An der Winter-Gemeindeversammlung folgte der Souverän allen Anträgen des Gemeinderates und bewilligte das Budget für das kommende Jahr bei einem unveränderten Steuerfuss von 113 Prozent.
RAHEL HEGGLIN
Unter der Leitung von Gemeindeammann Stefan ...
An der Winter-Gemeindeversammlung folgte der Souverän allen Anträgen des Gemeinderates und bewilligte das Budget für das kommende Jahr bei einem unveränderten Steuerfuss von 113 Prozent.
RAHEL HEGGLIN
Unter der Leitung von Gemeindeammann Stefan Balmer versammelten sich am Mittwochabend zahlreiche Stimmberechtigte in der Turnhalle. Mit 75 Anwesenden war das Stimmenmehr von 143 Stimmberechtigten nicht erreicht. Deshalb unterliegen alle Beschlüsse dem fakultativen Referendum, mit Ausnahme der Einbürgerungen.
Strassensanierung und Geschäfte der ARA
Nach einer Schweigeminute und der Genehmigung des Protokolls der vergangenen Versammlung stand das erste Traktandum, die Sanierung der Holderstockstrasse auf dem Programm: Diese ist im Bereich von der Einmündung Auwerstrasse bis zum Feldweg in einem schlechten Zustand und muss daher umfassend erneuert werden. «Dazu gehören der Deckbelag, die Randsteine sowie das Entwässerungssystem», erklärte Gemeinderätin Michelle Pfenninger. Gegen diese Sanierung hatte der Souverän keine Einwände und genehmigte den benötigten Kredit von 168’000 Franken. Auch die beiden Kreditbegehren des Abwasserverbands Oberfreiamt erhielten Zustimmung. Dabei geht es um Folgendes: Abtwil beteiligt sich mit 85’200 Franken an der Erneuerung der Heizung und des Blockheizkraftwerks der ARA Giessenmatt sowie mit 59’600 Franken an der neuen Überwachung des Entwässerungsnetzes. Beide Projekte gelten als Teil der langfristigen Modernisierungsstrategie des Verbands und tragen zur Sicherung eines nachhaltigen Betriebs bei.
Budget 2026
Ein weiteres Traktandum war das Budget 2026, das bei einem unveränderten Steuerfuss von 113 Prozent genehmigt wurde. Der Gemeinderat rechnet mit einem moderaten Aufwandüberschuss von 91’001 Franken. «Dieser kann aus den vorhandenen Rücklagen gedeckt werden», erklärte Gemeindeammann Balmer. Trotz höherer Ausgaben für Bildung und Infrastruktur bleibt die finanzielle Lage stabil. Dies unter anderem dank eines höheren Steuerertrags und leicht steigenden Finanzausgleichsbeiträge.
Deutlich veränderte Positionen
Dennoch gibt es einige Punkte, die besonders auffallen. So steigen die Investitionsausgaben deutlich von 395’000 auf 519’000 Franken. Grund dafür sind Kosten, die für Strassenbauprojekte oder die Revision der Bauund Nutzungsordnung budgetiert sind.
Gleichzeitig sinken die Personalkosten um 36’000 Franken, da es wegen einigen Personalwechseln zu einer Verschiebung der Lohnverteilung kommt. Im Bildungswesen führen mehr Kindergartenkinder, neue interaktive Wandtafeln und höhere Beiträge an die Musikschule zu steigenden Kosten. Auch bei den Spezialfinanzierungen zeichnen sich negative Ergebnisse ab: Das Wasserwerk, die Abwasserbeseitigung und die Abfallwirtschaft weisen alle Aufwandüberschüsse auf, hauptsächlich wegen höherer Unterhaltsund Honorarkosten.
Einbürgerungen und Verschiedenes
Auch die Einbürgerungen fanden ohne Diskussionen Zustimmung. Die Gemeinde sprach dem Logopäden Steve Wächter aus Deutschland sowie der Familie Notroff-Lahoud (deutsche und libanesische Staatsangehörige) das Gemeindebürgerrecht zu. Beide Bewerbungen wurden vom Gemeinderat positiv beurteilt.
Unter dem Traktandum «Verschiedenes» informierten die Gemeinderäte aus ihren Ressorts. Roland Bühler berichtete über den digitalen Dorfladen. «Seit Beginn vor 3,5 Jahren haben sich 2’663 Kunden registriert. Dafür danke ich euch.» Wenn diese Kunden weiterhin den Laden nutzen, werde der Dorfladen auch künftig bestehen. Pfenninger informierte, dass zum Projekt «Sanierung Sinserstrasse» 17 Einwendungen eingegangen sind. «Können diese ausgeräumt werden, gehen wir davon aus, dass der Baustart im Jahr 2027 erfolgen kann.» Zudem informierte Markus Gächter, was an den Schulen lief, und bedankte sich bei der Schulleiterin Eva Trost für die Zusammenarbeit. Lucia Alp zeigte auf, was das Team der regionalen Jugendförderung in den vergangenen Monaten geschaffen hat.
Abschliessend verabschiedete Gemeindeammann Balmer den Stimmenzähler Marcel Stocker nach acht Jahren, Gemeinderätin Lucia Alp und Gemeinderat Markus Gächter nach je vier Jahren und den Gemeindeschreiber Giancarlo Oldani nach 17 Jahren im Amt. Damit endete die Versammlung und Gemeindeammann Balmer lud zum Apéro.