Nationaler Flüchtlingstag gefeiert mit einem Fest
26.06.2026 MuriVerschiedene Nationen, und doch sind sie alle durch einen Aspekt ihres Schicksals verbunden: Sie mussten aus ihrer Heimat flüchten. Für sie und mit ihnen wurde in Muri zum ersten Mal der nationale Flüchtlingstag begangen.
IRIS CAGLIONI
In den ...
Verschiedene Nationen, und doch sind sie alle durch einen Aspekt ihres Schicksals verbunden: Sie mussten aus ihrer Heimat flüchten. Für sie und mit ihnen wurde in Muri zum ersten Mal der nationale Flüchtlingstag begangen.
IRIS CAGLIONI
In den Räumlichkeiten der ehemaligen Bäckerei Bütler beim Bahnhof ist das Gemeinschaftszentrum (GZ) Muri entstanden. Es bot die perfekte Lokalität für den internationalen Flüchtlingstag. Die regionale Integrationsfachstelle Oberes Freiamt, kurz RIF, stellte zusammen mit dem GZ, Convalere, den Freiwilligenangeboten Murimundo, Kune und Café Grüezi und vielen weiteren Freiwilligen ein abwechslungsreiches Tagesprogramm zusammen.
Der Tag soll dazu dienen, Vorurteile abzubauen, Begegnungen zu fördern und Verständnis zu schaffen. Eine der Aufgaben des RIF ist es, nebst der Vernetzung der Bevölkerung, die Gesellschaft zu sensibilisieren und die Vielfalt aufzuzeigen.
Hintergrund des Tages
Der Nationale Flüchtlingstag dient dazu, Solidarität mit geflüchteten Menschen zu zeigen. Er wird jedes Jahr von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe lanciert. Diese gibt jeweils ein schweizweites Motto vor und ruft Organisationen, Gemeinden und Fachstellen dazu auf, mit eigenen Veranstaltungen Begegnungen zu ermöglichen. So soll auf die Situation geflüchteter Menschen aufmerksam gemacht werden. Das diesjährige Motto lautete «Menschlich bleiben, Geflüchtete schützen!» Dieses Jahr wurde er erstmals in Muri abgehalten, und die Besucher sollten auch aufschreiben, was Schutz für sie bedeutet.
Notunterkunft in Muri
Rund 50 Personen sind aktuell in der Notunterkunft im Luftschutzkeller des Spitals Muri untergebracht. Viele davon nahmen am bunten, vielfältigen und verbindenden Tagesprogramm teil. Ioannis Xypolitidis ist Grieche und leitet die Unterkunft beim Spital. «In der Region ist das die einzige Unterkunft für geflüchtete Menschen. Aktuell leben bei uns Personen aus sechs Nationen. Sie kommen aus der Ukraine, dem Iran, aus Ungarn, Afghanistan, der Türkei und aus Somalia. Ihre Aufenthaltsdauer ist individuell. Wenn sie berechtigt sind, in der Schweiz zu bleiben, beginnt die Suche nach einem neuen Wohnort. Das kann einen Monat oder auch eineinhalb Jahre dauern», meint Xypolitidis. Die Organisatoren des Tages gehen davon aus, dass rund 120 Besuchende vor Ort waren. «Und es gab kein einziges unstimmiges Wort», teilte Anne Rotzetter vom RIF mit.
Durch die Augen der Geflüchteten
Das Tagesprogramm startete um 14 Uhr mit der Ausstellung von Bildern mit interessanten Motiven. «Die Aufnahmen zeigen die Sicht der Geflüchteten aus der unterirdischen Unterkunft auf das Leben im Freiamt. Die Texte unter den Bildern zeigen die Gedanken dazu auf», informierte Marianne Kürsteiner von der Organisation Muri-Mundo. Eines der Bilder zeigte einen leeren Parkplatz, reserviert für Mobility-Elektro-Fahrzeuge. Dazu fand sich folgende Erklärung: «In der Schweiz hat mir dieser Aussenparkplatz etwas völlig Neues gezeigt. Menschen, die sich nicht kennen, teilen sich dasselbe Fahrzeug, pflegen es und übergeben es, bereit für den Nächsten. Dieses einfache Bild enthält die ganze Zukunft: saubere Energie, Zusammenarbeit und Freiheit.» Eine Geflüchtete, Sabiha, hatte den Schneid, vor die Menge zu treten und aus ihrer Sicht zu erzählen, wie es sich für sie anfühlt. «Wir werden oft in Zahlen dargestellt. Doch wir sind nicht nur Flüchtlinge, wir sind Menschen, die alles zurücklassen mussten. Unsere Familien, unsere Traditionen, unsere Heimat mit ihren Werten.»
Unterhaltung für Gross und Klein
An einem Tisch wurde gebastelt, an einem anderen konnten sich die Kinder die Gesichter schminken lassen. In einem schattigen Aussenbereich standen diverse Spiele der Ludothek zum Ausprobieren bereit. Ein Quiz mit Sofortpreisen deckte Wissenswertes zum Thema Flüchtlinge auf. Als erste Darbietung wurden Lieder von drei traditionell gekleideten Ukrainerinnen gesungen. Danach wurde getanzt und alle, die wollten, sollten mitmachen, denn die Devise lautete: mitmachen und Spass haben, auch wenn man den Tanzschritt nicht kann. Diese positive Energie hielt an, je länger der Tag war, und bis die letzten Aufräumarbeiten beendet waren.
Ein gelungener Tag in allen Belangen
Am Nachmittag stand den Besuchenden ein einladendes Kuchenbuffet zur Verfügung. Ab 18 Uhr konnten Spezialitäten aus den verschiedensten Ländern gekostet werden. Das waren unter anderem ukrainische, burundische, syrische, kurdische, kosovarische und krimtatarische Gerichte. Rotzetter schwärmte: «Wir wurden mit Essen aus aller Welt beliefert. Unser Buffet war ein atemberaubender Anblick.» Die Stimmung während des ganzen Tages war positiv, und die RIF-Mitarbeiterin meinte: «Es war herrlich zu sehen, wie diese Menschen durch das gemeinsame Tun strahlten. Sie konnten ihre Kultur leben und zeigen. Je länger der Abend wurde, umso deutlicher wurde das sichtbar.» Die Organisatoren ziehen eine rundum positive Bilanz.


