«Ich bin ja mehr aus Zufall reingerutscht», erzählt Monika Kissling und lacht. Sie dachte damals, dass ihre Kinder vielleicht Spass daran hätten, einmal einen Frosch in der Hand zu halten – und war bald selbst verzaubert von den kleinen Tierchen. Es ist auch nicht so, ...
«Ich bin ja mehr aus Zufall reingerutscht», erzählt Monika Kissling und lacht. Sie dachte damals, dass ihre Kinder vielleicht Spass daran hätten, einmal einen Frosch in der Hand zu halten – und war bald selbst verzaubert von den kleinen Tierchen. Es ist auch nicht so, dass man bei den morgendlichen Rundgängen entlang der Zäune ausschliesslich auf Frösche trifft. Man begegnet nebst dem Gras- und dem Wasserfrosch allerlei Molchen (Berg-, Teich-, Faden- und Kammmolch) und wenn man Glück hat auch mal einer Erdkröte. «Es geht nicht nur darum, Frosch und Co. über die Strasse zu helfen, sondern auch zu erfassen, wie viele von ihnen unterwegs sind», erklärt Monika Kissling, «Die Daten werden dann an die Versaplan GmbH zur wissenschaftlichen Auswertung übermittelt».
Jedes Jahr im Frühling machen sich etliche Frösche und Molche auf den Weg in die Tümpel und Teiche, in denen sie sich entwickelt haben, um ihrerseits Laich abzulegen. Die Strassen, die sie dafür überqueren müssen, werden dabei zur Todesfalle. «Der Anblick der überfahrenen Frösche ist absolut grauenhaft.» Zum Glück bauen rund zehn Helferinnen und Helfer jedes Jahr im Februar einen Zaun entlang der Aettenschwilerstrasse. Dieses Jahr wird er am 17. Februar aufgestellt. Die Frösche, Molche und Kröten können ihn nicht überwinden, sondern folgen ihm, bis sie in einen der Kessel fallen, die alle paar Meter in den Boden gegraben sind. Dort müssen sie dann bis zum Morgen ausharren, bis sie von Freiwilligen eingesammelt, bestimmt, gezählt und auf der anderen Strassenseite beim Töniweiher freigelassen werden. Im Wasser können die Amphibien dann ihre Eier ablegen.
Der Natur- und Vogelschutzverein Oberfreiamt, zu dessen Kernteam-Mitgliedern die «Froschkönigin» Monika Kissling gehört und in dessen Namen sie den Amphibienzaun betreut, pflegt den Töniweiher auch als Naturschutzgebiet im Herbst. Damit sorgt der Verein umfassend für den Weiher als Lebensraum und betreibt so aktiv Naturschutz. Nun ist der NVVO auf der Suche nach einer Nachfolge für Monika, denn nach bald zehn Jahren intensivem Einsatz möchte sie ihr Ämtli abgeben. Sie bietet ihrer Nachfolge das einmalige Angebot, sie eine Saison lang intensiv einzuführen. Damit sind für die Koordinationsaufgabe keine Vorkenntnisse nötig, sondern man kann einfach mal zuschauen und mitmachen, bis man dann in der Saison 2027 selbst zur Froschkönigin oder zum Froschkönig aufsteigt. Monika Kissling kann ihr Amt empfehlen: «Es ist eine schöne und erfüllende Aufgabe. Das Frühjahr wird dadurch zwar relativ aufwandintensiv, dafür hat man für den Rest des Jahres frei, nachdem der Zaun Ende März /Anfang April wieder abgebaut worden ist.»
Haben Sie Interesse, den Fröschen mit Koordinationsgeschick und Herz über die Strasse zu helfen? Eine Gruppe motivierter Freiwilliger wartet auf Sie! Genauere Informationen zum Amt und zum Verein finden Sie unter www. nvvo-ag.ch.
Für den Verein: Larissa Fritsch