Hier kann sie sich erden und Energie tanken
21.08.2026 AbtwilDer Gemüsegarten von Judith Stadler-Rüttimann bestimmt, was auf den Tisch kommt. Die Landfrau liebt Gemüse aller Art. Eine saisonale Küche ist garantiert. Für die Vielfalt im Teller sorgt sie mit seltenen Sorten.
IRIS CAGLIONI
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Der Gemüsegarten von Judith Stadler-Rüttimann bestimmt, was auf den Tisch kommt. Die Landfrau liebt Gemüse aller Art. Eine saisonale Küche ist garantiert. Für die Vielfalt im Teller sorgt sie mit seltenen Sorten.
IRIS CAGLIONI
Direkt an der stark befahrenen Ballwilerstrasse liegt der Hof der Familie Rüttimann-Stadler. Landwirt Thomas kümmert sich um den Hof, seine Gattin Judith Stadler nebst vielem anderem um den Garten. «Der Garten war vorhanden, als ich vor 31 Jahren hier mein neues Zuhause fand. Gartenarbeit aber war keine Leidenschaft von mir. Ich durfte und musste mich um den Garten kümmern.» So ist die heute 62-jährige Landfrau in die Geheimnisse des Gartens, und was er hergeben kann, hineingewachsen.
Farbige Gemüsevielfalt
«Ich begann, mich für den Garten zu interessieren. Je tiefer ich mich damit befasste, umso interessanter wurde diese Arbeit für mich.» Heute ist er zum Hobby und Psychiater geworden. Was Stadler besonders am Herzen liegt, ist der Gemüsegarten. Als Selbstversorgerin weiss sie genau, was sie erntet, kocht und der Familie auf den Tisch stellt. «Die Arbeit im Garten ist für mich meditativ, lässt mich erden und gibt mir Kraft. Mein Gemüse ist frisch, vielseitig und nicht in Folie verpackt. Und in meinem Gemüsegarten pflanze ich auch gerne Sorten an, die es im Laden nicht oder nur selten zu kaufen gibt wie zum Beispiel gelbe Randen, blaue Karotten oder gelbe Zucchetti», erklärt sie. Auch kaufte sie in England Samen und hat nun englische Bohnen im Garten.
Der Garten bestimmt meinen Menüplan
«Ich liebe Gemüse und es ist so schön, die verschiedensten Farben auf dem Teller zu haben. Für mich bedeutet es einen enormen Reichtum zu wissen, dass ich einfach im Garten ernten kann, was ich dann für uns zum Mittagessen zubereite. Das, was der Garten bietet, bestimmt, was ich koche. Saisonaler geht nicht mehr.» Die Landfrau zählt auf Mischkulturen, setzt auf ein natürliches Wachstum mit ganz wenig Chemie und lässt auch Blumen im Gemüsegarten wachsen. Die Blüten locken Insekten an, die wiederum bestäuben die Pflanzen. «Es ist immer spannend zu beobachten, was wächst und gedeiht.» Nebst der bunten Gemüsevielfalt wachsen auch viele Kräutersorten im Abtwiler Garten, welche Stadler trocknet und zu Gewürz verarbeitet oder als Teekräuter verwendet.
Insektenfreundlicher Ziergarten
Direkt neben dem Haus ist der Ziergarten, der mit einem grossen Teich besticht. Die Landfrau hat den ursprünglich vorwiegend mit Rosen bepflanzten Garten umgestaltet. Heute pflanzt sie vor allem einheimische Pflanzen, die von ihren Bienen und auch von Wildbienen genutzt werden. «Überall sieht man Bienenhotels. Mit meiner Blumenvielfalt stelle ich den Bienen auch ein Restaurant zur Verfügung, und der Teich dient als Tränke.»
Der Teich ist auch ein Vogelbad
Nebst den Bienen tummeln sich viele Insektenarten und Vögel beim Teich. Das können Zugvögel sein, aber auch einheimische Vögel wie Goldammern und Schwalben, Amseln und Meisen. «Ursprünglich war es ein Naturplanschbecken für unserer Kinder. Heute ist er dominiert von Seerosen.» Der Teich ist auch kühlend und für das Gartenklima mitverantwortlich. Er wird über das Regenwasser, welches vom Dach gesammelt wird, gespiesen. «Ich schöpfe aus ihm auch Wasser für meine Pflanzen. Jetzt, wo es so heiss ist, lassen wir zwischendurch kühles Wasser hineinfliessen, damit nicht alles stirbt, was darin lebt.»




