Das Projekt zur Erweiterung der Deponie Babilon auf das Gemeindegebiet von Oberrüti wird dem Souverän anlässlich der Einwohnergemeindeversammlung vom 18. November 2026 zur Genehmigung unterbreitet. Der Standort der Deponie in Oberrüti befindet sich im Gebiet Chäferen, ...
Das Projekt zur Erweiterung der Deponie Babilon auf das Gemeindegebiet von Oberrüti wird dem Souverän anlässlich der Einwohnergemeindeversammlung vom 18. November 2026 zur Genehmigung unterbreitet. Der Standort der Deponie in Oberrüti befindet sich im Gebiet Chäferen, südwestlich des Wohngebietes Rebenweg/Engelgasse, und erstreckt sich über eine Fläche von über 10 Hektaren. Weshalb sagen wir zu diesem Projekt gerne nein.
Der Standort der vorgesehenen Deponie befindet sich unmittelbar angrenzend an das Wohngebiet. Die Auswirkungen auf die Anwohnerschaft sind nicht nur während der Bauzeit mit den massiven Immissionen nicht tragbar, sondern auch die Topografie verschandelt das unter Landschaftsschutz stehende Gebiet massiv.
Der nationale Wildwechsel wird auf dieser Achse zerstört, die bestehenden Gewässer mit Fauna und Flora (vor wenigen Jahren wurden Bachverlegungen zugunsten des Erhalts der seltenen Steinkrebse mit staatlichen Subventionen unterstützt) werden vernichtet, und die landwirtschaftlichen Fruchtfolgeflächen können nicht einmal mehr auf Oberrüter Gebiet ersetzt werden. Aus diesen ökologischen Gründen können wir zum Projekt nur Nein sagen.
Mit der Anlegung der Deponie erfolgt ein massiver Eingriff in die Wasserhaltung dieses Gebietes. Bereits in den letzten Jahren mussten verschiedene Hochwasserfälle mit massiven Schäden registriert werden. Das Hang- und Regenwasser wird durch die Deponie ein bedeutend höheres Hochwasserrisiko auf die angrenzenden Wohngebiete auslösen. Da werden auch die vorgesehenen Pseudoretentionen und Grünbepflanzungen nichts zu einer Verbesserung beitragen. Als bestes Beispiel gilt da die sich im Bau befindende Deponie in Dietwil mit dem Vorteil für Dietwil, dass sich kein Wohngebiet in der Nähe befindet.
Die finanziellen Entschädigungen und Auswirkungen spielen eigentlich keine Rolle. Die etwa fünf Steuerprozente über eine 10-jährige Phase vermögen den Schaden für die Gemeinde Oberrüti niemals wettzumachen. Die einzige Partei, die einen grossen Vorteil durch die Nutzung der bestehenden Infrastruktur hat, ist die Deponie AG, aber diese bezahlt in Oberrüti keine Steuern.
Die Oberrüter sind deshalb aufgerufen, an der Gemeindeversammlung vom 18. November teilzunehmen und dem Projekt «Deponie in Oberrüti» Nein zu sagen.
Christian Zemp, alt Gemeindeschreiber