Im Abwasserverband Oberfreiamt bleibt kein Stein auf dem anderen. Was bedeutet das konkret?
pd | Mit der neuen Eigentümerstrategie wird der Verband fit gemacht für die zukünftigen Herausforderungen. Dazu wird er mit weitreichenden Kompetenzen ...
Im Abwasserverband Oberfreiamt bleibt kein Stein auf dem anderen. Was bedeutet das konkret?
pd | Mit der neuen Eigentümerstrategie wird der Verband fit gemacht für die zukünftigen Herausforderungen. Dazu wird er mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet. So wird der Verband künftig nicht nur den Betrieb der ARA, sondern auch den Betrieb der wichtigsten Sonderbauwerke mit den Hauptleitungen übernehmen. Damit das möglich wird, werden ihm alle Anlagenteile inklusive der Finanzierung übertragen. Detaillierte Informationen dazu gibt es in der Informationsveranstaltung am 28. Oktober.
Wo liegen die Vorteile dieses Systemwechsels?
Eine zeitgemässe Organisation erleichtert die Weiterentwicklung der Abwasserreinigung und bündelt die Kompetenzen auf Verbandsebene. Durch die eigene Finanzierung ist dieser Bereich unabhängig von den jeweiligen finanzpolitischen Herausforderungen der einzelnen Gemeinden, und der Verband kann eigenständig handeln.
Was ändert sich für die Gemeinde Sins?
Da alle Leitungen der gemeinsamen ARA durch Sins geführt sind, schafft die neue Eigentümerstrategie klare Verhältnisse darüber, wie diese in Zukunft unterhalten und erneuert werden. Sins wird dadurch in ihrer Verantwortung als bisherige Eigentümerin eines Grossteils der Haupterschliessung entlastet. Sins wird auch weiterhin seiner Rolle als Standortgemeinde und Leitgemeinde des Verbands gerecht werden.
Hat der Paradigmenwechsel Auswirkungen auf die Finanzierung der Abwasserbeseitigung?
Die Kosten für die Abwasserbeseitigung werden durch die neuen Investitionen in jedem Fall steigen – unabhängig von der Eigentümerstrategie. Der Paradigmenwechsel wird vor allem eines zur Folge haben: Die einzelnen Gemeinden sind nicht mehr für die Finanzierung zukünftiger Investitionen verantwortlich. Das Kapital muss der Verband selbst bereitstellen. Damit das möglich ist, wird der Verband mit einem Eigenkapital ausgestattet. Dieses einmalige Investment in den Verband leisten die Gemeinden mit einem Beitrag pro Einwohnerwert von 1’200 Franken. Die restliche Finanzierung organisiert der Verband selbst und verrechnet sie anschliessend den Gemeinden im Rahmen der jährlichen Abschreibungen über die Betriebskosten. Dadurch ist der Verband in der Lage, die Kosten verursachergerecht an die Nutzenden weiter zu verrechnen. Auch bei der Neuaufnahme von zusätzlichen Verbandsmitgliedern werden die Investitionen entsprechend solidarisch weiterverrechnet.
Was bedeutet die Strukturveränderung für den Betrieb der ARA Giessenmatt?
Die neuen Strukturen bringen mehr Verantwortung für den Verband mit sich. Durch die neuen Organisationsstrukturen soll dem Rechnung getragen werden. Vor allem ermöglichen sie eine Optimierung des Betriebs der ARA. Durch die Wartung und den Betrieb aller wichtigen Bestandteile der gesamten Abwasserbeseitigung aus einer Hand kann der technische Teil optimal genutzt werden. Insbesondere bei herausfordernden Ereignissen kann die Qualität der Anlage verbessert werden.