Recycling-Paradies weiterhin offen für alle
28.03.2025 MuriEigentlich war die Idee, dass das Recycling-Paradies ab April nur noch für Personen zugänglich ist, welche auch einen Batch dafür haben. Nun können sich aber alle Zutritt mittels Einzel- oder Jahresgebühr verschaffen. Zumindest für dieses Jahr.
...Eigentlich war die Idee, dass das Recycling-Paradies ab April nur noch für Personen zugänglich ist, welche auch einen Batch dafür haben. Nun können sich aber alle Zutritt mittels Einzel- oder Jahresgebühr verschaffen. Zumindest für dieses Jahr.
RAHEL HEGGLIN
Die Meldung kam Ende vergangenen Jahres: Da viele abgegebene Fraktionen wie beispielsweise Tetrapack oder teilweise auch Papier und Karton nur mit Zuzahlung dem Recycling zugeführt werden können, mussten die Betreiber über die Bücher. Mit der Gemeinde Muri fand man schnell einen Partner, der bereit war, sich am Recycling-Paradies zu beteiligen. Allerdings nicht im Alleingang, wie Karin Bertschi, Geschäftsführerin der Recycling-Paradies AG damals angab. Deshalb war man auf der Suche nach weiteren Gemeinden, die sich mit einem Sockelbetrag an der Sammelstelle beteiligen. Aus dem Oberfreiamt war dies lediglich die Gemeinde Beinwil. Diese Bewohnenden haben einen Batch beziehen können und können seither weiter in Muri entsorgen – so wie alle anderen Bewohner in den umliegenden Gemeinden nun aber auch.
Jahres- oder Einzeleintritt
Denn in den anderen Oberfreiämter Gemeinden kursiert aktuell ein Schreiben vom Recycling-Paradies. In diesem steht, dass erstens die Zutrittsperiode ohne Batch bis Ende Juni verlängert wurde und zweitens, ab 1. Juli alle sich einen Zutrittspass beschaffen können, welche das wollen.
Der Jahresbetrag kostet pauschal 25 Franken pro Haushalt oder Unternehmen. Wer keinen Jahrespass kaufen will, kann einen Einzeleintritt für zwei Franken kaufen. Der Grund für diese Lösung liegt darin, dass das Recycling-Paradies immer noch mit verschiedenen Gemeinden im Austausch ist, die noch keine finale Entscheidung getroffen haben, ob sie sich anschliessen wollen oder nicht. «Gewisse Gemeinden haben auch erst einen Anschluss abgelehnt, nach sehr vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung den Entscheid aber revidiert und uns zu einem Gespräch eingeladen», erklärt Bertschi. In einigen Gemeinden soll zudem der Anschluss an das Recycling-Center an der Gemeindeversammlung traktandiert und diskutiert werden. «Mit dem Recycling-Pass wollen wir eine Übergangsmöglichkeit für alle schaffen, bis die definitiven Entscheide vorliegen», so die Geschäftsführerin des Recycling-Paradieses.
Beinwil äussert sich noch nicht
Hätte die Gemeinde Beinwil gewusst, dass nun alle Einwohner ihren Zutritt selbst lösen können, hätte sie vielleicht nicht auf das Modell mit dem Sockelbetrag gesetzt. Eine Auskunft darüber erteilen die Verantwortlichen aber nicht. «Das Thema wird im Gemeinderat aktuell behandelt und ist in diesem Sinne ein laufendes Verfahren. Deshalb beantworten wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Fragen», schreibt die Gemeindeschreiberin Sibylle Hochstrasser. Bertschi und ihr Team finden nicht, dass man Partnergemeinden mit der aktuellen Lösung verärgert. «Mit dem Recycling-Pass wird sichergestellt, dass auch auswärtige Besucher, welche bisher das Angebot als Trittbrettfahrer mitbenutzt haben, einen Kostenbeitrag zahlen.» Zudem ist man beim Recycling-Paradies überzeugt, dass mit dem Sockelbetrag, den eine Gemeinde zahlt, die Entsorgung für die Einwohner dieser Partnergemeinden wesentlich günstiger ist. Die Gemeinden bezahlen zwischen 3.– und 7.50 Franken pro Einwohner und Jahr.
Lösungen für 2026 noch offen
Der gelöste Jahrespass ist bis Ende Jahr 2025 gültig. Bis dahin hoffen die Betreibenden, dass sich noch weitere Gemeinden mit einem Sockelbetrag beteiligen. «Schlussendlich ist es aber Sache der Gemeinde zu entscheiden, wie und in welchem Umfang sie die Entsorgungslösung für ihre Einwohner gestalten will. Wir stellen unsere Infrastruktur gerne zu Verfügung, müssen aber auch sicherstellen, dass unsere eigenen Kosten gedeckt sind», sagt Bertschi.
Angestrebt wird weiterhin die Lösung mit den Partnergemeinden. Denn auf dem Flyer, der in den Gemeinden kursiert, heisst es weiter: «Ob es ab dem Jahr 2026 eine Anschlusslösung zum Recycling-Pass geben wird, ist noch offen.»
Klar ist: Bis Ende Juni kann man noch ohne jegliche Zutrittskontrolle seine Waren im Recycling-Paradies entsorgen.