Im Schatten des SVP-Anliegens stimmen wir Mitte Juni noch über eine andere Vorlage ab. Ich halte sie für mindestens ebenso wichtig wie die Frage, wie viele Menschen in unserem Land leben können. Es geht um die Volksinitiative «Bildungsqualität sichern», die von der ...
Im Schatten des SVP-Anliegens stimmen wir Mitte Juni noch über eine andere Vorlage ab. Ich halte sie für mindestens ebenso wichtig wie die Frage, wie viele Menschen in unserem Land leben können. Es geht um die Volksinitiative «Bildungsqualität sichern», die von der Gruppierung «Bildung Aargau» angestossen wurde. Die Schule leistet für die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen enorm wichtige Arbeit. Damit trägt sie wesentlich zu beruflicher Kompetenz, Wohlstand und sozialem Frieden bei. Lehrerinnen und Lehrer setzen dafür ihre ganze Professionalität ein. Oft genug kommen sie in der organisatorisch immer komplexeren Schulwelt und unter pädagogisch äusserst anspruchsvollen Umständen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten (und manchmal auch ihrer Gesundheit). Wichtige Anliegen wie der integrative Unterricht oder die individuelle Förderung der Kinder lassen sich mit den vorhandenen Mitteln kaum oder gar nicht umsetzen. Die Klassen sind zu gross, die Ansprüche einzelner Kinder und Familien zu vielfältig, der administrative Aufwand unverhältnismässig. Hier möchte die Initiative «Bildungsqualität sichern» Abhilfe schaffen. Der Regierungsrat empfiehlt die Initiative hauptsächlich aus finanziellen Gründen zur Ablehnung. Das überzeugt mich ganz und gar nicht. Wenn irgendetwas der allgemeinen Sparwut nicht geopfert werden darf, dann ganz sicher die Bildung. Die Frage, welche Mittel unserem Bildungssystem zur Verfügung stehen sollen, ist für unsere Gesellschaft entscheidend. Deshalb zählt am 14. Juni jedes Ja, auch Ihres.
Hansueli Hauenstein, Sins