Geselliges Beisammensein für einen guten Zweck
27.02.2026Brauchtum
Der Suppentag – in unserer Region meist von einer der katholischen Kirche angelehnten Frauenorganisationen durchgeführt – steht dafür, gemeinsam ein bescheidenes Mahl zu geniessen. Diverse Oberfreiämter Gemeinden leben diesen Tag.
Brauchtum
Der Suppentag – in unserer Region meist von einer der katholischen Kirche angelehnten Frauenorganisationen durchgeführt – steht dafür, gemeinsam ein bescheidenes Mahl zu geniessen. Diverse Oberfreiämter Gemeinden leben diesen Tag.
IRIS CAGLIONI
Der christliche Ursprung liegt in der vor-österlichen Fastenzeit. Früher galt es während dieser österlichen Busszeit, streng zu fasten. Das war ein Teil des Glaubens und wurde so auch gelebt, die Ausnahmen machten die Sonntage. Aus dieser alten Tradition heraus entstanden Fastensonntage oder eben die Suppensonntage, um für einen guten Zweck zu sammeln.
In diesem Jahr begann die 40-tägige Zeit der Enthaltsamkeit am Aschermittwoch, 18. Februar. Sie dauert bis am Ostersonntag, 5. April. In diesem Zeitraum finden Suppensonntage statt.
In fünf von sieben Oberfreiämter Gemeinden – in Auw, Abtwil, Mühlau, Dietwil und Oberrüti – ist der Brauch noch sehr lebendig und wird gepflegt.
Frauenbund Dietwil, 1. März
Der erste Suppentag in der Region findet in Dietwil statt. Co-Präsidentin Christina Diebold informierte: «Der Suppentag in Dietwil gilt als Familienanlass und ist tief verankert. Man isst nur eine Suppe und denkt so an die Menschen, die weniger zu Essen haben als wir. Zu dieser einfachen Suppe sind in der Zwischenzeit auch noch heisse Würstli und ein Dessertbuffet dazugekommen. Die Spenden gehen seit vielen Jahren an zwei Paters, die in der Dritten Welt wertvolle Arbeit leisten und in Dietwil aufgewachsen sind. Und ebenfalls geht ein Teil an die Fastenaktion.» Dem Werbeflyer kann weiter entnommen werden, dass der Anlass im Anschluss an den Gottesdienst in der Turnhalle stattfindet.
Suppentag-Team Oberrüti, 8. März
Ramona Mulder vom Suppentag-Team informierte: «Wir sind ein Sechsergremium, Mitglieder der Frauengemeinschaft, des Kirchenchors und Freiwillige aus der Gemeinde, die zusammen den Tag organisieren.» Mit drei verschiedenen Suppen, Hot-Dogs und einem reichhaltigen Dessertbuffet sammeln sie Spenden für einen guten Zweck. Dieses Jahr für die Stiftung Joel Kinderspitex. «Wir kochen je rund zehn Liter Gersten-, Gemüse- und Kürbissuppe. Die Desserts werden uns von fleissigen Frauen aus dem Dorf gespendet. Das sind unterschiedliche Leckereien wie Kuchen, Crèmen oder Mousses.»
In der Mehrzweckhalle decken sie für rund 120 Personen auf. «Auf den Tischen liegen die Infos zum Tag. Da können die Besucher auch den Richtpreis für die Suppen, die Getränke und die Desserts entnehmen. Alkoholische Getränke haben Fixpreise. Für alles andere überlassen wir es den Besuchern, wie hoch ihre Spende sein wird. Wenn jemand im Team mithelfen will, würden wir uns sehr freuen. Helfende Hände sind immer willkommen.»
Frauenbund Mühlau, 15. März
Regula Käppeli ist Präsidentin des Frauenbunds und schon lange Mitorganisatorin des Suppentags. «Wir brauchen im Durchschnitt 60 Liter Suppe», erklärte sie und erinnert sich mit Freude daran, dass sie ihren Suppentag auch während der Coronazeit durchführten. «Damals machten wir Suppe, und die Leute konnten vorbeikommen mit einem Topf oder einem Gefäss und die Suppe daheim essen.» Auch heute könnten die Leute das «Take away» nutzen, aber die Geselligkeit in der Turnhalle habe schon ihren Reiz, meinte Käppeli. Darum decken die Mühlauer Frauen immer für rund 120 Personen auf. Es wird Bündner Gerstensuppe ausgegeben. Für diejenigen, die kein Fleisch mögen, gibt es die Vegi-Variante. Für die Suppe nehmen die Frauen eine Kollekte entgegen. Für alles andere gibt es Listenpreise. Gesammelt wird dieses Jahr für die Stiftung Integra in Wohlen, darüber wird jeweils an der Generalversammlung abgestimmt. «Es soll eine Institution sein, zu welcher eines unserer Mitglieder auf irgendeine Weise Bezug hat», rundet die Organisatorin den Bericht ab.
Frauenbund Abtwil, 29. März
Auch in Abtwil wird Suppe gekocht, das variiert immer. Mit rund 40 Liter Suppe sammeln die Frauen Spenden für die Kinderspitex. Jasmine Wolfisberg gab Auskunft: «Der Vorstand des Vereins wählt die Spendenempfänger aus. Wir haben keine festgelegten Preise, weder für die Suppe noch für alles andere, was an diesem Tag bei uns konsumiert werden kann. Es stehen Opferbüchsen bereit, da können die Besucher ihre Spenden hineinlegen. Welche Suppe dieses Jahr ausgegeben wird, ist noch nicht definiert. Sicherlich aber wird es genügend Plätze für alle haben, die diesen schönen Brauch leben wollen.»
Frauenverein Auw, 29. März
Seit zehn Jahren ist Rita Schumacher Präsidentin des Vereins und bereits als sie das Amt übernahm, war der Suppentag ein fester Termin im Kalender. Sie bereiten jeweils Bündner Gerstensuppe und Rüeblisuppe zu. «Zusammen sind das rund hundert Liter Suppe», informierte Schumacher. Im Anschluss an den Gottesdienst stehen im Mehrzweckgebäude ab 11 Uhr rund 200 Sitzplätze zur Verfügung.
«Wir verlangen einen moderaten Preis für eine Portion Suppe, die Erwachsenen bezahlen acht, die Kinder vier Franken. Für die Kinder stehen zusätzlich auch noch Wienerli oder Schweinswürstli zur Verfügung. Und als krönender Abschluss gibt es unser Kuchenbuffet.»
Gesammelt wird ausnahmslos für gute Zwecke – dieses Jahr für die Institution ConSol Zug und für die Stiftung Wunderlampe. «An der Generalversammlung bestimmen wir jedes Jahr, wofür wir sammeln. Alle Mitglieder haben Mitspracherecht.» Über helfende Hände kann sich Schumacher nicht beklagen. «Die finde ich immer, schade jedoch ist es, dass die Besucherzahl in den letzten Jahren etwas rückläufig war.»

