstrasse hinauf. Aufgeregt hüpften ihm die beiden entgegen und schüttelten dem freundlich lächelnden Mann die Hand. «Wir haben für dich einen Schneebären gebaut», sprudelte es aus Selina heraus, und sie zeigte auf eine lustige Kreatur, die den Wegrand zierte. Nevio stand andächtig daneben, bevor er das Mädchen am Ärmel zupfte und tief Luft holte. «Samichlaus, und jetzt möchten wir noch ein Versli aufsagen.»
Aus sicherer Distanz betrachtete der dreijährige Leano das Geschehen. Sein Interesse galt viel mehr den beiden Eseli Mailo und Michi, die sich in ihrem Gehege pudelwohl zu fühlen schienen. Sie zeigten keine Scheu, liessen sich streicheln und knuddeln und avancierten zu den heimlichen Stars des Abends. So zeigte sich Leano auch ziemlich unbeeindruckt, als plötzlich Schmutzlis an ihm vorbei huschten. Mit Ruten und einem grossen Korb voller Nüssli und Mandarinen näherten sie sich dem Samichlaus und geleiteten ihn zu seinem Häuschen. Schliesslich wartete da noch Arbeit.
Eine Geschichte im Chlaushüsli
Bald schon bildete sich eine Schlange vor dem hübsch geschmückten Chlaushüsli. Livio tänzelte ungeduldig von einem Bein aufs andere und konnte es kaum erwarten, bis sich die Türe öffnete. «Nein, ich habe doch keine Angst», gab er sich selbstsicher. Doch nicht alle Kinder liessen sich so unerschrocken in die warme Stube führen. Viele waren froh, dass sie sich an ihren Eltern festklammern konnten. Und da sass er. Gemütlich vor seinem Kamin erwartete der Samichlaus seine neugierigen Gäste und zog sie mit seiner warmen Stimme sogleich in seinen Bann. Mucksmäuschenstill lauschte Gross und Klein der Geschichte vom einsamen Holzfäller Ruprecht und wurde zum Schluss mit einer Handvoll Nüssli beschenkt.
Gemütlichkeit am Feuer
Je später der Abend, umso magischer die Stimmung. Viele Familien machten es sich um die Lagerfeuer gemütlich, gönnten sich eine Wurst vom Grill oder wärmten sich bei Kaffee oder Punsch. Während sich die Zweitklässlerin Vivienne zu den Schmutzlis gesellte und half, Ruten für die bevorstehenden Hausbesuche zu binden, biss ihre Schwester Alexa herzhaft in ein Stück Lebkuchen. «Der Samichlaus bäckt den zweitbesten Lebkuchen auf der Welt», lobte sie mit vollem Mund. «Nur der Kuchen aus Mamis Küche, der ist noch besser», ergänzte sie mit einem verschmitzten Lächeln.
Dann kam nochmals Aufregung auf. Die beiden Eseli waren aus ihrem Gehege ausgebüxt. Mit vereinten Kräften konnten die beiden Ausbrecher jedoch bald wieder eingefangen werden.
Helferinnen und Helfer gesucht
Noch lange verweilte die Gästeschar und zeigte sich dankbar für den gelungenen Anlass. Auch Bühlmann war zufrieden. «Es hatte wohl etwas weniger Leute wie im letzten Jahr, aber die Stimmung war super.» Damit die schönen Traditionen rund um den Samichlaus auch in Zukunft weitergeführt werden können, ist die Klausgesellschaft auf der Suche nach weiteren Helfern. «Besonders junge Leute, die Freude daran haben, anderen eine schöne Chlauszeit zu bereiten, sind bei uns herzlich willkommen.»