Zuger sanieren Reussdamm
10.04.2026 NaturDass in der Reussebene ein Hochwasserschutzdefizit besteht, ist beidseits des Flusses bekannt. Der Kanton Zug will 17,2 Millionen Franken in die Sanierung des Reussdamms stecken.
IRIS CAGLIONI
Insbesondere die Hochwasserereignisse von 2005 und 2021 zeigten ...
Dass in der Reussebene ein Hochwasserschutzdefizit besteht, ist beidseits des Flusses bekannt. Der Kanton Zug will 17,2 Millionen Franken in die Sanierung des Reussdamms stecken.
IRIS CAGLIONI
Insbesondere die Hochwasserereignisse von 2005 und 2021 zeigten deutlich, dass in der Reussebene ein Hochwasserschutzdefizit besteht. Der Kanton Zug ist fokussiert auf den drei Kilometer langen Abschnitt zwischen der Reusshalde und der Sinserbrücke beim Weiler Zollhaus in Hünenberg. «Das bestehende Dammbauwerk ist überaltert und genügt den heutigen Sicherheitsanforderungen nicht, weder bezüglich Stabilität noch in Bezug auf die Abflusskapazität», kann der entsprechenden Medienmitteilung des Kantons Zug entnommen werden. Nebst dem Schutzziel und der Schutzwirkung des neuen Dammbauwerks wird auch eine ökologische Aufwertung erreicht.
Ziel des Dammbauwerks
Die Reussebene soll vor einem Hochwasser, welches alle 50 bis 100 Jahre auftritt, geschützt werden. Mit der Erstellung des Hochwasserschutzes sollen ökologische Defizite behoben und die vielfältige Nutzungsinteressen angemessen berücksichtigt werden.
Das Wasserbauprojekt beinhaltet die Sanierung des Schutzdamms auf einer Länge von rund drei Kilometern, eine Verbesserung der Erholungsnutzung und die ökologische Aufwertung der Reuss von der Reusshalde bis zur Sinser Brücke beim Zollhaus.
Was geht beim Aargauer Projekt?
Wie vom Kanton Aargau bereits im Juni 2025 mitgeteilt wurde, besteht im oberen Reusstal von Dietwil bis Bremgarten dringender Handlungsbedarf. Die geplante Sanierung der Kantone Zug, Luzern und Aargau seien koordiniert. Silvio Moser, Projektleiter der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau, bestätigte die vor einem Jahr publizierten Informationen.
Die Kosten für den Hochwasserschutz im Oberen Reusstal, also auf Aargauer Seite von Dietwil bis Bremgarten, liegen bei 50 bis 60 Millionen Franken. Moser meinte: «Aktuell sind wir im Abschnitt Dietwil-Oberrüti an der Erarbeitung des Vorprojekts.» Die Investitionskosten allein im Abschnitt Süd, von Dietwil bis Oberrüti, wurden im Rahmen des Variantenstudiums auf rund 35 Millionen Franken geschätzt. Dagegen stehen nun auf der Zuger Seite die 17,2 Millionen Franken, die investiert werden sollen – ein zu relativierender Betrag.
Das ist auf Zuger Seite geplant
Im Gebiet Reusshalde wird der Damm rückgebaut und der Dammanschluss an die Hangkante nach Norden verschoben. Im Beugerank wird der Damm hinter das bestehende Waldstück zurückversetzt. Auf den übrigen Abschnitten verläuft der Damm an bestehender Lage. Der heutige Damm wird auf seiner gesamten Länge leicht erhöht und gegen die Landseite verbreitert, damit er mit schweren Unterhalts- und Interventionsfahrzeugen befahren werden kann. Zur Erfüllung der Anforderungen bezüglich Stabilität, Dauerhaftigkeit und Unterhalt weist das sanierte Dammbauwerk beidseitig eine Böschungsneigung von 27 Grad auf. Auf flachere Dammböschungen wurde zwecks Minimierung der Beanspruchung der landwirtschaftlich intensiv genutzten Ebene weitgehend verzichtet. Für die Dammfussentwässerung und zur Vermeidung eines gefährlichen Grundbruchs wird entlang des landseitigen Dammfusses ein kiesiger Auflastfilter erstellt.
Ökologische Aufwertung
Durch ein Abrücken des Damms weg von der Reuss ins Naturschutzgebiet Reusshalde und im Beugerank werden zwei Aufweitungen geschaffen. Diese Massnahmen ermöglichen die Entstehung von zwei ökologisch wertvollen Auengebieten und eine Verbesserung der Gerinnedynamik in diesen Abschnitten. Im Beugerank entsteht in Anlehnung an den historischen Gewässerzustand ein permanent durchströmtes Seitengerinne mit einem Altarm und Flutmulden. Auf den übrigen Abschnitten sind ökologische Aufwertungen durch Rückbau des harten Uferverbaus, Uferstrukturierungen, Vorlandabflachungen und Buchten mit standortgerechter Ufervegetation vorgesehen.
Straffer Zeitplan
Der Kanton Zug hat 2023 eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag gegeben. Nachdem der Bund ein Jahr später Stellung dazu genommen hatte und 2025 die öffentliche Auflage erfolgte, konnte der Kantonsrat im März 2026 den Beschluss fassen und die Gelder in Aussicht stellen. In der Zuger Planung steht weiter: «Baustart der Hauptbauarbeiten ist voraussichtlich 2027, das Bauende ist noch offen.»
Auf Aargauer Seite mahlen die Mühlen etwas langsamer. Das Vorprojekt sollte zwischen 2025 und 2027 abgeschlossen werden, damit die Richtplananpassungen 2028 vorgenommen werden können. Die Erstellung des Bauprojekts könnte ab 2029 Thema werden. Ein möglicher Termin für den effektiven Baustart ist noch nicht bekannt.


