Mit dem Jahreskonzert feierten die Musikanten der MG Abtwil ihr 150-jähriges Jubiläum. An zwei Abenden war die Turnhalle ein Festsaal für Geniesser von Brass-Musik.
IRIS CAGLIONI
Ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Konzert lieferte die ...
Mit dem Jahreskonzert feierten die Musikanten der MG Abtwil ihr 150-jähriges Jubiläum. An zwei Abenden war die Turnhalle ein Festsaal für Geniesser von Brass-Musik.
IRIS CAGLIONI
Ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Konzert lieferte die 26köpfige MGA vor ausverkauften Rängen ab. Unter der Leitung von Hugo Felber zelebrierten sie damit ihr langjähriges Vereinsbestehen. «Die MGA wurde 1876 gegründet. Somit können wir leider kein Gründungsmitglied mehr auf die Bühne bitte», witzelte Präsident Lukas Strebel.
Ein fulminanter Start in den Konzertabend gaben die Musikanten mit «Jubilee Overture» von Hendrick de Boer – ein prachtvolles Eröffnungsstück für Brass und Percussion. Damit habe sich die Musikgesellschaft selbst ein grosses Geschenk gemacht, um ihr Jubiläum zu feiern, meinte Ansager Marcel Villiger. Ihm folgte die ursprünglich für das BBC-Radio komponierte Melodie von Goff Richards «Calling Cornwall». Die Melodie zeigt musikalisch die malerische Küstenlandschaft Cornwalls mit seinen rauen Felsen, dem Sandstrand und dem wogenden Meer.
Das in Musik verwandelte 200-jährige irische Gedicht «The Last Rose Of Summer», beinhaltet ein Flügelhornsolo, welches von Yvonne Strebel gespielt wurde. «Dieser Titel spielt auf die Vergänglichkeit oder auch auf das Ende einer Ära an», meinte Villiger bei der Song-Einführung. Bevor sie mit «Washington Grace» von Claudio S. Grafulla, einem traditionellen Marsch, den ersten Konzertteil abschloss, spielte die MG Abtwil eine bekannte Filmmusik. «Kung Fu Panda II», komponiert von John Powell und Hans Zimmer. Dieses anspruchsvolle Stück stand dafür, dass der Verein in diesem Jahr keinen Musiktag besucht. Darum haben sie damit eine klare Herausforderung für sich ins Programm aufgenommen.
Wichtig für das Dorfleben
Präsident Strebel begrüsste das Publikum. «150 Jahre – das ist eine beeindruckende Zahl. Die Abtwiler, die anno dazumal den Verein gründeten, waren sich sicher nicht bewusst, dass er so langlebig sein wird.»
Der Verein hat seit seiner Gründung unzählige Stunden geprobt, hunderte Konzerte und Ständchen gespielt, Gottesdienste umrahmt, Feste organisiert und auch gefeiert. «Die Musik gestaltet das Dorfleben mit, verbindet Generationen und lässt Freundschaften weit über das Vereinsleben hinauswachsen.» Strebel bedankte sich beim treuen Publikum, den grosszügigen Sponsoren und den vielen Helfern. Ansager Villiger und Dirigent Felber überreichte er je ein Präsent.
Zur Eröffnung nach der Pause spielten die Musiker «Matka». Das ist finnisch und bedeutet «Reise». Damit begann die Zeitreise des zweiten Konzertteils. Der zweite Programmpunkt gilt schlechthin als Liebeserklärung an die Musik, und die Abtwiler Musikgesellschaft zeigte, dass auch sie Musik über alles liebt. «Music» von John Miles, das Stück mit seinen feinen sanften Klängen, die von rassigen abgelöst werden. «Video Killed The Radio Star» und «On Fire» bildeten den Schluss des offiziellen Programmteils.
Doch was wäre ein MG-Konzert ohne eine Polka?
Ganz in seinem Element, dirigierte Felber seine Musikanten durch die Polka mit dem lustigen Namen «Kannst du Knödel kochen». Der tosende Applaus liess sie den Titel gleich noch ein zweites Mal spielen.
Positives Fazit
Präsident Strebel ist sehr zufrieden. «Wir können zwei wunderbare Konzertabende verbuchen. Die Küchen-Truppe hat hervorragend gearbeitet, es gab so gut wie keine Reste. Ich danke allen, die mitgeholfen haben, dass diese Konzertabende stattfinden konnten.» Die einladenden Tombolatische waren auch leergeräumt nach den Aufführungen.
Dirigent Felber schwingt den Taktstock bereits seit 39 Jahren. Er ist zufrieden mit den Leistungen seiner Musikanten. «Es waren zwei wunderbare Konzertabende. Das Echo aus den Zuschauerreihen war durchwegs positiv. Ich würde sogar sagen, dass dies eines der schönsten Konzerte der letzten 40 Jahre war. Wir haben eine gute Stimmung im Verein und einen zukunftsorientierten Drive drauf.»