Was macht denn der Samichlaus im Sommer?
12.12.2025 AbtwilAm vergangenen Samstag fand in Abtwil der alljährliche Chlaus-Auszug statt. Der Samichlaus wurde herzlich in der weihnächtlich dekorierten Kirche Abtwil empfangen und anschliessend mit den lauten Glocken der «Gunggeler» verabschiedet.
MANUELA ...
Am vergangenen Samstag fand in Abtwil der alljährliche Chlaus-Auszug statt. Der Samichlaus wurde herzlich in der weihnächtlich dekorierten Kirche Abtwil empfangen und anschliessend mit den lauten Glocken der «Gunggeler» verabschiedet.
MANUELA ROTH
Samstagabend in Abtwil: Aufgeregt rannten Kinder vor der Kirche um den wunderschön geschmückten, riesengrossen Tannenbaum. Es war wieder so weit, der alljährliche Chlaus-Auszug stand auf dem Programm. Um Punkt 17.30 Uhr stand der Samichlaus in der Tür und betrat die gut gefüllte Kirche. Begleitet wurde er von zwei Schmutzlis und einem Diener. Stolz schritt er mit dem dicken roten Buch und seinem goldenen Stab zum Rednerpult und begrüsste die Besucher, während der Diener seine Schratte ablegte.
Was macht der Samichlaus im Sommer?
Davon handelte die traditionelle Geschichte, die der Samichlaus erzählte.
Im Sommer, da packt er seinen Mantel in den Schrank und setzt sich auch mal einen Strohhut auf. Alles nimmt er dann etwas lockerer. Er badet manchmal seine Füsse im See und geniesst die Sonne. Er repariert sein Material – letztes Jahr waren es der Stab, der defekt war, und einen Riss in seinem Gewand hatte er auch noch.
Oft geht der Samichlaus in den Wald und kümmert sich zusammen mit den Schmutzlis um die kranken Tiere. Er sammelt für diese Kräuter, aus welchen er dann Salben und Tees macht. Oder er repariert Vogelhäuser.
Die Schmutzlis schleichen im Sommer häufig um die Häuser und schauen hinein, um dem Samichlaus zu berichten, welche Kinder mehr und welche weniger artig waren. Dies notiert der Samichlaus dann in sein dickes, rotes Buch – es gab zum Glück mehrheitlich Gutes zu berichten, auch dieses Jahr.
In die Berge fährt der Samichlaus im Sommer auch gerne. Der Samichlaus sagte: «Die Sterne, die dann nachts am Himmel leuchten, erinnern mich an das Leuchten der Kinderaugen, welches ich im Winter sehe, wenn ich sie besuche.»
Sprüchlein und Geschenke
Nach seiner Geschichte fragte er, wer von den Kindern, denn einen Vers für ihn einstudiert habe. Eine ganze Schar an Kindern streckte auf. Erstaunt war der Chlaus, dass es heute sogar Sprüchlein im Internet zu finden gibt! Die einen waren länger, die anderen kurz, die einen laut, die anderen leise, das Kleinste der Kinder streckte dem Samichlaus wortlos eine Zeichnung entgegen, zwei Kinder sagten ihren Spruch synchron im Duett auf – und für alle hatte der Samichlaus lobende Worte und eine Mandarine bereit. Ab und zu läuteten die Schmutzlis vergnügt mit ihren Glocken und zeigten so ihre Freude.
Auszug zu den Gunggelern
Zum Schluss wünschte der Samichlaus allen eine schöne Adventzeit und zog mit seinen Schmutzlis und dem Diener aus der Kirche aus.
Draussen erwarteten rund 20 Kinder den Samichlaus mit Glocken und liessen diese im gleichmässigen Takt erklingen. Immer lauter wurde es, bis sie schliesslich verstummten. Der Samichlaus bedankte sich bei ihnen für dieses Platzkonzert und überreichte allen eine kleine Überraschung. Danach hiess es: «Linkes Bein nach hinten und eins, zwei, drei!» Und los gings – im exakten Takt wurde die Glocke von einem Bein zum anderen geschlagen und die Gunggeler zogen von der Kirche weg.
Auch der Samichlaus schloss sich an und machte sich auf den Weg zu seinen Hausbesuchen.
Keinerlei Nachwuchsprobleme
19 Mitglieder zählt der Samichlausverein Abtwil. Nachwuchsprobleme gibt es nicht, die aktuelle Gruppe hat einen grossartigen Zusammenhalt.
Im Dorf waren zwei Gruppen mit je einem Samichlaus und ein bis zwei Schmutzlis und Dienern am 6. und 7. Dezember unterwegs. Sie besuchten nach Möglichkeit zuerst die kleineren Kinder, dann die grösseren, denn bei den letzten war der Samichlaus erst gegen 21 Uhr.
Der Samichlaus war in Abtwil ausschliesslich zu Fuss unterwegs. Nebst den Kindern besuchte er auch die bei den Restaurants und sorgte dort für eine Bescherung. Dieses Jahr wurden 22 Hausbesuche bei über 50 Kindern zwischen zwei und zehn Jahren ausgeführt.
Finanziert wird der Verein durch einen Beitrag der Gemeinde und die freiwilligen Beträge, die sie von den besuchten Familien erhalten. Verwendet werden diese Gelder für die massgeschneiderten Gewänder des Samichlauses und der Schmutzlis und Diener sowie für Mandarinen und Nüsse, welche sie den Kindern abgeben, und für das jährliche Dankesessen fürs Team.





