Verantwortungsvoller Umgang mit der Natur
10.07.2026 NaturDer SAC und die Schweizer Wanderwege suchen die spektakulärsten Outdoor-Toiletten.
pd/red | Wer länger draussen unterwegs ist, muss früher oder später auf die Toilette. Mit der Kampagne #ScheissMoment sensibilisieren der Schweizer Alpen-Club ...
Der SAC und die Schweizer Wanderwege suchen die spektakulärsten Outdoor-Toiletten.
pd/red | Wer länger draussen unterwegs ist, muss früher oder später auf die Toilette. Mit der Kampagne #ScheissMoment sensibilisieren der Schweizer Alpen-Club SAC und der Verband Schweizer Wanderwege zum dritten Mal in Folge für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur beim Verrichten der Notdurft. Dieses Jahr suchen die beiden Verbände die spektakulärsten Outdoor-WCs der Schweiz.
Plötzlich taucht in der hochalpinen Landschaft ein Steinhäuschen auf, Ton in Ton mit der Steinplatte, auf der es steht, an der Holztür eine Plakette mit der Aufschrift «Toilette». Oder ein weisser WC-Ring leuchtet in der Böschung, etwas abseits des Weges und weist darauf hin, dass Wandernde hier ihre Notdurft verrichten können.
Spektakuläre Outdoor-Toiletten gesucht
Auf Ausflügen in der Natur begegnet man Toiletten, die aussehen wie Chalets oder Telefonhäuschen, mitten auf einer Krete oder mit Aussicht auf einen Gletscher – Spuren menschlicher Bedürfnisse.
Denn wer draussen unterwegs ist, muss früher oder später immer. Deshalb sensibilisieren der Schweizer Alpen-Club SAC und der Verband Schweizer Wanderwege mit der Kampagne #ScheissMoment zum dritten Mal in Folge dafür, beim Verrichten der Notdurft Rücksicht auf die Natur zu nehmen. In diesem Jahr machen sich die beiden Organisationen auf die Suche nach den spektakulärsten Outdoor-Toiletten. Berggängerinnen und Wanderer können Fotos ihrer Fundstücke einsenden.
Wenn es nicht bis zum WC reicht
Drückt die Blase oder meldet sich die Verdauung, steht im besten Fall ein solches WC in der Nähe. Vor dem Ausflug gilt es, Stopps in Restaurants, Hütten oder bei Bergbahnen einzuplanen. Für Ursula Jaag, Wanderleiterin bei den Wanderwegen Graubünden, gehört das Thema zu jeder Einführung vor einer Gruppenwanderung: «Ich mache Teilnehmerinnen und Teilnehmer darauf aufmerksam, wie lange es jeweils bis zum nächsten WC-Stopp dauert.»
Trifft sie mit ihrer Wandergruppe auf die Spuren anderer, nimmt sie diese zum Anlass, für das Thema zu sensibilisieren. «Falls jemand unterwegs mal muss, habe ich immer ein Plastiksäckli dabei, damit keine Taschentücher in der Natur zurückbleiben», so Jaag.
Denn anders als Spuren von Gämsen, Steinböcken oder Hasen sind menschliche Hinterlassenschaften ungern gesehen. Sie sind aber nicht nur unschön, sie können auch der Natur schaden.
Lucie Wiget, Fachmitarbeiterin Freier Zugang & Naturschutz beim SAC, weist darauf hin, dass manche Wildtiere zurückgelassenes WC-Papier für ihre Nester und Unterschlüpfe nutzen. Dadurch können Krankheitserreger verbreitet werden. «Deshalb ist es so wichtig, nichts zurückzulassen», so Wiget. Zudem belasten menschliche Ausscheidungen und Medikamentenrückstände Bergseen und Bäche. «Um Gewässer zu schützen, sollte man beim Verrichten der Notdurft stets mindestens 50 Meter Abstand zu Seen und Fliessgewässern halten», sagt Wiget.
Tipps zum Toilettengang unterwegs
Beim Verrichten der Notdurft sollte man:
– Vorhandene Infrastrukturen nutzen.
– Im Freien ein stilles Örtchen abseits des Weges wählen, dabei aber aufpassen, dass keine Absturz- oder Steinschlaggefahr besteht.
– Eine vorhandene Mulde nutzen oder ein rund 15 cm tiefes Loch graben und das Geschäft mit Erde oder Steinen bedecken.
– Das Taschentuch oder Toilettenpapier im Plastiksäckli mitnehmen und im Tal entsorgen.
– Mindestens 50 Meter Abstand zu Gewässern halten.
Wichtig zu wissen
Ein liegengelassenes Papiertaschentuch braucht bis zu fünf Jahre, um sich zu zersetzen, Feuchttücher sogar noch länger. Wegen der Waldbrandgefahr sollte man das Toilettenpapier nicht verbrennen.
Fotowettbewerb
Der Schweizer Alpen-Club SAC und der Verband Schweizer Wanderwege spannen seit 2024 für die Kampagne #ScheissMoment zusammen. Mit einem Augenzwinkern sensibilisieren die beiden Organisationen für ein Tabuthema, das alle betrifft, die draussen unterwegs sind. Die Kampagne zeigt, wie Berggängerinnen und Wanderer die Notdurft im Freien korrekt verrichten und dabei die Natur schützen. Outdoor-Fans erhalten konkrete Tipps und Hilfsmittel für ein umweltverträgliches Verhalten.
In diesem Jahr suchen die beiden Organisationen die spektakulärsten Outdoor-Toiletten der Schweiz. Wanderer und Berggängerinnen können bis zum 31. August ihre Entdeckungen auf den Webseiten der Organisationen einreichen. www.sac-cas.ch/de/scheissmoment www.scheissmoment.ch

