Pius Wiss tritt als repla-Präsident zurück
20.03.2026Nach zwölf Jahren als Präsident des Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (repla) trat Pius Wiss an der Abgeordnetenversammlung zurück. Insgesamt war er während 16 Jahren für den Verband tätig.
RAHEL HEGGLIN
Pius Wiss verlässt ...
Nach zwölf Jahren als Präsident des Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (repla) trat Pius Wiss an der Abgeordnetenversammlung zurück. Insgesamt war er während 16 Jahren für den Verband tätig.
RAHEL HEGGLIN
Pius Wiss verlässt die repla nach vier Jahren im Vorstand und zwölf als Präsident. Während seiner Amtszeit koordinierte er die Arbeit des Vorstands sowie verschiedener Kommissionen, etwa in den Bereichen Wirtschaft, Landschaft oder Gesundheit. Besonders stark engagierte er sich in Fragen der Bau und Nutzungsplanung.
Standortförderung ist zentral
Zu den wichtigsten Meilensteinen seiner Amtszeit zählte das regionale Raumkonzept, das während seiner Präsidentschaft erarbeitet und verabschiedet wurde. Dieses bildet heute die Grundlage für mehrere Projekte, die aktuell umgesetzt werden. Dazu gehört insbesondere die regionale Standortförderung sowie das Areal- und Flächenmanagement.
Mit der Standortförderung will die Region ihre wirtschaftliche Position stärken. Unternehmen sollen stärker miteinander vernetzt werden, gemeinsame Anlässe und Auftritte sollen das Obere Freiamt sichtbarer machen. «Es geht darum, dass wir die Region zusammenbringen und als Ganzes auftreten», sagt Wiss. Gerade zwischen den grossen Zentren Zürich, Luzern und Zug sei es wichtig, dass das Obere Freiamt wirtschaftlich den Anschluss behalte.
Gemeinden müssen zusammenarbeiten
Ein weiteres Thema, das Wiss während seiner Amtszeit beschäftigte, war der Hochwasserschutz. Bei den entsprechenden Konzeptarbeiten setzte er sich dafür ein, dass neben ökologischen Anliegen auch die Interessen der Landwirtschaft und der regionalen Wirtschaft berücksichtigt wurden. «Wir wollten Lösungen, bei denen auch Landwirtschaft und Produktion ihren Platz haben», erklärt er. Auch institutionell wurde die regionale Zusammenarbeit weiterentwickelt. So entstand unter dem Dach der repla eine regionale Integrationsfachstelle (RIF), die inzwischen als eigenständige Organisation in Muri betrieben wird. Für Wiss zeigt sich darin, wie wichtig die regionale Ebene geworden ist. «Viele Aufgaben könnten einzelne Gemeinden, vor allem kleinere, kaum allein bewältigen», sagt er.
Gewünschter Nachfolger bekannt
Die Zusammenarbeit im Vorstand beschreibt Wiss als konstruktiv. Der Vorstand bestand je nach Amtsperiode aus sieben bis neun Mitgliedern. Trotz gelegentlicher Diskussionen sei die Stimmung stets gut gewesen. Grundlegende Konflikte mit Gemeinden habe es in seiner Amtszeit nicht gegeben. «Im Grossen und Ganzen ist alles gemeinsam getragen worden.»
Der Rücktritt erfolgt für Wiss bewusst zum jetzigen Zeitpunkt. Nach 16 Jahren sei es richtig, Platz für neue Kräfte zu machen. Gleichzeitig sei die Organisation heute gut aufgestellt, und wichtige Projekte seien aufgegleist. «Nach so vielen Jahren ist es gut, wenn frischer Wind kommt», sagt er. Als Nachfolger wurde der Merenschwander Gemeindeammann Rainer Heggli am Mittwoch zur Wahl vorgeschlagen.
Einem Amt bleibt er noch erhalten
Ganz aus der regionalen Verantwortung zieht sich Wiss jedoch nicht zurück. Als Chef des regionalen Führungsorgans im Bevölkerungsschutz bleibt er weiterhin. Diese Aufgabe sieht er als wichtigen Beitrag für die Zusammenarbeit der Gemeinden in Krisen und ausserordentlichen Lagen.
Das ist die repla
Die repla Oberes Freiamt ist eine regionale Planungsorganisation, in der 19 Gemeinden des Oberen Freiamts zusammenarbeiten. Sie ist kein politisches Parlament, sondern ein Zusammenschluss von Gemeinden, die gemeinsame Themen koordinieren und Projekte abstimmen. Ziel ist es, Entwicklungen zu planen, die mehrere Gemeinden betreffen, und gegenüber dem Kanton als Region aufzutreten.
Typische Themen der repla sind unter anderem Raumplanung und Siedlungsentwicklung, Verkehr und Mobilität, Landschafts- und Naturschutz, Wirtschafts- und Standortentwicklung, Gesundheit sowie Fragen der regionalen Infrastruktur. Damit wird verhindert, dass jede Gemeinde isoliert plant. Gerade bei Themen wie Verkehr, Gewerbegebieten oder Landschaftsentwicklung ist eine Abstimmung über Gemeindegrenzen hinweg wichtig.


