Eine kleine Völkerwanderung zum Bohlwald
10.04.2026Wenn der Osterhase des Gewerbevereins ruft, folgen die Familien. Bereits zum 37. Mal fand die Eiersuche im Bohlwald statt. Das strahlende Wetter lockte zahlreiche Familien an.
IRIS CAGLIONI
Seit beinahe vier Jahrzehnten wird dieser liebevolle Osterbrauch des ...
Wenn der Osterhase des Gewerbevereins ruft, folgen die Familien. Bereits zum 37. Mal fand die Eiersuche im Bohlwald statt. Das strahlende Wetter lockte zahlreiche Familien an.
IRIS CAGLIONI
Seit beinahe vier Jahrzehnten wird dieser liebevolle Osterbrauch des Gewerbevereins gelebt. Der Ostersamstag ist für so manche Familie zum Outdooranlass geworden, ganz egal wie das Wetter ist. Thomas Ehrler, Verantwortlicher für den Anlass und Vorstandsmitglied des Gewerbevereins, ist schon einige Jahre im Amt und meint: «Seit ich diesen Anlass organisiere, hatten wir nie schlechtes Wetter.» Alte, erfahrene und Einsteiger-Osterhasen waren dieses Jahr mehrere Stunden damit beschäftigt, die vielen Verstecke für die Eier zu bestimmen, damit die Kinder auch richtig suchen mussten. Auch halfen sie mit, die Gastwirtschaft aufzubauen. Für ihre grossartige Mithilfe ist Ehrler dankbar.
Drei Altersstufen – drei Schwierigkeitsgrade
Startschuss für die vielen kleinen und grossen Glücksritter war um 14 Uhr. Doch mindestens eine halbe Stunde vorher kamen die ersten Schatzsucher auf dem Gelände an, bewaffnet mit Körbchen oder leeren Eierkartons, denn schliesslich müssen die wertvollen Funde ja in schönem Zustand heimgebracht werden. Dann erklärte Ehrler die Spielregeln und gab den Startschuss für die Eiersucher.
Damit allen gute Chancen eingeräumt waren, um mindestens ein Ei zu finden, wurde der Wald in drei Abschnitte aufgeteilt: für Kinder von null bis vier Jahren, von fünf bis acht Jahren und für diejenigen mit neun Jahren und mehr. Ehrler erzählt: «Insgesamt sind 1’000 farbige Eier versteckt sowie 27 weisse. Je nach Altersklasse sind sie einfacher oder schwieriger zu finden. Wir haben nur Hühnereier versteckt.» Ob schlussendlich alle gefunden werden, kann Ehrler nicht sagen «Das ist absolut nicht nachvollziehbar. Nur die weissen Eier für den Sofortpreis können wir überblicken.» So kann es durchaus sein, dass ein Spaziergänger nach Ostern noch ein buntes Ei entdeckt «oder der Fuchs es holt».
Auf der Jagd nach weissen Eiern
In jedem Sektor hatte der Osterhase neun weisse Eier versteckt. Sie waren mit einem Code versehen, und wer eines dieser weissen Eier fand, durfte einen Sofortpreis in Form eines Schoggi-Osterhasen abholen. Die strahlenden Gesichter der Kinder zeigten den Organisatoren, dass diese langjährige Tradition eine sehr geschätzte Sache ist. Das zeigte auch, dass nicht nur Familien aus Sins anwesend waren. Eine Mutter meinte: «Wir kommen aus Hochdorf, denn wir kennen den Anlass von früher.» Ob man bereits zum wiederholten Mal oder zum ersten Mal dabei war. Der Bohlwaldnachmittag war ein Erlebnis für alle.
«Wir suchen nur nach weissen Eiern, die anderen lassen wir liegen», sagte ein Vater und stakste mit seinen Kindern weiter durch den Wald. Mit Stecken bewaffnet wurde fleissig im Boden gestochert. Andere schoben die stacheligen Ranken zur Seite. Die ganz Erfahrenen hatten auch ihre Hände mit Gartenhandschuhen geschützt, denn die Organisatoren kannten keine Gnade beim Verstecken der Eier. Ebenso war ein verletzter Arm kein Hindernis, mitzumachen.
Gemütlich den Nachmittag geniessen
Im Sektor der Kleinsten tauchte plötzlich ein grosser, flauschiger Hoppelhase auf. In seinem grossen Korb hatte er bunt eingepackte Schoggi-Eili. Natürlich durften auch die Eltern, Grosseltern, Gottis und Göttis in den Korb greifen.
Über den Waldboden zu laufen und darauf zu achten, nicht an irgendwelchen Zweigen oder Ranken hängen zu bleiben, machte hungrig und durstig. Der Familienausflug endete darum für ganz viele in der Festwirtschaft, wo gekühlte Getränke gekauft werden konnten.
Auch durfte die Feuerschale zum Bräteln einer Wurst genutzt werden. So formte sich im Laufe des Nachmittags ein riesiger Picknickplausch, der dauerte, bis die letzten weissen Eier gefunden waren, und darüber hinaus.
Kurz nach 17 Uhr konnte mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Ehrler ist sehr zufrieden: «Ich denke, den Leuten hat es gefallen. Bei diesem schönen Wetter war der Nachmittag ein Erfolg.»





