Die Schweiz setzt seit vielen Jahren auf eine aktive Standortförderung. Bund und Kantone haben die Unternehmenssteuern mehrfach gesenkt, damit sich internationale Firmen hier ansiedeln. Das bringt mehr wirtschaftliche Aktivität – aber auch einen deutlich höheren Bedarf an gut ...
Die Schweiz setzt seit vielen Jahren auf eine aktive Standortförderung. Bund und Kantone haben die Unternehmenssteuern mehrfach gesenkt, damit sich internationale Firmen hier ansiedeln. Das bringt mehr wirtschaftliche Aktivität – aber auch einen deutlich höheren Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Viele Branchen kämpfen schon lange mit einem Fachkräftemangel. Weil es in der Schweiz nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte gibt, wird ein Teil dieses Bedarfs durch Zuwanderung gedeckt. Rechts-Politische Forderungen, die das Bevölkerungswachstum begrenzen wollen, stehen deshalb im Konflikt mit der wirtschaftlichen Realität. Die Nachfrage nach Arbeitskräften entsteht nicht zufällig, sie ist eine direkte Folge der Standortpolitik und der demografischen Entwicklung. Die Schweiz ist wirtschaftlich, gesellschaftlich und arbeitsmarktpolitisch eng mit Europa verbunden. Ein grosser Teil unseres Wohlstands basiert auf: offenen Märkten, internationaler Zusammenarbeit, freiem Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften. Immer wieder gibt es politische Forderungen nach einer stärkeren Abgrenzung gegenüber Europa. Solche Massnahmen mögen innenpolitisch attraktiv wirken, passen aber schlecht zur Realität der Schweizer Wirtschaft. Viele Branchen, etwa Gesundheit, Technologie oder Ingenieurwesen, sind dringend auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Würde die Mobilität eingeschränkt, könnten die bestehenden Engpässe noch grösser werden. Die bestehenden Probleme müssen im Detail analysiert und mit gezielten Massnahmen gelöst werden, nicht durch pauschale Einschränkungen, die unserer Wirtschaft schaden würden. Darum wäre die Annahme der Initiative ein Rückschritt für die Schweiz. Gute politische Entscheidungen entstehen, wenn wir Informationen prüfen, Zusammenhänge verstehen und uns nicht von Angst leiten lassen. Ein klarer Blick auf die Fakten hilft, verantwortungsvoll zu entscheiden. Ich werde ein NEIN in die Urne legen.
Franziska Stenico, Beinwil Grossrätin Die Mitte