Fasnacht In Beinwil waren 23 Nummern am Start – so viele wie noch nie. Trotz der kalten Temperaturen wagten sich auch viele Schaulustige an den Fasnachtsumzug am letzten Samstag.
EDI WIDMER
Der Turnverein durfte den Beueler Fasnachtsumzug feierlich ...
Fasnacht In Beinwil waren 23 Nummern am Start – so viele wie noch nie. Trotz der kalten Temperaturen wagten sich auch viele Schaulustige an den Fasnachtsumzug am letzten Samstag.
EDI WIDMER
Der Turnverein durfte den Beueler Fasnachtsumzug feierlich eröffnen. Das war auch strategisch wichtig, da der Turnverein in diesem Jahr wichtige Funktionen übernommen hatte. Er organisierte die nach dem Umzug stattfindenden Festivitäten in der Unterkellerung des Schulhauses und den «Foodtruck» mit Burgern und Pommes.
Diese Aufgaben waren viele Jahre lang unter den Fittichen des Moto Clubs Lindenberg. Er stiess personell schon länger an seine Grenzen und war froh, dass nun mit dem Turnverein ein würdiger Nachfolger für diese Tätigkeiten gefunden wurde. Am Umzug waren die Protagonisten des Moto Clubs Lindenberg natürlich immer noch vertreten.
In Sachen Guggenmusigen wurde in Beinwil ebenfalls aufgerüstet. Gleich drei Formationen marschierten beim Umzug mit und sorgten für die Musik. Da es in Beinwil keine eigene Guggenmusig gibt, ist es umso wichtiger, dass externe Gruppen mitmachen. Bereits zum Inventar gehören die Konfettipfuser Auw. Zum ersten Mal mit von der Partie waren in diesem Jahr die Väntilwörger Sins und die Murianer Tambouren, die einen auf Bollywood machten.
Beliebte Tiere
Dass so viele Nummern am Start waren, war auch der Tatsache geschuldet, dass die Fasnacht in diesem Jahr nicht in die Schulferien fiel. Deshalb konnten alle Kinder vom Kindergarten bis zur Mittelstufe teilnehmen. Ein beliebtes Motiv waren Tiere. Einen ganzen Zoo brachten die Jugendlichen aus Buttwil/Muri mit. Die Kindergärtner waren als Schmetterlinge getarnt, die Kinder aus der Unterstufe verwandelten sich in Fische, und die Familien aus Boswil traten als wilde Hühner in Erscheinung.
Wie immer am Ende des Umzugs waren die «Beueler Häxe», die auch die ganze Fasnacht organisierten. Ihre Rokoko-Kostüme erinnerten an das 18. Jahrhundert. In Anlehnung an das 1700 erbaute Schloss Horben, das immer noch einen Käufer sucht. Für die Organisation stehen 14 Hexen im Einsatz. Mittlerweile haben sie sogar einen Verein gegründet.
Nebst den Frauen halfen auch ihre Männer und die Kinder mit bei der Vorbereitung. Vor allem bei den Kindern war die Begeisterung riesig. «Was würdet ihr lieber machen», fragte die Oberhexe Ursula Furrer die Kinder, «Europapark oder Wagen bauen?» Die Antwort war ganz klar: «Wagen bauen!» – «Das ist das Grösste für die Kinder», freute sich Furrer.
Grösser geht nicht mehr
Der Erfolg hat auch seine Schattenseiten. «Grösser darf der Umzug nicht mehr werden», weiss die Oberhexe, «sonst haben wir ein Problem mit der Logistik.» Obwohl es ein Familienumzug ist, kommen mittlerweile viele Fasnächtler aus der Region nach Beinwil. «Wenn im nächsten Jahr die Fasnacht in die Schulferien fällt, sind wir wieder froh um jeden Teilnehmer», relativierte Furrer. Nach dem Umzug gab es Platzkonzerte der drei Musik formationen. Für Speis und Trank sorgten die Häxe-Bar und der Food-Truck auf dem Schulhausplatz. In der Turnhalle durften die Kleinen beim Kinderball die restlichen Konfettis verteilen und in der Unterkellerung wurde bis in die Morgenstunden weiter gefeiert.
Der krönende Abschluss der Beinwiler Fasnacht fand wie immer am Dienstagabend im Restaurant Kreuz statt, wo bei der «Verslibrönzlete» alle Themen des letzten Jahres noch einmal in Versform zum Besten gegeben wurden.