Das Modegeschäft Käppeli schliesst seine Türen
07.11.2025 MuriDas Bekleidungsgeschäft über der Poststelle wurde 1971 eröffnet, zehn Jahre später erweitert und immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Ende Jahr ist nun definitiv Schluss.
IRIS CAGLIONI
1971 eröffneten die Eltern des heutigen ...
Das Bekleidungsgeschäft über der Poststelle wurde 1971 eröffnet, zehn Jahre später erweitert und immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Ende Jahr ist nun definitiv Schluss.
IRIS CAGLIONI
1971 eröffneten die Eltern des heutigen Besitzers, Benno Käppeli, das Herrenmodengeschäft in Muri. Sie mieteten damals Räumlichkeiten im Neubau der Post. Als das angrenzende Lebensmittelgeschäft WARO schloss, bot sich eine Expansionsmöglichkeit an. Käppelis beschlossen, mit einer Damenabteilung das Sortiment zu erweitern. Seither durften die Geschäftsinhaber zusammen mit ihren Mitarbeitenden auf rund 400 Quadratmeter moderner Ladenfläche über viele Jahre ihre treue Kundschaft bedienen. Jetzt stehen Veränderungen an, denn die Vermieterin will das Gebäude sanieren. «Sie sanieren das Dach und alles rund um das Elektrische, die Dämmung des Gebäudes, die Heizung. Weiter wird die Postfiliale im Erdgeschoss umgebaut. Diese Sanierung würde viele Umtriebe bedeuten. Wir haben daher beschlossen, uns vom Geschäft zu trennen.»
Käppelis suchten eine Nachfolgeregelung und hatten auch zwei Interessenten für dieses grosse Geschäft. Doch: «Die Aussicht auf die Sanierung, die unweigerlich viel Dreck und Lärm verursachen würde sowie wenig bis keine Parkplätze für die Kunden, waren bei der Nachfolgefindung auch nicht hilfreich. Das Geschäft hätte mindestens ein halbes Jahr geschlossen bleiben müssen», meinte Käppeli.
Es gibt aber noch andere Gründe
«Die beste Zeit unseres Geschäfts war von den 80er Jahren an bis in die 2000er Jahre. Da war die Konkurrenz noch überschaubar. Einer hier in Muri, einer, zwei in Zug, in Aarau und vielleicht noch in Zürich. Nicht wie heute, wo die Leute auf der ganzen Welt ihre Kleidungsstücke kaufen können.» Das Online-Shopping verursachte schleichend immer mehr Kundenrückgang. Zudem liegt, gemäss Käppeli, das Geschäft an einer B-Lage. «Kein Passant kommt hier einfach zufällig vorbei. Wir mussten uns immer etwas einfallen lassen, damit unser Geschäft gesehen wird.»
Dann kam Corona. «Finanziell gelitten haben wir natürlich wie alle anderen Geschäfte auch während der Corona-Zeit. Vier Monate lang das Geschäft geschlossen halten, war schon sehr schwer. Nach dem Lockdown gab es einen kurzen Aufschwung, der aber nicht nachhaltig war. Noch mehr Leute waren auf den Geschmack der Online-Bestellungen gekommen. Seit Corona sind unsere Zahlen nur noch rückläufig, und wenn wir nun das Geschäft schliessen, gestalten wir unseren Abschluss selbst und auf eine positive Art.»
Der Anfang war in Merenschwand
Gegründet wurde das Geschäft 1951 von Anton Käppeli in Merenschwand. «Mein Vater war Herrenschneider. Er durfte die Uniformen der Merenschwander Musik schneidern. Das war der eigentliche Geschäftsstart. Meine Eltern kamen mit dem Geschäft 1955 nach Muri an die Seetalstrasse. Dann eröffnete sich die Möglichkeit, in diesem neuen Geschäftshaus der Post ein Ladenlokal zu mieten.» Benno Käppeli, der schon als Kind viel im Laden war, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab und arbeitete danach in der Textilbranche, aber nicht wie sein Vater in der Produktion, sondern im Verkauf und im Büro. Neben seiner beruflichen Tätigkeit half er im elterlichen Betrieb mit. «1977 stieg ich ins Geschäft ein, und zusammen mit meiner Frau Martha konnte ich es 1983/84 übernehmen. Seiher bauten wir den Laden dreimal um, der letzte Umbau ist noch nicht lange her. Das Geschäft ist in einem Top-Zustand.»
Dann, vor rund 18 Monaten, erfuhren die Käppelis von den Plänen der Post. Sie prüften ihre Möglichkeiten und wägten ab. Sie kamen zum Schluss, dass es für sie Zeit sei aufzuhören.
Wie geht es weiter?
Der Total-Räumungsverkauf beginnt am 18. November und dauert bis zum 31. Dezember. «Wir bieten dann sämtliche Artikel aus unserem Sortiment, also von der aktuellen Mode bis hin zu den Accessoires, zu stark reduzierten Preisen an.» Sein Büro kann Käppeli noch bis mindestens Ende Februar nutzen, bei Bedarf eventuell auch länger.
Hier, wo heute der Laden ist, entsteht das Postprovisorium. Käppeli geht davon aus, dass danach Wohnungen entstehen.

