«Oberrüti liegt an einer ausgezeichneten Lage eingebettet in der erholsamen Natur», schreibt der Gemeinderat auf seiner Homepage. «Oberrüti bietet Lebensqualität.» Doch wie passen diese Worte zur geplanten Erweiterung der Deponie Babilon?
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«Oberrüti liegt an einer ausgezeichneten Lage eingebettet in der erholsamen Natur», schreibt der Gemeinderat auf seiner Homepage. «Oberrüti bietet Lebensqualität.» Doch wie passen diese Worte zur geplanten Erweiterung der Deponie Babilon?
Weitere 1,4 Millionen Kubikmeter Aushub bedeuten nochmals acht Jahre Deponiebetrieb mit Lastwagenverkehr, Lärm und Staub. Laut Verkehrsbericht sind durchschnittlich rund 97 deponiebedingte Lastwagenfahrten pro Betriebstag durch Oberrüti zu erwarten – Hin- und Rückfahrten zusammen. Gerade für Kinder, die diese Hauptstrasse auf ihrem Schulweg überqueren müssen, stellt der Schwerverkehr ein Sicherheitsrisiko dar. Diese Belastung bleibt uns weitere acht Jahre erhalten.
Diesen Sommer waren riesige Staubwolken zu beobachten, die von der bestehenden Deponie bis nach Dietwil zogen. Sie zeigen die Grenzen der bisherigen Staubbekämpfung. Bei unserem häufigen Westwind befürchte ich, dass künftig auch Oberrüti stärker betroffen sein wird. Müssen wir neben Sahara- und Blütenstaub auch noch Deponiestaub von Autos, Solaranlagen und Gartenmöbeln entfernen? Gleichzeitig halte ich den hohen Wasserbedarf für die Bewässerung während langer Trockenperioden für ökologisch fragwürdig.
Am schwersten wiegt für mich der massive Eingriff in unsere natürlich gewachsene Landschaft und die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Aufschüttungen und Bachverlegungen verändern das Landschaftsbild grundlegend. Zwar sind Begrünungen und ökologische Aufwertungsmassnahmen vorgesehen. Doch was in Dietwil zu sehen ist, empfinde ich keineswegs als landschaftliche Aufwertung. Eine künstlich geformte Landschaft ist für mich kein gleichwertiger Ersatz für unsere gewachsene Natur. Auch die Beanspruchung wertvoller Fruchtfolgeflächen und der Eingriff in einen Wildtierkorridor von nationaler Bedeutung sind äusserst bedenklich.
Natürlich profitiert unsere Gemeinde finanziell, ebenso stehen wirtschaftliche Interessen privater Unternehmen hinter dem Projekt. Die Belastungen trägt hingegen die Bevölkerung vor Ort. Für mich rechtfertigen die zusätzlichen Einnahmen weder den massiven Eingriff in unsere Natur und Tierwelt noch die jahrelangen Beeinträchtigungen unserer Lebensqualität.
Wer die erholsame Natur als Stärke unseres Dorfes hervorhebt, sollte sie auch bewahren.
Deshalb rufe ich zur Teilnahme an der Gemeindeversammlung und zur Ablehnung der Deponieerweiterung auf.
Franziska Baggenstos, Oberrüti