1.-August-Feier sucht Nachfolger
05.06.2026 OberrütiJahrzehntelang organisierte der Trychlerverein die Bundesfeier. Nun ist damit Schluss. Nicht aus Frust, sondern weil man müde ist. Findet sich keine andere Organisation, wird es dieses Jahr keine offizielle 1.-August-Feier in Oberrüti geben.
RAHEL HEGGLIN
...Jahrzehntelang organisierte der Trychlerverein die Bundesfeier. Nun ist damit Schluss. Nicht aus Frust, sondern weil man müde ist. Findet sich keine andere Organisation, wird es dieses Jahr keine offizielle 1.-August-Feier in Oberrüti geben.
RAHEL HEGGLIN
Sie gehört in einem Dorf eigentlich dazu: die 1.-August-Feier mit Festwirtschaft, Grill, Zelten und geselligem Beisammensein. Bis im vergangenen Jahr war das auch in Oberrüti selbstverständlich. Die treibende Kraft hinter dem Anlass waren jeweils die Mitglieder des Trychlervereins. Jahr für Jahr stemmten sie die Feier und boten der Bevölkerung ein würdiges Nationalfest. «Der Anlass wurde immer sehr geschätzt», sagt Remo Giger, Aktuar des Trychlervereins. «Menschen jeden Alters kamen zusammen. Genau diese Vielfalt machte den Anlass so besonders.» Dass dies gelungen ist, war auch der Bekanntheit des Vereins zu verdanken, wie Pius Hofstetter, Vizeammann einschätzt: «Dank der Vernetzung des Trychlervereins war das Fest schon Monate zuvor ein Gespräch im Dorf. Zudem haben sie es mit einem gemütlichen Ambiente und einer lockeren Stimmung geschafft, das Fest so zu gestalten, dass es für jeden ein toller Grillabend wurde.»
Organisationsmüdigkeit nimmt zu
Nun hat sich die Situation geändert. Der Verein zählt derzeit 17 Mitglieder, von denen sich viele seit Jahren engagieren. «Früher hatten die meisten weniger Verpflichtungen als heute. Mittlerweile haben viele Familie oder sind beruflich stark eingebunden», erklärt Giger.
Der Entscheid, die Feier nicht mehr zu organisieren, fiel deshalb nicht plötzlich.
Vielmehr habe sich über längere Zeit eine gewisse Müdigkeit breitgemacht. Zwar wurde im vergangenen Jahr nochmals ein neues Organisationskomitee gebildet, und auch die letzte Durchführung war sehr erfolgreich. Dennoch fehlt für dieses Jahr die Energie, um weiterzumachen. «Viele Vereinsmitglieder möchten den Nationalfeiertag auch einmal als Gast geniessen und nicht hinter dem Grill, Buffet oder im Service stehen.» Für den Gemeinderat eine verständliche, aber dennoch traurige Entscheidung: «Der Gemeinderat findet es schade, dass es keine 1.-August-Feier gibt. Es war jahrelang eine Tradition, die das Dorf zusammenbringt, um die Schweiz zu feiern.» Damit diese Tradition weiterlebt, würden es die Trychler wie auch der Gemeinderat begrüssen, wenn jemand anderes die Organisation übernehmen würde.
Ohne Helfer geht es nicht
Ganz ohne Aufwand lässt sich eine Bundesfeier allerdings nicht organisieren. Laut Giger braucht es vor allem genügend Helferinnen und Helfer. «Es müssen Zelte aufgebaut, Tische organisiert, Essen vorbereitet und am Ende wieder alles aufgeräumt werden.» Unterstützung erhielt der Trychlerverein teilweise auch von der Gemeinde. Diese stellte die Tische zur Verfügung und beteiligte sich mit einem finanziellen Beitrag. «Die Gemeinde unterstützt die 1.-August-Feier mit einem Betrag von 1’000 Franken, und das Areal kann selbstverständlich genutzt werden», sagt der Vizeammann. Der finanzielle Anreiz war für die Trychler aber nicht ausschlaggebend: «Der Anlass war für unseren Verein jeweils weitgehend kostendeckend und vor allem ein wertvoller Beitrag für das Dorfleben und den Zusammenhalt», stellt Giger klar.
Neue Organisatoren gesucht
Nun bleibt die Hoffnung, dass sich neue Personen oder Vereine finden, damit die Tradition weitergeführt werden kann. Schliesslich zog die 1.-August-Feier jedes Jahr viele Besucherinnen und Besucher an und zeigte damit, dass das Interesse in der Bevölkerung vorhanden ist. Hofstetter sagt, dass sich bereits jemand über die Organisation der 1.-August-Feier informiert habe, schlussendlich aber davon abgesehen hat. Auch die Gemeinde selbst möchte die Feier nicht stemmen: «Zurzeit ist dies kein Thema. Wir hoffen jedoch, dass sich für nächstes Jahr eine neue motivierte Gruppe meldet», so Hofstetter.
Wer Interesse hat, kann sich bei der Gemeindeverwaltung melden. Obwohl die Zeit knapp ist, wäre es sicher möglich, dass die Oberrüterinnen und Oberrüter auch dieses Jahr den Nationalfeiertag gemeinsam feiern können.

