«Gasparone» – die Operette zum Jubiläum
30.01.2026 Musik/KulturDas 175-jährige Jubiläum des Theaters Arth wird in diesem Jahr besonders zelebriert. Dafür wählten die Organisatoren eine fruchtige und farbige Operette aus, die mit krimineller Energie und sizilianischer Lebensfreude geladen ist. Am letzten Samstag war Premiere. ...
Das 175-jährige Jubiläum des Theaters Arth wird in diesem Jahr besonders zelebriert. Dafür wählten die Organisatoren eine fruchtige und farbige Operette aus, die mit krimineller Energie und sizilianischer Lebensfreude geladen ist. Am letzten Samstag war Premiere.
IRIS CAGLIONI
Zur ersten Aufführung der Saison waren die Sponsoren und Gönner sowie lokale Politiker und Prominenz eingeladen. Als Ehrengast durfte der Vereinspräsident der Theatergesellschaft Arth, Sandro Forni, die Schwyzer Ständerätin Petra Gössi begrüssen. «Drei Jahre nachdem sich die Schweizer im Sonderbundskrieg bekämpft hatten, wurde das Theater Arth gegründet. Es ist eine beachtliche Leistung, dass es auch nach 175 Jahren immer noch so viele interessierte Personen gibt, die sich für dieses Theater und seine Produktionen einsetzen. Unter den Liebhabern ist auch die Ständerätin Petra Gössi, die spontan in einer Fernsehsendung ihre Freude an der Operette Arth betonte.»
Die Theatergesellschaft Arth startete in dieses Jubiläumsjahr mit einem Neujahrskonzert und zeigt nun vom Januar bis Ende März in 25 Aufführungen die Operette «Gasparone». Zwei weitere Highlights sind, so Forni, zum Ersten das Jubiläumswochenende vom 12. bis 14. Juni, welches im und um das Theater herum stattfindet, und zum Zweiten die Herausgabe des Jubiläumsbuches, in welchem die Geschichte des Theaters aufgezeigt wird.
Bunt, kriminell und mediterran
Die diesjährige Produktion führt die Zuschauer in die Welt Siziliens – der grössten Mittelmeerinsel. Ein südländischer Zauber liegt über dieser Operette, die aus der Feder des Carl Millöcker stammt und am 26. Januar 1884 uraufgeführt wurde, also beinahe auf den Tag genau vor 142 Jahren.
Eigentlich wird viel Lärm um nichts gemacht. Alle wollen ihn gesehen haben, den geheimnisvollen Ganoven «Gasparone», doch niemand sah ihn wirklich. Die Geschichte handelt von zahlreichen Schmugglern, Lügnern, korrupten Politikern und weiteren Gaunern. Alles verstrickt sich ineinander. Doch die Geschichte hat auch eine sympathische Seite, denn der italienische Charme und die Leichtigkeit ist immer wieder im Ausdruck «Chi non risica, non rosica» (Wer nicht wagt, der nicht gewinnt) zu finden.
Adaptionen zur Neuzeit geschaffen
Der seit Jahren engagierten Regisseurin Elja-Duša Kedveš gelang es auch diesmal, aktuellen Zeitgeist in die Texte der Schauspieler einzubinden. Damit fühlt sich der Zuschauer sofort angesprochen. «Für mich war es etwas Neues. Eine solche Operette habe ich noch nie gemacht. Sie ist gespickt mit kleinkrimineller Energie, aber es gibt keinen richtigen Gangster», so Kedveš. Die Gegenwart zeigt sich dem Publikum in der Liebesbeziehung des Sindulfo mit Giuseppe sowie in der Flüchtlingsfrage. Auch die aktuelle Politik wird subtil angesprochen und lässt das Publikum regelmässig lachen und applaudieren.
Die Regisseurin meinte weiter: «Alle Figuren gehen mit ihren wagemutigen Aktionen an die Grenzen des Erlaubten und manchmal sogar darüber hinaus. Dies jedoch dem Zeitgeist entsprechend mit einer legitimen Begründung. In meiner Bearbeitung betrifft das auch die Frauen, welche im Original eher passive Rollen innehaben.» Das Publikum darf sich auf eine packende und zeitgemässe Inszenierung freuen. Es gibt keine Adeligen oder Gouvernanten, dafür Schweizer Touristen, Polizistinnen, Pläne zur Flüchtlingshilfe, freche Tänzerinnen, einen Informanten im Mönchsgewand, den Vespa fahrenden Giuseppe mit seinem Freund Sindulfo und natürlich jede Menge Zitronen.
Kostüme und Bühnenbilder
Die Kleidung der Darsteller stammt aus den 50er Jahren. Dafür suchte die Kostümbildnerin Ruth Mächler Originale auf der ganzen Welt zusammen. Zusammen mit ihrem Team realisierte sie Kostüme, die verführen, tarnen, blenden und enthüllen. Der vermeintliche «Gasparone» erscheint mal als dunkler Verführer mit schwarzem Umhang, mal als charmanter Lebemann in heller Sommerkleidung. «Die Mode mit ihrem Glanz, den weit schwingenden Röcken, ihrer Farbigkeit und ihrem Hang zur Inszenierung ist die perfekte Maske für eine Operette, die von nichts anderem handelt, als dem ewigen Spiel um Sein und Schein» erklärte Mächler.
Die Bühnenbilder wurden von Claudia Tolusso entworfen und in Arth hergestellt. Für Tolusso liegt das Herzstück des Theaterdesigns in der nonverbalen Kommunikation zwischen Bühne und Publikum. «Die Bühnenbilder zeigen die träumerische Mittelmeerregion, den Vulkan Ätna und die Farbenvielfalt der Natur. Die Kulissen sind nicht nur starre Dekoration. So dienen die Säulen oder die Felsen auch als Verstecke für die Schmuggler. Die vier Bilder sind ganz nach dem Motto der Verwandlungsbühne aufgebaut. Als Besonderheit kann das Publikum einen Bühnenumbau mit offenem Vorhang miterleben.»


