Am letzten Samstag eröffnete das Spital Muri die neue Station mit neun Zimmern und Platz für 13 Patienten. Auch eine Lounge als Wartebereich bei Ein- und Austritt sowie eine eigene Terrasse gehört zum Exklusivangebot.
KATHRIN BURRI
Sabina ...
Am letzten Samstag eröffnete das Spital Muri die neue Station mit neun Zimmern und Platz für 13 Patienten. Auch eine Lounge als Wartebereich bei Ein- und Austritt sowie eine eigene Terrasse gehört zum Exklusivangebot.
KATHRIN BURRI
Sabina Rüttimann, Stiftungsratspräsidentin des Spitals Muri, begrüsste die geladenen Gäste und Kadermitarbeitenden zur feierlichen Eröffnung der MuriDeluxe-Station. «Im Rahmen der Strategieausrichtung hatte man sich entschieden, eine bestehende Bettenstation im 4. Stock in die heutige Muri-Deluxe-Station umzuwandeln», so Rüttimann. Die hohe Qualität der medizinischen Versorgung bleibe für die Patientinnen und Patienten aller Versicherungsklassen gleich. Gleichzeitig könnten nun aber die besonderen Erwartungen von privat- und halbprivatversicherten Patienten an Komfort, Ruhe und gehobene Hotellerieleistungen noch besser erfüllt werden. Bei Eintritt erwartet die Patienten frisches Obst im Zimmer. Zudem profitieren sie von längeren Besuchszeiten, wenn gewünscht. Das medizinische Kader besucht die Patienten täglich, und die Pflegefachpersonen ermöglichen eine besonders individuelle Betreuung. Zudem stehen ein vielfältiges Gastronomieangebot und weitere Annehmlichkeiten Privat- und Halbprivatpatienten zur Verfügung. Rüttimann zitierte dazu die französische Philosophin und Mystikerin Simone Weil: «Aufmerksamkeit ist die seltenste und reinste Form der Grosszügigkeit.»
Bestehendes Angebot an Privat- und Halbprivatzimmern wurde ergänzt
Bereits seit 2024 besteht MuriDeluxe. Es wurde nun um diese neue Station erweitert. Weitere neun Privatzimmer sowie fünf Halbprivatzimmer standen den Patienten bereits auf der neuen Geriatrie-Station, unweit der Therapieräume, zur Verfügung. So bieten nun insgesamt 23 Zimmer maximalen Komfort.
120 Jahre ohne Privatabteilung
Dr. med Daniel Strub, CEO des Spitals Muri, erklärte, dass es seit der Inbetriebnahme des Spitals vor fast 120 Jahren noch nie eine Privatabteilung gegeben habe. Die Zeit sei aber reif geworden, diese Veränderung einzuläuten.
Er erklärte, dass ein grosser Teil der Bevölkerung Zusatzversicherungen abgeschlossen und rund ein Fünftel davon eine Zusatzversicherung im stationären Bereich habe. Der Wunsch nach zusätzlichem Komfort, freier Arztwahl und mehr Privatsphäre sei bei den Zusatzversicherten gross. Zudem sei es heutzutage so, dass die allgemeinen Tarife nicht kostendeckend sind und mit den Mehreinnahmen durch das MuriDeluxe-Angebot eine Querfinanzierung stattfinden könne. «So können Dienstleistungen angeboten werden, welche sonst nicht möglich wären», ergänzte Strub.
Sanfte Renovation und Nachhaltigkeit
Architekt Kurt Leuppi, welcher die MuriDeluxe-Station geplant und zusammen mit den beauftragten Handwerksfirmen umgesetzt hatte, war sichtlich stolz auf den neuen Bettenbereich und die Zusatzräume. Das warme Farbkonzept verleiht den Zimmern eine behagliche Atmosphäre, und der Blick aus den lichtdurchfluteten Räumen über das Freiamt und die Innerschweizer Berge lässt einen eher an einen Hotel- anstelle eines Spitalaufenthalts denken. Bei der Renovation der Zimmer legte man grossen Wert auf Nachhaltigkeit. So wurde beispielsweise der bestehende Boden zuerst geflickt, bevor der neue Kautschukboden montiert wurde. Die Nasszellen wurden weitestgehend erhalten und mussten nur sanft renoviert werden. In jedem Badezimmer wurde ein komfortables Dusch-WC montiert. Leuppi erklärt, dass der neue Boden aus Kautschuk die hohen Standards eines Krankenhauses erfüllte. Das Material weist eine geschlossene, dichte Oberfläche auf und sei leicht zu reinigen und zu desinfizieren.
Das Musterzimmer
Zu Beginn der Bauphase wurde ein Musterzimmer komplett fertiggestellt. Es diente als Vorlage für die verschiedenen am Projekt beteiligten Handwerker. So konnte das straffe, vorgegebene Bauprogramm eingehalten werden. «Die grösste Herausforderung bestand darin, innerhalb von zwölf Arbeitstagen mit dem kompletten Umbau fertig zu werden», so Leuppi. Für die Bauarbeiten im Spital galten klare Zeitvorgaben für lärmintensive Tätigkeiten, die konsequent eingehalten wurden. Dank der Erfahrung der Handwerker im Umgang mit der sensiblen Klinikumgebung konnten die Beeinträchtigungen für die Patienten und Mitarbeitenden auf ein Minimum reduziert werden. Ganz ohne Lärm liessen sich die Arbeiten jedoch nicht durchführen – insgesamt zeigt man sich mit dem Ablauf aber zufrieden.
Anschliessend an die Eröffnung hatte die interessierte Bevölkerung Gelegenheit, die Station zu besichtigen.