Hoher Besuch am Dorffest der anderen Art
02.04.2026 AbtwilDie 3. Offene Zentralschweizer Meisterschaft im Electronic Dart sorgte auch in diesem Jahr für neue Rekorde. Wenn es so weitergeht, platzt der Anlass bald aus allen Nähten. Nebst dem Sport traf auch das kulinarische Angebot voll ins Schwarze.
EDI WIDMER
...Die 3. Offene Zentralschweizer Meisterschaft im Electronic Dart sorgte auch in diesem Jahr für neue Rekorde. Wenn es so weitergeht, platzt der Anlass bald aus allen Nähten. Nebst dem Sport traf auch das kulinarische Angebot voll ins Schwarze.
EDI WIDMER
Wenn der pensionierte Dart-Enthusiast Werner Dreier ruft, dann kommen sie alle: vom ambitionierten Profi bis zum hoffnungsvollen Nachwuchs. Dreier versteht es gekonnt mit seinen Turnieren, die Dart-Familie zu organisieren und wachsen zu lassen. Was vor drei Jahren in Abtwil begann, hat sich zu einem sportlichen Highlight entwickelt. 2024 haben sich 248 Dart-Spieler eingeschrieben, letztes Jahr waren es 258 und in diesem Jahr sind es stolze 310. «Ich bin überwältigt», freute sich Dreier über den neuen Teilnehmerrekord.
Bereits am Freitagabend glühten die Boards beim Warm-up-Turnier. Rok Bahor sicherte sich hier den Sieg vor Jakob Wechsler und Rolf Küttel. Parallel dazu bewies der Lokalmatador Patrick Steger aus Muri Nervenstärke: Nachdem er im Warm-up den undankbaren 4. Platz belegt hatte, triumphierte er im anschliessenden Loser-Turnier und krönte sich so inoffiziell zum besten Spieler aus dem Oberfreiamt.
Der Samstagmorgen gehörte der Zukunft des Präzisionssports. 22 Jugendliche, fast doppelt so viele wie im Vorjahr, kämpften um die Trophäen. Der Sieg ging in einem Bündner-Final-Duell an Jonah Maissen aus Alvaneu. Er verwies Marlon Buchli aus Laax und Fabio Reimann aus Giswil auf die weiteren Plätze. Für den Nachwuchs hatte Dreier eine besondere Überraschung an Lager: Jeder Jugendliche erhielt einen Osterhasen als Anerkennung.
Der Final der Superlative
Auch in den nachmittäglichen Kategorien schenkten sich die Spieler nichts. Während Mirsad Salakovic das C-Turnier für sich entschied und Ronny Reimann im B-Turnier obenauf schwang, blickten alle gespannt auf das A-Turnier um 17 Uhr. Dort kam es zum Showdown der bisherigen Sieger: Roger Thoma, der Sieger von 2025, trat zur Titelverteidigung an. Sein Antipode: Ronny Ungethüm, der Sieger von 2024. In einem hochklassigen Finale setzte sich Thoma gegen Ungethüm durch und verteidigte seinen Sieg aus dem Vorjahr.
Den Abschluss eines langen Turniertages bildete das Doppelturnier am späten Abend. Hier setzte sich das Duo Sven Schwarz und Thomas Züger als Team Parco Verde durch. Insgesamt wurden über alle Turniere hinweg stolze 3’670 Franken an Preisgeldern sowie zahlreiche Pokale ausgeschüttet.
Abseits der 16 E-Dart-Automaten punktete das Turnier mit einer Gastronomie, die man in einer Turnhalle selten findet. Anstatt Einweggeschirr gab es Porzellanteller und echtes Besteck. Die edlen Tropfen trank man aus dem Glas. Nur für die normalen Getränke gab es Plastik, aber: «Wir haben die Becher beschriftet, damit jeder seinen wiederverwendet. Deshalb hatten wir am Schluss nur einen halben Sack Plastikabfall», erklärt der Organisator stolz.
Die Küche wurde fast geplündert
Kulinarisch wurden die Gäste von Dreiers Kindern und seinem Schwiegersohn verwöhnt. Die hausgemachte Gerstensuppe und die Penne Bolognese waren so begehrt, dass der Organisator persönlich im Coop nachkaufen musste: Zehn Kilogramm Pasta und literweise Sauce reichten bei dem Ansturm kaum aus. Ein Ehepaar, das eigentlich nur kurz zum Znacht kommen wollte, blieb vor lauter Begeisterung bis spät in die Nacht – und kam am Samstag gleich wieder.
Ein solches Event ist nur dank vielen freiwilligen Helfern möglich. Das siebenköpfige Wacky-Darters-Team wurde von neun Freunden und Verwandten unterstützt, die an diesen beiden Tagen beeindruckende 260 Arbeitsstunden leisteten. Auch der Schulhausabwart Hannes Badertscher ist Teil der Dart-Familie geworden: Er überraschte den Verein bereits zum zweiten Mal mit kunstvollen Geschenken aus dem 3D-Drucker. Dieses Mal druckte er eine Leuchtschrift und einen übergrossen Dartpfeil als Pokal. «Er ist ein kleiner Künstler. Seine Geschenke machen mir und meiner Mannschaft grosse Freude», sagte Dreier.
Ebenfalls für grosse Freude sorgte ein Besucher der exklusiven Art: Der beste Dartspieler der Schweiz – Stefan «Belli» Bellmont. Der Chamer ist von Werner Dreiers Turnier so begeistert, dass er sogar als Sponsor auftrat. «Für die Region ist es mega schön, dass Werni das auf die Beine gestellt hat», sagte der Dartprofi anerkennend. Mitspielen wollte der Star leider nicht, weil er sich auf seine Kategorie Steel-Dart konzentriert. Für ihn ging es bereits am Sonntag in Richtung England an sein nächstes Profi-Turnier.
Aufgrund des grossen Erfolges der Zentralschweizer Meisterschaft in Abtwil macht sich Dreier bereits Gedanken, wie es weitergehen soll. Er könnte die Bar in den Eingangsbereich verlegen, dann hätte er Platz für weitere acht Automaten. Und Essen und Trinken wird er auch mit grösseren Mengen planen. Aber dass es auch im nächsten Jahr gut kommt, macht sich «Belli» keine Sorgen: «Dä Werni weiss, wie’s gaht.»



