Die Zahl der Mandate steigt stetig an, die Anforderungen werden zunehmend komplexer. Der Kinder- und Erwachsenenschutzdienst des Bezirks Muri, kurz KESD, baut erneut Stellen auf und hat ab sofort eine neue Präsidentin.
IRIS CAGLIONI
Claudia Dober durfte den ...
Die Zahl der Mandate steigt stetig an, die Anforderungen werden zunehmend komplexer. Der Kinder- und Erwachsenenschutzdienst des Bezirks Muri, kurz KESD, baut erneut Stellen auf und hat ab sofort eine neue Präsidentin.
IRIS CAGLIONI
Claudia Dober durfte den Wandel von der früheren Amtsvormundschaft in die heutige KESD begleiten. «Ich bin stolz darauf, was der KESD im Bezirk Muri erreicht hat. Es war eine sehr spannende und lehrreiche Zeit», erklärte sie in ihren Abschiedsworten. Für ihr grosses Engagement wurde sie an ihrer letzten Abgeordnetenversammlung geehrt. Daniel Räber bezeichnete Dober in seiner Laudatio als Fels in der Brandung. «Sie hat in schwierigen Zeiten Ruhe bewahrt und emotionale Stabilität bewiesen.» Sein ihr verliehenes Abschlusszeugnis zeigte die grosse Wertschätzung, die ihr von den Vorstandskollegen entgegengebracht wird.
Im zweiten Anlauf gewählt
Die Gesamterneuerungswahlen waren kein so lockerer Spaziergang wie die übrigen Geschäfte. Zwei Sitze wurden frei: Claudia Dober, Alt-Gemeinderätin von Merenschwand schied aus und Roger Arnold wechselte das Ressort. Die übrigen Vorstände stellten sich zur Wiederwahl zur Verfügung. So weit, so gut.
Erfreulich war der Fakt, dass effektiv gewählt werden konnte. Denn es standen derer sechs Kandidaten für die total fünf Sitze zur Verfügung. Auf Antrag wurden die Wahlen schriftlich abgehalten. Nach dem Auszählen zeigte sich die Notwendigkeit eines zweiten Wahlgangs. Im ersten Wahlgang und eindeutig gewählt wurden Daniel Räber, Muri, bisher, Gabriela Schönenberg, Boswil, bisher, Patrick Bachmann, Merenschwand, neu und Chiara Bühlmann, Sins, neu gewählt. Eine Patt-Situation, also gleich viele Stimmen, bekamen die neu aufgestellte Hanna Hoenig, Mühlau und der bisherige Vorstand Christian Bel, Besenbüren. Im zweiten Wahlgang – wiederum schriftlich – setzte sich Hoenig durch. Zudem wurde sie in einem dritten Wahlgang, diesmal offen, einstimmig zur neuen Präsidentin gewählt. «Ich bin dankbar für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und die neue Aufgabe», teilte sie mit.
Einstimmigkeit bei den Traktanden
Nach 15 Jahren im Vorstand, davon 14 Jahren im Präsidium, führte Dober als letzte Amtshandlung zügig durch die Traktanden. Auf das Verlesen des Protokolls und der beiden Jahresberichte des Präsidiums und der Geschäftsleitung wurde verzichtet. Dober erwähnte mit Stolz, dass die erste Lernende der Geschäftsstelle ihren Lehrabschluss zur Sozialarbeiterin erfolgreich bestanden hat, und die KESD nun wieder einen Lernenden anstellen konnte. Im Personalreglement wurde eine Formulierung betreffend Umwandlung von Prämien in Ferienguthaben präzisiert, welcher einstimmig zugestimmt wurde.
Die Erläuterungen zur Jahresrechnung wurden von Daniel Räber vorgetragen. Da die Geschäftsstelle personell aufgestockt wurde, zeigt sie Mehrausgaben im Lohnbereich sowie in der Informatik und schliesst mit rund 150’000 Franken über Budget.
Projekt KESD 2030
Das Projekt «KESD 2030» ist auf gutem Weg. Geschäftsführer Ronen Brunner informierte über die bis heute erreichten Meilensteine. Die KESD Bezirk Muri will sich nach den Empfehlungen der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) richten. «Die KO-KES-Empfehlungen liefern Grundlagen für die Weiterentwicklung der Berufsbeistandschaften. Sie formulieren einen Soll-Zustand, der in den nächsten 10 bis 15 Jahren in allen Regionen der Schweiz erreicht werden soll», so Brunner. Die prognostizierten Fallzahlen der KESD Muri bis 2030 sind 348. Das Bevölkerungswachstum und die Fallzahlen weisen einen ähnlichen Anstieg auf. «Wir gehen davon aus, dass wir 2030 350 Mandate haben werden. Bereits heute sind wir bei 312 Mandaten.»
Budget 2027
Brunner zeigt auch die Prognosen für den Soll-Stellenbedarf auf. Aktuell sind es 850 Stellenprozente, bis 2030 werde er bei 1’264 Stellenprozent liegen, was konkret bedeutet, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. Geplant ist ein der Notwendigkeit angepasster Personalausbau, wenn die Mandatszahlen steigen. «Nur mit einer Aufstockung des Personals in allen Bereichen können wir die gute Qualität unserer Arbeit beibehalten. Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber und können auf langjährige Mitarbeiter zählen. Dadurch haben wir eine Stabilität in der Mandatsführung und zufriedene Klienten», betonte Brunner. Mehr Arbeitsplätze benötigen mehr Raum und mehr IT. Die Kosten spiegeln sich im Budget.
Für 2027 budgetiert der Vorstand 1’761’500 Franken. Verglichen mit dem Vorjahr liegt es rund 265’000 Franken höher, was einen Anstieg der Gemeindebeiträge von aktuell 37.64 Franken auf 43.26 Franken für das Jahr 2027 pro Einwohner bedeutet.